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Wurde der Zustand der Tunnels bewusst verschwiegen?
Aus Heute um Vier vom 10.01.2020. Bild: Keystone
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Gravierende Sicherheitsmängel Viele Autobahntunnel in Italien sind gefährlich

In Italien entsprechen 200 Autobahntunnel nicht den Mindestanforderungen der EU für die Sicherheit in Strassentunneln.

Wasser tropft von der Decke, die Beleuchtung ist schwach, Wände und Decken bröckeln: In fast 200 Autobahntunnel in Italien sind die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften nicht erfüllt. Dies berichten mehrere italienische Zeitungen und beziehen sich auf ein Dokument aus dem Verkehrsministerium. Das Papier sei im November an Feuerwehren und andere zuständige Stellen verschickt worden. Darin werde vor dem Zustand der Strassentunnel in Italien gewarnt.

Laut der Zeitung «Repubblica» werde im Dokument aufgezeigt, dass die Tunnel nicht der EU-Richtlinie 54/2004 «über Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln im transeuropäischen Strassennetz» entsprechen.

Danach besteht in Tunnel von mehr als 500 Metern Länge eine erhöhte Unfallgefahr. Zudem seien Sicherheitssysteme und Fluchtwege mangelhaft.

Immer wieder gravierende Zwischenfälle

Das Dokument sei nach Ermittlungen der Behörden bekanntgeworden, als ein Zwischenfall in einem Tunnel bei Genua untersucht wurde. Ende Dezember war im Bertè-Tunnel in Ligurien auf der A26 ein Stück der Tunneldecke auf die Fahrbahn gestürzt.

Kürzlich musste auch ein Tunnel auf der A6 zwischen Turin und Savona wegen eines ähnlichen Vorfalls vorübergehend gesperrt werden.

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Aus dem Archiv: Eingestürztes Autobahnviadukt bei Genua
Aus News-Clip vom 24.11.2019.
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Mehr als die Hälfte der betroffenen Strassenbauten befinden sich im Besitz der Betreiberfirma Autostrade per l'Italia (ASPI). Im Zusammenhang mit dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua wird dem Unternehmen schlechte Wartung vorgeworfen. Im August 2018 starben 43 Menschen beim Einsturz der Autobahnbrücke in Genua.

Die Regierung forderte den Autobahnbetreiber auf, eine Evaluation seines Autobahnnetzes zu beschleunigen und alle 10 Tage darüber Bericht zu erstatten. Der italienische Premierminister Giuseppe Conte hat der ASPI bereits mit dem Entzug der Lizenz gedroht.

Erste Massnahmen an die Hand genommen

Als Reaktion auf die Medienberichte erläuterte ASPI, dass seit längerem Massnahmen für mehr Sicherheit angelaufen seien. 105 Tunnel des Autobahnbetreibers sollen betroffen sein, für die restlichen sind andere Betreiber verantwortlich.

Die Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia (ASPI) ist eine Tochter der Atlantia-Holding, die unter Kontrolle der Unternehmerfamilie Benetton steht. Holding-Chef Roberto Tomasi warnte, dem Unternehmen drohe der Konkurs, sollte der ASPI die noch 18 Jahre lang laufende Lizenz entzogen werden. ASPI ist für gut 3500 Kilometer Autobahnen und Schnellstrassen in Italien zuständig und kann dafür Gebühren erheben.

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