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Grenzstreit im Südkaukasus Hauptstadt von Berg-Karabach mit Raketen angegriffen

  • Bei den Kämpfen im Südkaukasus ist die Hauptstadt von Berg-Karabach nach Darstellung der Behörden vor Ort mit Raketen angegriffen worden.
  • Das aserbaidschanische Militär habe Stepanakert erneut beschossen, teilte der Präsident der international nicht anerkannten Republik Berg-Karabach, Araik Arutjunjan, mit.
  • Es sei dabei auch auf zivile Objekte gezielt worden. Einzelheiten nannte er keine.

Arutjunjan drohte als Reaktion darauf, militärische Objekte in grösseren Städten Aserbaidschans anzugreifen. Die Bevölkerung solle sich deshalb in Sicherheit bringen, schrieb er.

Die aserbaidschanische Armee sprach wiederum von schwerem Artilleriefeuer auf Dörfer und Städte auf seinem Staatsgebiet. Unter anderem soll es einen Raketenangriff auf die zweitgrösste Stadt Gandscha gegeben haben. Der aserbaidschanische Verteidigungsminister Sakir Hassanow sprach von einer «Ausweitung der Kampfzone». Armenien wies den Vorwurf zurück. Arutjunjan, erklärte dagegen, seine Streitkräfte hätten eine Militärbasis in Gandscha angegriffen.

Gefechte seit einer Woche

Bislang sind bei den Kämpfen im Südkaukasus nach armenischen Angaben in Berg-Karabach deutlich mehr als 200 Menschen getötet worden. Zu diesen Angaben gab es allerdings abweichende Informationen. Aserbaidschan zählte zuletzt nach eigenen Angaben 19 tote Zivilisten und 60 Verletzte.

Seit fast einer Woche liefern sich die beiden verfeindeten Staaten schwere Gefechte in dem von Armenien kontrollierten Gebiet in Aserbaidschan. Beide Seiten schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die neuerliche Eskalation zu.

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Legende: SRF

Ausländische Kämpfer im Einsatz?

Armenien hatte der Türkei zuvor vorgeworfen, Tausende Söldner aus den Kriegsgebieten in Syrien und Libyen in den Südkaukasus verlagert zu haben. Auch Russland hatte von plausiblen Hinweisen darauf gesprochen.

«Das sind Falschnachrichten», sagte Aliyev am Samstag dazu in einem Interview mit dem Fernsehsender Al-Dschasira. Es sollten Beweise vorgelegt werden. Es gebe keinen einzigen Beweis für ausländische Kämpfer in Aserbaidschan. Auch die Türkei sei nicht in den Konflikt verwickelt.

Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, während Armenien Russland als Schutzmacht sieht. Die beiden Länder kämpfen seit Jahrzehnten um die bergige Region, in der rund 145'000 Menschen leben. Berg-Karabach wird von Armenien kontrolliert, gehört aber völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan.

SRF 4 News, 03.10.2020, 16 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Erdogan sucht die Eskalation, weil er spürt, wie seine Macht langsam zerrinnt. Seine kriegerischen Töne sollen zu Hause die Reihen schliessen und vom dramatischen ökonomischen Niedergang ablenken. Mit der Unterstützung Aserbaidschans bedient Erdogan nationalistische und revanchistische Stimmungen unter seinen Anhängern, die er in den vergangenen Jahren auch in Bezug auf den Südkaukasus geäussert hat. Zudem verfolgt er wie Putin immer offener machtstrategische Ambitionen so in Syrien und Libyen.
  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Bezahlte Söldner, türkische Kampfjets und Drohnen - im Konflikt mit Armenien unterstütze die Türkei Aserbaidschan nicht nur verbal. Die Türkei engagiere sich militärisch aufseiten Aserbaidschans im Konflikt mit Armenien, das zwischen den beiden Ländern liegt und die Konfliktregion Bergkarabach kontrolliert. Mehrfach haben türkische Kampfjets seitdem den armenischen Luftraum verletzt. Sie sind auch an einem Angriff auf die Region Vardenis in Armenien beteiligt gewesen..
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Unglaublich, wie die Welt der Menschen, wo es Millionen von Menschen gibt, welche in absoluter Armut leben, leben müssen, immer wieder Milliarden für Kriegsmaterial und damit Kriege gibt....Prioritäten setzen von Regierungen!?
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Das liegt zu einem grossen Teil daran das viele Grenzen willkürlich gezogen wurden, vielfach ohne die einzelnen Kulturräume miteinzubeziehen. Z.B. Kurdistan, Korea, Rumänien, Karelien, Irak, Syrien, Libyen, usw.