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DEZA sendet 600 Zelte für 3'000 Leute nach Griechenland
Aus Tagesschau vom 29.10.2019.
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Humanitäre Hilfe der Schweiz Zelte für den Winter auf den griechischen Inseln

Die Situation für Flüchtlinge in Griechenland verschlechtert sich. Die DEZA schickt nun 600 Zelte für 3000 Menschen und 500 alte Armeebetten auf die griechischen Inseln.

Die humanitäre Hilfe der DEZA ist selten innerhalb von Europa aktiv. Doch die Situation in Griechenland, wo geflüchtete Menschen ausharren, sorgt nun dafür, dass die DEZA aktiv wird. In diesen Tagen werden Lastwagen in Bern beladen, welche 600 Familienzelte mit dazugehörigen Winterkits nach Athen bringen. Dort werden sie der griechischen Armee übergeben. Diese wird die Zelte nach Lesbos bringen.

Die Lieferung kostet 670'000 Franken. Bereits letzte Woche versandte die DEZA 500 alte Armeebetten, die in verschiedenen Flüchtlingscamps in Griechenland verteilt werden sollen.

Zu wenig Platz für Flüchtlinge

Der stellvertretende Chef der humanitären Hilfe der DEZA Silvio Flückiger sagt: «Die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln sind total überfüllt. In Lesbos zum Beispiel leben gegenwärtig 14'000 Menschen. Platz hat es in den Flüchtlingslagern für 3500.»

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«Die Flüchtlingslager sind total überfüllt»
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Und tatsächlich ist die Lage so prekär wie schon lange nicht mehr. Das Flüchtlingscamp in Moria ist kaum gewachsen, doch es stranden immer mehr Menschen auf den griechischen Inseln. Im September kamen 10'551 Flüchtlingen an – so viele wie noch nie seit dem Abschluss des EU-Türkei-Deals, der genau das verhindern wollte.

Es gehen weniger Asylentscheide ein, als Menschen ankommen. Von den Inseln dürfen die Menschen lange nicht aufs Festland weiter. Sie sitzen über Monate und zum Teil sogar Jahre fest.

Grauen vor dem nächsten Winter

Angesichts der prekären Situation vor dem Wintereinbruch leistet die Schweiz nun also humanitäre Hilfe. Bei den Helferinnen und Helfern auf Lesbos wird die Nachricht der Lieferung positiv aufgenommen.

Die Schweizer NGO «Better Days» hat schon fünf Winter auf Lesbos erlebt und verfolgt, wie nun in einem weiteren Jahr die Vorbereitungen auf den Winter stocken. Die Präsidentin Elena Moustaka sagt: «Uns graut es vor dem nächsten Winter im überfüllten Moria-Camp. Besonders erschrocken sind wir aber auch von der Unwilligkeit europäischer Länder, etwas an der Situation zu ändern und sich an Versprechen zu halten, menschenwürdige Verhältnisse für Tausende von Menschen zu garantieren.»

Forderung nach europäischem Verteilschlüssel

Auch Amnesty International begrüsst das Engagement der DEZA. Diese Lieferung sei aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Laut der Leiterin der Kommunikationsabteilung Alexandra Karle brauche es vor allem politische Lösungen: «Uns geht es ja vor allem darum, die Menschen von den Inseln wegzubekommen. Da sind Familien mit Kindern, schwangere Frauen, Alte, Kranke, Menschen, die Folter erlitten haben.»

Amnesty International fordert, dass sich die Schweiz an einem europäischen Verteilschlüssel beteiligt, damit die Flüchtlinge nicht weiter in dieser Situation ausharren müssen.

Auch bei der DEZA ist klar, dass humanitäre Hilfe allein nicht reicht. Silvio Flückiger von der DEZA sagt: «Die Schweiz leistet hier Nothilfe, weil die Situation vor Ort nicht gut ist. Um die Situation nachhaltig zu verbessern, ist aber sicherlich die Politik gefragt.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Es ist unverständlich, dass die EU bzw. Deutschland nicht Hand bietet und
    Hilfe für speditive Asylanträge bietet. Hat die EU nicht einmal versprochen, sie werden GR helfen? Leere Worte! Griechenland ist überfordert und diese Misere wird sich fortsetzen. Alles versandet in der Bürokratie. Wer kein Recht auf Asyl hat muss in die Heimatland zurückgeführt werden. Das wäre die bessere Lösung als jahrelang im Camp mit schlechten Bedingungen zu leben. Es kommen immer Flüchtlinge von der Türkei her.
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    1. Antwort von Manuela Fitzi  (Mano)
      Exgüsi, aber wer abgewiesen wurde, der weiss es. Warum kann man von diesen Leuten nicht einfordern, dass sie wieder nach Hause fliegen, natürlich mit Bezahlung der Reisekosten (wie üblich)? In der Jahre langen Diskussion höre ich immer wieder, warum die Länder, Behörden usw. nicht so und so handeln. Aber die Verantwortung dieser Leute zu sich und zu ihren Kindern selber fordert niemand ein. Sie wollen... Ist das die Grundlage? Wohl kaum.
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  • Kommentar von Oli Muggli  (Oli g)
    Amnesty will Amnesty fordert Amnesty bla bla bla... Eine ziemlich kriminelle " Pro Schlepper" Organisation hübsch getarnt, mit ständigen teils sehr zweifelhaften Anschuldigungen!
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    1. Antwort von Adrian Weber  (Pöbel)
      Ich wette Sie würden nicht eine Nacht im "Lager" Moria aushalten. Bei Regen und Kälte draussen im Schlamm schlafen ist Menschenunwürdig. Die "Hilfslieferung" ist das Mindeste, das die Schweiz für diese Menschen tun kann.
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    2. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Und was ist eigentlich mit den Tausenden von Flüchtlingen/ Migranten
      geworden, die an der EU Grenze von Kroatien stehen ? Da gab es kein
      Lager, kein Rückführungsprogramm. Einfach nichts ausser Schweigen !
      Der Winter schlägt dort noch härter zu als in Griechenland. Eine
      grossartige Nothilfe der Schweiz für Griechenland. !
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    3. Antwort von Oli Muggli  (Oli g)
      @ saleve 2
      Die haben Asyl beantragt in Kroatien....
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    4. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Stimmt nicht. Lesen Sie bitte zuerst die vielen Beiträge dazu im Internet.
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