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Die Situation in Idlib spitzt sich weiter zu
Aus SRF 4 News aktuell vom 03.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
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Humanitäre Krise in Nordsyrien Ihr Schicksal liegt in Erdogans und Putins Händen

900'000 Kriegsvertriebene in Idlib leben unter prekären Bedingungen. Eine Entschärfung der Situation ist kaum in Sicht.

Im Nordwesten Syriens ist fast eine Million Menschen vor den Kriegswirren in der Region um Idlib und Aleppo auf der Flucht. Unter ihnen sind mehr als eine halbe Million Kinder. Bei Temperaturen um null Grad müssen sie im Freien übernachten. Jetzt wirft die UNO der internationalen Gemeinschaft Versagen vor.

Katastrophale Zustände

«Stellen Sie sich vor – Sie legen ihre Kinder am Abend schlafen – und wissen nicht, ob sie am Morgen wegen der Kälte noch am Leben sind», beschreibt der Vertreter des UNO-Kinderhilfswerks Unicef, Joe English, die Situation im Norden der Provinz Idlib. English ist auf der türkischen Seite der Grenze zu Syrien stationiert.

Hütten- und Zelte ohne Ende auf einem Hügel, daneben eine meterhohe Grenzbefestigung.
Legende: Das Flüchtlingslager Atma in Idlib – fotografiert von der türkischen Seite aus. Reuters

Zwar seien die Temperaturen in den vergangenen Tagen leicht angestiegen und lägen in der Nacht jetzt über dem Gefrierpunkt. Doch die Zustände für die mehr als 900'000 Menschen, die von den Kämpfen vertrieben worden seien, sei immer noch katastrophal.

Zwischen den Fronten

Idlib im Nordwesten des Landes ist das letzte grosse von den Rebellen kontrollierte Gebiet in Syrien. Übers Wochenende hat sich der Konflikt nochmals zugespitzt, nachdem am Freitag mehr als 30 türkische Soldaten durch syrischen Beschuss getötet wurden. Als Reaktion verstärkte die Türkei ihre Militäroffensive in der Region.

Nach wie vor gebe es für die Kriegsflüchtlinge kein Durchkommen an der syrisch-türkischen Grenze, sagt Unicef-Vertreter English. Die Türkei hält die Grenze zu Syrien geschlossen. Zugleich erinnert er aber daran, dass sich die Türkei in den letzten Jahren sehr grosszügig gezeigt und mehr als dreieinhalb Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen habe.

Erdogan zu Gesprächen bei Putin

Erdogan zu Gesprächen bei Putin

Nach türkischen Angaben wird Präsident Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag für Gespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin nach Russland reisen. Er hoffe, dass in Idlib eine Feuerpause erreicht werden könne «und wir eine Lösung in dieser Sache finden werden», sagte Erdogan am Montag. Russland unterstützt den syrischen Machthaber Baschar al-Assad bei der Rückeroberung der von Rebellen gehaltenen Gebiete in Syrien militärisch, während türkische Soldaten in dem syrischen Gebiet die Rebellen unterstützen. Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die Zusammenarbeit mit der Türkei hohe Priorität. Russland sei «die Zusammenarbeit mit unseren türkischen Partnern äusserst wichtig». (sda)

SRF 4 News aktuell, 06.10 Uhr; snep

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30 Kommentare

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  • Kommentar von Roger Christen  (Roeschi)
    Herr Erdogan kämpft gegen seine Glaubensbrüder. Herr Putin unterstützt einen „Freund“ weil Diktator. Westeuropa kann nicht mehr alle Flüchtlinge aufnehmen. Osteuropa will ja nicht. Also sind wir doch alle ehrlich und sagen endlich was Sache ist. Die Türkei hat nicht Flüchtlinge aufgenommen, so wie Frau Merkel, sondern hat sie in Baracken und Zeltlager „konzentriert“. Setzen wir doch das Geld besser für eigene Lager unter UNO Aufsicht ein. Es hat genügend Platz auf dieser Welt und ist billiger.
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  • Kommentar von Josephk Ernstk  (Joseph ernst)
    Europa kann sich kein zweites 'wir schaffen das" leisten. Die Flüchtlinge (Wirtschaftsflüchtlinge) müssten infolge ihrer Unbildung unverzüglich von den Sozialwerken übernommen werden, und das kann sich kein Staat mehr tragen. Eine event. Arbeitsmarkt-Integration geht über Generationen. Dies abzuerkennen ist naiv und höchst unverantwortlich. Erdogan will nun die EU zwingen, seine Grossmachtgelüste zu unterstützen und zu finanzieren. Syrien gehört nicht zur Türkei !
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Es sind erstaunlich viele junge Männer unter den Flüchtlinge, sei es jetzt hier an der Grenze vor Griechenland, aber auch Bootsflüchtlinge die in Italien an Land gehen. Wirtschaftsflüchtlinge? Bald kommt wieder wärmeres Wetter und Flüchtlinge aus Libyen werden wieder die Überfahrt nach Europa wagen. Der Konflikt wird sich immer mehr zugespitzten, Europa kann nicht alle aufnehmen. Es muss mehr vor Ort geholfen werden.
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