Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Das grausamste humanitäre Drama abspielen. Laufzeit 01:19 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 21.05.2019.
Inhalt

Humanitäres Drama in Jemen Kriegsparteien blockieren Hilfe

  • Millionen Menschen in Jemen sind abhängig vom Welternährungsprogramm der UNO.
  • Doch dieses droht nun, sein Nothilfeprogramm im von den Huthi-Rebellen kontrollierten Teil des Landes einzustellen.
  • Denn das Welternährungsprogramm wird von den Rebellenführern permanent an einer fairen Verteilung der Hilfe gehindert.

Es ist der jüngste Akt der immer längeren Tragödie in Jemen: Die UNO-Welternährungsorganisation WFP könnte helfen. Und sie möchte helfen. Bloss: Man lässt sie nicht – und dies, obschon sich in Jemen derzeit das weltweit grausamste humanitäre Drama abspielt.

UNO weiss nicht mehr weiter

Zwei Drittel der Bevölkerung sind in Not, mehr als zehn Millionen leiden Hunger. WFP-Direktor David Beasley sagt, was er in Jemen gesehen habe, gleiche einem Alptraum: Not, Entbehrung, Misere. Das Land befinde sich nicht am Rande einer Katastrophe. Die Lage dort sei bereits eine Katastrophe.

Doch die UNO weiss keinen Ausweg mehr. Sie leidet unter der systematischen Behinderungs- und Verhinderungstaktik der Hauptakteure im Land. Mal blockiert die jemenitische Armee Zufahrtswege oder Häfen, mal sind es die Huthi-Rebellen.

Menschenverachtende Taktik der Rebellen

Vor allem die Rebellen verhalten sich laut der Welternährungsorganisation zurzeit besonders skrupellos. Sie setzen eine in anderen Konflikten erprobte, menschenverachtende Taktik ein. Und zwar indem sie ohne jede Rücksicht auf Verluste die humanitäre Hilfe für ihre politischen und militärischen Zwecke missbrauchen. Sie beschlagnahmen Hilfsgüter, um sich an deren Verkauf zu bereichern oder sie ausschliesslich an ihre Anhänger zu verteilen.

Verhandlungen der UNO mit Huthi-Anführern blieben bisher völlig fruchtlos. Deshalb wird nun als vorletzter Schritt die Einstellung der Hilfe angedroht. Etwas, das die UNO kaum jemals tut, und das gar nicht anders gedeutet werden kann denn als Verzweiflungsakt.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla  (m.mitulla)
    Warum verbietet die Uno nicht einfach die Besetzung und Bombardierung Jemens durch ausländische Truppen? In erster Linie sind Saudi-Arabien und die USA Angreifer - und laut Uno-Charta ist das VERBOTEN! Würden die Kriegsherren aus dem Land gejagt, könnte die Hilfe ganz sicher ungehindert passieren. Die scheinheilige, doppelzüngige Politik des "Westens" und seiner "Freunde" wird von immer mehr Menschen durchschaut. Jemen liegt (leider) an einem strategisch wichtigen Punkt- darum gibt es dort Krieg
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ursula Keller  (Note)
    Das Zerstören ganzer Länder (Iraq, Libyen, Syrien, Jemen) ist wohl etwas vom Menschenverachtendsten was derzeit in der Welt zu Gange ist. Offenbar haben die Völker ihren Regierungen wieder erlaubt zu machen was ihnen immer gerade beliebt (oder werden die Völker vielleicht gar nicht mehr gefragt ?) Dann ist die UNO wohl ab jetzt nur zum hinterher Aufräumen da und hat gar keinen Einfluss mehr auf die hochgerüsteten Staaten.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Barbara Lampérth  (Luk 12/3)
    Strengen wir uns an, von den fossilen Energieträgern wegzukommen!
    Das ist der sinnvollste Beitrag, um solchen Konflikten die Basis zu entziehen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen