Darum geht’s: Mehrere Länder bereiten die Evakuierung ihrer Bürger aus der arabischen Golfregion vor, nachdem die Spannungen im Nahen Osten zugenommen haben. Die USA und Israel begannen am Samstag Luft- und Raketenangriffe auf den Iran, daraufhin reagierte Teheran mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in der Golfregion. Tausende von Reisenden sitzen fest, da der internationale Luftraum betroffen ist.
Die Schweiz wartet zu: Rund 4000 Schweizer Touristinnen und Touristen sind im Krisengebiet im Nahen Osten gestrandet und wollen zurückkehren. Eine Rückholung durch den Bund ist jedoch nicht in Aussicht, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag mitteilte. Das EDA stehe mit der Fluggesellschaft Swiss sowie Krisenzellen von Partnerstaaten wie Deutschland und Frankreich in Kontakt, um mögliche Mitfluggelegenheiten zu prüfen. Eigene Staatsangehörige haben bei solchen Operationen jedoch Priorität.
Grossbritannien bereitet Massenevakuierung vor: London bereitet die Evakuierung von schätzungsweise 300’000 Bürgerinnen und Bürgern aus den arabischen Staaten am Persischen Golf vor. Aussenministerin Yvette Cooper erklärte am Montag, ihr Team prüfe alle Optionen, inklusive staatlich organisierter Evakuierungen. Zudem wurden Eingreiftruppen in die Region entsandt. Sie hoffe auf eine baldige Wiederöffnung des Luftraums. Die Reisebranche wird in die Koordination einbezogen.
Berlin rechnet mit Zehntausenden gestrandeten Touristinnen am Golf: Deutschland geht davon aus, dass eine mittlere fünfstellige Zahl deutscher Touristen in der Golfregion gestrandet ist. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts nannte am Montag etwa 30’000 als verlässliche Grösse. Die Bundesregierung bereitet die Rückholung von Kindern, Kranken und Schwangeren vor. Dazu werden Maschinen von Fluglinien nach Riad und Maskat geschickt.
Italien hat bereits erste Staatsbürger ausgeflogen: Ein Charterflug mit 127 Italienerinnen und Italienern an Bord startete am Montag von der omanischen Hauptstadt Maskat in Richtung Heimat. Viele der Evakuierten sassen im Oman fest oder wurden aus Dubai dorthin gebracht. Das Aussenministerium in Rom arbeitet daran, weitere Landsleute zu erreichbaren Flughäfen zu bringen. Zehntausende Italienerinnen und Italiener halten sich derzeit in der Golfregion auf.
Tschechien schickt Militärflugzeuge: Prag schickt zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten, um Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Sicherheit zu bringen. Eine Maschine fliegt in den ägyptischen Küstenort Sharm-el-Sheik, die andere in die jordanische Hauptstadt Amman. Zudem wird die Fluggesellschaft Smartwings Hunderte Touristinnen und Touristen aus dem Oman nach Hause bringen.
Die Lage im Iran: Das chinesische Aussenministerium hat laut einer Sprecherin über 3000 chinesische Bürgerinnen und Bürger aus dem Iran evakuiert. Die Türkei hat den grenzüberschreitenden Personenverkehr mit dem Iran vorübergehend eingestellt. Der türkische Handelsminister Omer Bolat erklärte am Montag auf X, dass die Tagespassagen an den drei Grenzposten gegenseitig ausgesetzt wurden. Gütertransporte sind davon nicht betroffen.