- Das Aussendepartement hat am Samstag vier Mitarbeitende der Botschaft in Teheran in die Schweiz zurückgeschickt.
- Wegen des gesperrten Luftraums war ihr Abflug vorerst jedoch nicht mehr möglich, wie die Nahostchefin des Aussendepartements (EDA) sagte.
- Sechs weitere Mitarbeitende der Schweizer Botschaft im Iran bleiben laut EDA vorerst vor Ort.
«Sobald wie möglich werden sie zu den anderen in die Botschaft zurückkehren oder ausreisen», sagte Monika Schmutz Kirgöz, Chefin der Abteilung Naher Osten und Nordafrika im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der «Sonntagszeitung».
Die vier Mitarbeitenden sassen demnach bereits im Flugzeug. Zurzeit seien sie in einem Hotel in der Nähe des Flughafens untergebracht. «Unserem Personal in den betroffenen Ländern geht es den Umständen entsprechend gut», sagte Schmutz Kirgöz.
Personal bleibt vorerst in Tel Aviv und Teheran
Sechs weitere Mitarbeitende der Schweizer Botschaft im Iran bleiben demnach vorerst vor Ort. «Wir überprüfen die Lage natürlich laufend», sagte die Nahostchefin vom EDA. Bereits in den letzten Tagen hatte das Aussendepartement das Schweizer Botschaftspersonal in Teheran von 14 auf 10 Personen reduziert. Das teilte das EDA der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Samstagmorgen mit.
Keine Bunker in Teheran
Auch die Schweizer Botschaft in Tel Aviv in Israel bleibt gemäss dem Aussendepartement in Betrieb. In Israel seien aktuell fünf EDA-Mitarbeitende in der Botschaft, sagte Schmutz Kirgöz und fügte an: «Sie können sich in Bunker zurückziehen, wenn es Luftalarm gibt.» Für die Angestellten in Teheran gebe es keinen Bunker. In einem Keller seien für sie Betten aufgestellt worden. «Ohne Schutz sind sie also nicht», sagte sie. Die Botschaft verfüge über Notfallkonzepte.
Was wir tun können im Hinblick auf eine Deeskalation, ist, den Kanal zwischen Teheran und Washington offen zu halten.
Mit dem Mandat als offizielle Vertreterin der USA im Iran hat die Schweiz laut Schmutz Kirgöz den Auftrag, den Kommunikationskanal zwischen dem Iran und den USA aufrechtzuerhalten. «Das ist derzeit besonders wichtig», sagte die Nahostchefin. Washington benutze die Schweizer Diplomatie, wenn Teheran eine Nachricht zu überbringen sei. Jedoch sei die Kommunikation in und aus dem Iran grundsätzlich schwierig.
Schweiz pocht auf Völkerrecht
«Was wir tun können im Hinblick auf eine Deeskalation, ist, den Kanal zwischen Teheran und Washington offen zu halten.» Mit dem eigenen Botschaftspersonal kommuniziere das EDA über gesicherte Kommunikationskanäle, da gebe es keine Schwierigkeiten, sagte sie.
Die Schweiz hatte am Samstag mit Besorgnis auf die jüngste Eskalation in Nahost reagiert. Sie verlangte in einem Statement auf der Plattform X die «uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts» und die Rückkehr zur Diplomatie. Man rufe alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf.