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Nach Angriffen auf Iran Tod von Staatsoberhaupt Chamenei bestätigt

  • Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei ist tot, wie iranische Staatsmedien am frühen Sonntagmorgen bestätigen.
  • Bereits zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Tod von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei verkündet.
  • Nach Berichten über Chameneis Tod war in Teheran spontan Jubel ausgebrochen.

Chamenei sei als «Märtyrer» getötet worden, berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Im staatlichen Fernsehen wurde eine 40-tägige Trauerzeit angekündigt.

Der Tod Chameneis sei die «grösste Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern», schrieb Trump wenige Stunden zuvor auf seiner Plattform Truth Social. Er kündigte an, die Bombardierungen im Iran würden weitergehen, bis Frieden in der Region und in der ganzen Welt einkehre. 

Mann in schwarzem Turban hält Rede, hebt Finger.
Legende: Keystone/Iran's Supreme Leader Office

Zuvor war bereits nach Berichten über Chameneis Tod in Teheran spontan Jubel ausgebrochen. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Strassen waren Hupkonzerte zu hören.

Seit Samstagmorgen haben Israel und die USA den Iran erneut angegriffen. Dabei wurde von Israel auch Chameneis Amtssitz in einem Hochsicherheitsbereich der Hauptstadt Teheran bombardiert. Ein vom iranischen Nachrichtenkanal Sabrin-News veröffentlichtes Satellitenfoto zeigte das vollständig zerstörte Areal des als «Beyt» bekannten Bereichs. Es war jedoch unklar, ob sich Chamenei zum Zeitpunkt der Attacke dort aufgehalten hatte. 

Auslandredaktor: «Die Islamische Republik wäre kopflos»

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Porträt eines Mannes in schwarzem Sakko vor weissem Hintergrund.
Legende: Auslandredaktor Philipp Scholkmann war langjähriger Nahost-Korrespondent von Radio SRF. SRF

Ajatollah Ali Chamenei ist tot. Ist damit die Islamische Republik Geschichte?

Das heisst: Der oberste geistliche und politische Anführer des Irans ist weg. Die Islamische Republik kopflos. Ein Langzeitherrscher, ohne Charisma, aber ein gewiefter Taktiker. Chamenei führte das islamistische System Irans seit fast vierzig Jahren mit harter Hand durch nahöstliche Krisen und Kriege.

Er machte es einst stark und einflussreich in der Region, namentlich mithilfe der Revolutionsgarden, einer Elitetruppe, die ihm treu ergeben ist.

Chamenei verantwortet aber auch, wie dieses Regime in den jüngsten Auseinandersetzungen namentlich mit Israel zunehmend schwächer wurde. Nach aussen, aber auch nach innen. Unter dem internationalen Sanktionsdruck stiegen Armut und Korruption. Parallel dazu der Unmut in der Bevölkerung. Es gab massive Protestkundgebungen gegen wirtschaftliche Not und islamistische Sittenstrenge. Chamenei liess sie niederschiessen. Der alternde Revolutionsführer hat in den letzten Monaten versucht, Macht gezielt nach unten zu delegieren.

In der Hoffnung, dass eine Gruppe von loyalen Hardlinern die Islamistische Republik weiterführt in seinem Sinne. Ob das funktioniert, unter dem massiven Druck von innen und aussen, ist die Frage. Sein Tod ist auf jeden Fall ein massiver Schlag für das islamistische System Irans in seinem Überlebenskampf.

SRF 4 News, 1.3.2026, 3 Uhr ; 

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