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Israel am ESC 2026 in Wien Österreichische Politik reagiert bisher gelassen auf ESC-Proteste

Der Eurovision Song Contest unter Druck: Proteste und Boykottaufrufe wegen der Teilnahme Israels könnten die Stimmung am ESC in Wien dämpfen.

Mitte Mai findet der Eurovision Song Contest in Wien statt. Doch rund um den Anlass regt sich in Österreich Protest gegen die Teilnahme Israels. Über 1000 Kunstschaffende rufen in einem offenen Brief zum Boykott des ESC auf, zudem sind eine Grossdemonstration und weitere Aktionen angekündigt.

Das österreichische Innenministerium reagiert bisher gelassen und sagte, die bisherigen Protestveranstaltungen gegen den ESC seien alle ohne Zwischenfälle verlaufen. Und die Wiener Polizei gewährleiste die Sicherheit des Song Contests genauso wie die Sicherheit von Versammlungen, sagte der Wiener Vizepolizeidirektor. Sollte es notwendig werden, würde die Wiener Polizei «rechtskonform und verhältnismässig» einschreiten.

Medien zwischen «Sachlichkeit und Besorgnis»

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SRF-Österreichkorrespondent Peter Balzli beobachtet eine gemischte Reaktion in den Medien:

«Die Medien reagieren mit einer Mischung von Sachlichkeit und Besorgnis. Der ‹Standard› etwa schreibt, der Wettbewerb werde durch die internationalen Proteste überschattet. Die Gratiszeitung ‹Heute› titelt: ‹ESC-Stimmung kippt›. Andere Medien weisen darauf hin, dass bereits fünf Länder den Anlass boykottieren – die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island. Und das sei wohl jetzt schon der grösste Boykott in der Geschichte des Eurovision Song Contest.»

Für die angekündigte Kundgebung rechnen die Veranstalter mit rund 3000 Teilnehmenden. Grundsätzlich gilt Wien als demonstrantenfreundlich. Kundgebungen werden meist bewilligt. Und doch: Theoretisch könnte die Stadt Wien die Demonstration noch verbieten.

Aber das würde laut SRF-Österreichkorrespondent Peter Balzli Potenzial für eine Eskalation schaffen: «Dann würde die Stadtregierung sicher kritisiert, dass sie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit unverhältnismässig einschränke.» Gleichzeitig stelle die Demonstration die Polizei vor grosse Herausforderungen.

Mensch spricht zu einer versammelten Menge mit Protestschildern.
Legende: «Wien hat eine sehr liberale Politik, was Demonstrationen angeht. Diese werden fast immer bewilligt, kaum ein Wochenende, an dem nicht eine oder meist mehrere Kundgebungen stattfinden», sagt Korrespondent Balzli. Bild zeigt Demonstration im Rahmen zum «No Kings Day». (28.03.2026) Keystone/APA/MAX SLOVENCIK

Die Proteste dürften den Anlass auch organisatorisch belasten; ein grosser Teil der Polizei wird bereits in die Sicherung des ESC eingebunden sein. Zusätzlich könnten hunderte eingesetzte Polizistinnen und Polizisten bei Demonstrationen die Lage weiter verkomplizieren. «Und eigentlich sollte das Ganze ja eine grosse Party werden und nicht ein gigantischer Polizeieinsatz», so Balzli.

Proteste als Stimmungsdämpfer

Auch die Stimmung könnte leiden: «Die Fans möchten singen, tanzen und feiern. Und wenn dann tausende Protestierende dem Wettbewerb lautstark vorwerfen, ‹Israels Völkermord zu beschönigen›, könnte einigen das Feiern vergehen», sagt Peter Balzli.

Zwar hat man am ESC in Basel gesehen, dass der Anlass auch trotz Protesten geordnet ablaufen kann – vorausgesetzt, «die Protestierenden halten sich an Regeln und Gesetze», so Balzli. Andernfalls drohe eine Eskalation, wie sie etwa bei einer Palästina-Demonstration in Bern im vergangenen Herbst zu beobachten war.

SRF 4 News, 24.04.2026, 07:39 Uhr ; 

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