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Katalanischer Exil-Politiker Carles Puigdemont tritt in Belgien auf

  • Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont von Deutschland nach Brüssel zurückgekehrt.
  • Er wurde in Waterloo von rund 300 Anhängern empfangen.
  • Von Belgien aus will er weiter für die Unabhängigkeit werben.
Leute auf einer Terrasse. Puigdemont grüsst mit erhobener Hand. Ein Plakat fordert die Freilassung aller politischer Gefangener und Exilanten.
Legende: Der amtierende katalanische Regionalpräsident Quim Torra, Carles Puigdemont, die ehemalige katalanische Agrarministerin Meritxell Serret und der ehemalige Gesundheitsminister Kataloniens, Antoni Comin, beim Auftritt in Waterloo. Reuters

«Meine Reise wird nicht enden, bis alle politische Gefangenen frei sind, diejenigen aus dem Exil zurückkehren können und die katalanischen Menschen ihr Recht zur Selbstbestimmung ohne die Drohung der Gewalt ausüben können», sagte Puigdemont bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem katalanischen Regionalpräsidenten Quim Torra in Brüssel. «Ich werde in die letzte Ecke unseres Kontinents reisen, um das gerechte Anliegen der Katalanen zu vertreten.»

Puigdemont kündigt seine Ankunft in Brüssel an

Puigdemont hatte am Samstagmorgen Deutschland verlassen und war gleichentags in seinem Wohnort Waterloo, rund zehn Kilometer südlich von Brüssel, angekommen, wo er vor seiner Villa von rund 300 Anhängern empfangen wurde.

Unfreiwillig in Deutschland

Der 55-Jährige war im vergangenen Jahr nach dem verbotenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien als Präsident der autonomen Region von den Zentralbehörden in Madrid abgesetzt worden und floh vor der spanischen Justiz nach Brüssel. Auf der Rückreise von einem Auftritt in Skandinavien wurde er am 25. März aufgrund eines von Spanien erwirkten europäischen Haftbefehls in Deutschland festgenommen.

Das Oberste Gericht in Madrid verzichtete unterdessen auf eine Auslieferung des 55-Jährigen. In Spanien droht Puigdemont allerdings weiterhin eine Gefängnisstrafe.

Durchhaltewillen bekräftigt

«Wir werden so gut wir können das Anliegen Kataloniens internationalisieren», meinte der separatistische Regionalchef Torra. Mit Puigdemont in Belgien und in Brüssel als Hauptstadt der EU gebe es dafür beste Gelegenheiten. «Wir werden nicht aufgeben, bis die Katalanen demokratisch über ihre Zukunft entscheiden können.»

In Spanien hat sich der Katalonien-Konflikt mittlerweile zumindest etwas entspannt. Der neue sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy am 1. Juni im Madrider Parlament mit einem Misstrauensvotum zu Fall brachte, nahm jüngst Verhandlungen mit Torra auf. Dieser bezeichnet Puigdemont allerdings nach wie vor als «den legitimen» Regionalpräsidenten.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas F. Koch (dopp.ex)
    Genauso, wie die schottische Unabhängigkeit eine GB-Angelegenheit ist, ist die katalonische Unabhängigkeit eine innerspanische Sache. Puigdemont tut seiner Sache keinen Gefallen, dies zu einer internationalen Sache zu machen. Das einzige realistische Szenario ist, dass sich die EU oder ein Drittstaat als Mediator anbieten könnte.
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  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Er ist kein Politischer Gefangener, auch wenn er sich so gibt! Schon seine Vorgänger hatte Unmenge an Geld Unterschlagen, bei Ihm und seinen Partei Genossen ist das nicht anders. Das ist der Grund wieso man sich abspalten will, sie wollen sich der Spanischen Justiz entziehen. man sollte sich schon fragen woher all das Geld kommt. Wie Finanziert sich Puigdemont? Wie kann sich ein Journalist eine Villa leisten? Mit was für Geld wurden die vielen Inoffiziellen Katalanischen Botschaften finanziert?
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Freiheit für die politischen Gefangenen. Dass dieser Ruf in Westeuropa wieder nötig ist, sollte unseren Medien und Menschenrechtsorganisationen zu denken geben.
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