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Legende: Video Mit gemütlichem Tempo zu Trump abspielen. Laufzeit 00:51 Minuten.
Aus SRF News vom 24.02.2019.
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Kim reist zum Treff mit Trump Aufgegleist in Grün und Pink

  • Mit einem Sonderzug hat Nordkoreas Machthaber die Reise nach Hanoi angetreten, wo er sich am Mittwoch mit dem US-Präsidenten treffen will.
  • Bahnreisen nordkoreanischer Staatslenker sind eine Art Familientradition.
  • Und auch Kims rollende Staatskarosse ist kein gewöhnliches Transportmittel.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist auf dem Weg ins vietnamesische Hanoi – mit dem Zug. Er rollt zum zweiten Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump.

Am Morgen zeigte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Bilder von der Abfahrt Kims. Er werde auf seiner Fahrt im gepanzerten Sonderzug von Mitgliedern des Politbüros und auch Zentralkomitees der Kommunistischen Partei begleitet, hiess es weiter. Ein Foto von KCNA zeigte Kim winkend in der Tür eines der Waggons.

4500 Kilometern lange Zugfahrt

Am Samstagabend (Ortszeit) passierte dann ein Zug aus Nordkorea bei Dandong bereits die Grenze zu China. Zuvor hatten Sicherheitskräfte die Strassen um den Bahnhof der Stadt blockiert, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Informanten berichtete. Es werde angenommen, dass Kim in dem Zug sitzt – und das für ein paar Tage. Denn die Reise von Pjöngjang nach Hanoi führt immerhin über eine Strecke von rund 4500 Kilometern.

Nuklearer Deal als Ziel

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Am Mittwoch trifft Kim den US-Präsidenten in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Im Mittelpunkt stehen Schritte zur atomaren Abrüstung Nordkoreas und mögliche Gegenleistungen Washingtons. Bei ihrem ersten Gipfel im vergangenen Juni in Singapur hatte Kim zwar seine grundsätzliche Bereitschaft zur «vollständigen Denuklearisierung» erklärt. Es gab aber keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will. Trumps Ziel ist es, Nordkorea zu einer vollständigen atomaren Abrüstung zu bewegen.

Nordkoreas Machthaber reisen gerne langsam. Wenn Kim Jong Un wie jetzt mit einem Sonderzug zu seinem zweiten Gipfeltreffen mit Trump reist, hat das Familientradition.

Rollendes Sterbebett

Schon der Grossvater Kim Il Sung und sein Vater Kim Jong Il traten während ihrer Herrschaft lange Auslandsreisen mit einem Zug an. Noch wenige Monate vor seinem Tod Ende 2011 fuhr Kim Jong Il mit dem gepanzerten Spezialzug tagelang nach Moskau.

Selbst sein Tod soll Kim Jong Il im Zug ereilt haben. Die staatlichen Medien berichteten, er sei auf dem Weg in eine Region ausserhalb von Pjöngjang an Herzversagen gestorben. Der frühere Machthaber, so wird gemunkelt, soll an Flugangst gelitten haben.

Flügellahme «Air Force Un»

Angst vor dem Fliegen kann man Sohn Kim Jong Un nicht nachsagen: Nachdem er im März des vergangenen Jahres zu seinem ersten Auslandsbesuch in China noch mit dem kugelsicheren Zug nach Peking gefahren war, benutzte er im Mai seinen Iljuschin-Jet nach Dalian. Auch im Juni wählte er erneut das Flugzeug zu einem Besuch in Peking.

Und zu seinem historischen Gipfel mit Trump im Juni in Singapur holte ihn eine 747-Maschine von Air China in Pjöngjang ab. Denn Kims eigene Regierungs-Iljuschin soll derzeit nicht flugfähig sein. Sie wird auch als «Air Force Un» bezeichnet – in Anlehnung an die «Air Force One» der US-Präsidenten.

Tuckern mit 60 km/h

Der Sonderzug, der Kim jetzt zum Gipfel nach Hanoi bringt, fährt normalerweise mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 Stundenkilometern – das jedenfalls berichtet die südkoreanischen Zeitung «Chosun Ilbo». Ein viel höheres Tempo lassen die schweren gepanzerten Waggons nicht zu.

Dass sich an diesen Sonderzügen seit den Tagen seines Vaters äusserlich nicht viel geändert hat, zeigen die aktuellen Bilder von einem winkenden Kim aus dem abfahrtsbereiten Zug auf dem Weg nach Vietnam.

Pinkfarbene Ledersessel

Typisch für die Staatskarosse auf Schienen sind die olivgrüne Lackierung der Schienenfahrzeuge mit dem markanten gelben Streifen und die getönten Fenster.

In einer der wenigen Aufnahmen aus dem Innern eines der 21 Waggons vom März des vergangenen Jahres sah man Kim und seine Entourage in pinkfarbenen Ledersesseln sitzend. Der Boden war mit Holz ausgelegt, an den Fenstern hingen Gardinen. Die Züge sollen heutzutage mit moderner Kommunikationstechnik ausgerüstet sein.

Gesänge mit «schönen Zugbegleiterinnen»

Unklar ist, ob Kim Jong Un die Sonderzüge auch sonst so üppig ausstatten lässt wie sein Vater.

Als Kim Jong Il 2001 durch Russland tuckerte, habe er importierten Wein aus Frankreich und Feinschmecker-Mahlzeiten mit silbernen Essstäbchen genossen, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf Memoiren von Konstantin Pulikowski, einem russischen Diplomaten, der mit dem Diktator unterwegs war. Kim habe zudem alte sowjetische Lieder mit «schönen Zugbegleiterinnen» gesungen.

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