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Kims Botschaft an die USA Nordkorea hat, was der Iran nicht hat: die Atombombe

Der nordkoreanische Machthaber nutzt den US-Angriff auf den Iran zur Rechtfertigung für sein Nukleararsenal.

«Ich werde mich mit Kim Jong-un treffen, um Frieden zu schaffen. Es wird ein grossartiger Erfolg», erklärte US-Präsident Donald Trump im Mai 2018 vor seinen jubelnden Anhängern.

«Kim Jong-un hat mir wunderschöne Briefe geschrieben»

Gesagt, getan: Wenige Wochen später kam es in Singapur zum Gipfeltreffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Diktator. Ein zweifellos historischer Moment. Der, so zumindest der Plan, in einem ebenso geschichtsträchtigen Deal münden sollte.

Kim bekräftigte in einem Abkommen sein «unerschütterliches Engagement für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel» – im Gegenzug für amerikanische «Sicherheitsgarantien». Diese wurden allerdings nicht näher ausbuchstabiert.

Zwei Männer in Anzügen gehen nebeneinander und unterhalten sich.
Legende: Das Treffen zwischen Trump und Kim in Singapur weckte Hoffnungen, der Konflikt auf der koreanischen Halbinsel könnte entschärft werden. Sie erfüllten sich nicht. Keystone / AP / Evan Vucci

Die Bromance endete jäh. Ein zweites Treffen mit Trump 2019 in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi verlief ergebnislos. Die Beziehungen trübten sich bald ein, bis hin zu einer neuerlichen Eiszeit zwischen Pjöngjang und Washington.

Zeiten ändern dich

Acht Jahre später ist die Welt eine andere. «Trump 2.0» lässt im Umgang mit missliebigen Machthabern die (militärischen) Muskeln spielen.

Fünf Personen in Uniform gehen über ein Hindernis.
Legende: Der venezolanische (Ex-)Diktator Nicolás Maduro wartet in New York auf seinen Prozess, Trump kokettiert mit einer «Übernahme» Kubas – und im Iran herrscht Krieg. Keystone/EPA/Stringer

Nordkorea verfolgt die Entwicklungen mit Argusaugen. Gegenüber Teheran hat Pjöngjang allerdings einen gewichtigen Vorteil: Die USA konnten seinen Aufstieg zur Atommacht nicht verhindern.

«Unumkehrbarer» nuklearer Status

Angesichts der interventionistischen US-Politik will es seine Atomwaffen auch nicht mehr aufgeben. Vor dem Parlament bezichtigte Kim Jong-un die USA des «Staatsterrorismus und der Aggression».

Er erklärte weiter, der Ausbau des Nuklearwaffenprogramms habe sich als richtige Wahl erwiesen und werde weiter vorangetrieben. Nordkoreas Status als Atommacht sei «unumkehrbar»: «Nur so können wir uns gegen die Bedrohung durch die gangsterartigen Imperialisten rüsten.»

Kim im Parlament.
Legende: Auffällig: Kim verzichtete darauf, US-Präsident Trump namentlich zu erwähnen. In früheren Statements bezeichnete er ihn auch schon als «Dummkopf» – Trump seinerseits verlieh Kim den Übernamen «Little Rocket Man» (dt.: «kleiner Raketenmann»). Keystone / AP / Korean Central News Agency Service

Frederic Spohr leitet das Büro der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul. Für ihn ist klar: Der Krieg im Iran bestärkt Nordkorea nicht nur in seiner nuklearen Abschreckung – er gibt ihm auch wertvolle Hinweise, wie es seine militärischen Kräfte weiter entwickeln kann.

Die Lehren aus dem Krieg

«Irans konventionelle Waffen sind gegen die Amerikaner und die Israelis absolut chancenlos», so der deutsche Politologe und Journalist. Von der Marine über die Flugabwehr bis hin zum Luftkampf – an allen Fronten ist Teheran hoffnungslos unterlegen.

Aber: «Mit seinen Drohnen schafft es der Iran, weitherum Schaden anzurichten und Staaten im Nahen Osten unter Druck zu setzen», so Spohr. «Was seine konventionelle Aufrüstung angeht, dürfte nun auch Pjöngjang seine Strategie teilweise überdenken.»

Nordkoreas Beziehungen zu Russland dürften sich noch intensivieren.
Autor: Frederic Spohr Leiter des Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung in Seoul

Eine weitere Lehre für Pjöngjang könnte sein: Bündnisse mit Russland und China schützten weder Maduro noch die Mullahs vor einem amerikanischen Eingreifen. Dass Pjöngjang sich deswegen zu Verhandlungen bereit zeigen könnte, glaubt Spohr aber nicht: «Vielmehr dürften sich die Beziehungen zu Russland noch intensivieren. Denn Moskau ist der ideale Partner, um unter den Sanktionen weiterleben zu können.»

Zwei Männer stossen mit Weingläsern an, mit Flaggen im Hintergrund.
Legende: Zuletzt stärkte Pjöngjang seine Bande nach Moskau, indem es tausende Soldaten in den Krieg in der Ukraine schickte. Im Gegenzug soll Nordkorea Geld, Lebensmittel und Militärtechnologie erhalten haben. Keystone / EPA / Kremlin Pool / Vladimir Smirnov

Das stalinistische Regime ist international isoliert. Die Bevölkerung wird hermetisch von der Aussenwelt abgeschirmt.

Laut Spohr könnte das Kim-Regime aus dem Angriff auf den Iran eine weitere bittere Lehre ziehen: Jede noch so kleine Öffnung birgt die Gefahr, dass «feindliche Einflüsse» ins Land gelangen – sei es der Wunsch nach Freiheit der Menschen oder Spionageaktivitäten, mit denen der Sturz des Regimes vorbereitet werden soll.

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SRF 4 News, 24.3.2026, 9:15 Uhr ; 

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