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Die Klimaerwärmung und die Hochwasserkatastrophe von Deutschland
Aus HeuteMorgen vom 24.08.2021.
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Klimaextreme in Deutschland Alle 400 Jahre Hochwasser in diesem Ausmass – häufiger als früher

Der Klimawandel hat die Wahrscheinlichkeit für eine Hochwasserkatastrophe, wie diese in Deutschland, bereits erhöht.

In den besonders betroffenen Regionen entlang der Flüsse Ahr und Erft in der Nähe von Bonn in Deutschland fielen an einem Tag neunzig Millimeter Regen. Mehr als sonst während des gesamten Monats Juli, sagt Enno Nilson von der Deutschen Bundesanstalt für Gewässerkunde. «Die Niederschläge waren exorbitant, so hoch wie noch nie zuvor. Das führte natürlich auch dazu, dass viele Abflüsse an den Gewässern höher waren als alles, was jemals aufgezeichnet wurde.»

Um mindestens 20 Prozent wahrscheinlicher

Weil viele Pegelmessgeräte von den Fluten weggerissen wurden, kann nur geschätzt werden, wie hoch manche Abflüsse genau waren, meint Enno Nilson. «Wir landen bei einem Wert von 1000 Kubikmeter, plus minus 200. Das wird den meisten nicht viel sagen, aber das ist für einen kurzen Moment der komplette Abfluss im Mittel des Oberrheins, der über die Ahr abgeflossen ist.»

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Aus dem Archiv: Wassermassen reissen Häuser in Erftstadt mit
Aus SRF News vom 16.07.2021.
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Etwa alle 400 Jahre tritt ein solches Ereignis auf, hat das Forschungsteam abgeschätzt. Das ist bereits etwas häufiger als vor der Klimaerwärmung. Wie viel häufiger, das hat die Gruppe auch berechnet. Allerdings ist dies bei solchen kleinräumigen Phänomenen nur sehr grob möglich. Demnach haben die gestiegenen Temperaturen seit 1850 ein solches Ereignis heutzutage um einen Faktor von 1.2 bis 9 wahrscheinlicher gemacht. Und auch etwas regenreicher.

Alle 400 Jahre in einer Region

Nimmt man einen mittleren Wert, so trat das heutige 400-Jahre-Ereignis früher nur alle 2000 Jahre auf. Auch der heutige Wert – einmal alle 400 Jahre – mag nicht so dramatisch klingen, sagt Frank Kreienkamp vom Deutschen Wetterdienst.

Da dieses Ereignis auch in einer Nachbarregion mit derselben Wahrscheinlichkeit auftreten kann, ist damit klar, dass solche Ereignisse in der westeuropäischen Grossregion deutlich häufiger als einmal in 400 Jahren auftreten können.
Autor: Frank Kreienkamp Deutscher Wetterdienst

Man müsse aber bedenken, dass diese Berechnung jeweils nur für eine Region gelte. «Da dieses Ereignis aber auch in einer Nachbarregion mit derselben Wahrscheinlichkeit auftreten kann, ist damit klar, dass solche Ereignisse in der westeuropäischen Grossregion deutlich häufiger als einmal in 400 Jahren auftreten können.»

Diese Analyse der verheerenden Hochwasser bestätige eine Hauptaussage des neuen Berichts des Weltklimarats, sagen die Forscherinnen und Forscher. Wir befinden uns bereits in einer neuen Ära der Klimaextreme.

SRF 4 News, 24.08.2021, 06:00 Uhr

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54 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Meine Lieben, Herr Drack hat durchaus recht, wenn er sagt, dass Laien versuchen, mit etwelchem Ausweichmanöver - mit unwissenschaftlichen Behauptungen - wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Feld zu schlagen - ich sage: nicht zuletzt aus ganz egoistischen Gründen, sich nicht zu Klimaschutzmassnahmen rufen zu lassen. So wenig wert erscheinen solchen„Laienquacksalbern“ nachkommende Generationen, die Tier- und Pflanzenwelt zu sein, dank auch denen wir Leben haben. Vielmehr „Heiligung“ des Geldes.
    1. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @UvK „Wissenschaftliche Erkenntnisse“? Reine Modellierungen aufgrund welcher Fakten ohne Berücksichtigung der historischen Ereignisse entsprechen welchem Wissenschaftsverständnis? Wir sollten die Wörter „Wissenschaft/wissenschaftlich“ ein wenig sorgfältiger und weniger inflationär benutzen. Wie unterscheiden Sie sich von einem „Laienquaksalber“? Wie würden Sie sich selber bezeichnen?
    2. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Baumann, nein ich bezeichne mich nicht als kompletten Laien. Ich bin mit srf-Meteo und Meteo Schweiz Klima verbunden. Ihre Ausweichmanöver, die wissenschaftlichen Erkenntnisse entgegenzunehmen, würden wohl von meteorologischer klimatischer Seite kaum als richtig befunden. Es ist mehr Arroganz gegenüber der Wissenschaft. Aber eben, das ist Einstellungssache.
  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Mit einem Einzelereignis die Wahrscheinlichkeit einer zukünftigen Auftretenswahrscheinlichkeit berechnen, das musst jedem in Statistik halbwegs bewanderten am Kopf krazen lassen, das auch noch in 10%iger Genauigkeit zu tun, kann nur noch Kopf Schütteln zu Folge haben.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Norbert Zeiner: Wenn ein Ereignis mit einer Chance von z.B. 1:2; also in 3 Jahren einmal eintreten kann, dann können Sie sagen, die jährliche Auftretenswahrscheinlichkeit sei 0.3333333 usw. Sie können also eine Zahl auf beliebig viele Stellen nach dem Komma angeben, wenn Sie wollen. Bringen tut das natürlich nichts, aber so ist nun mal Mathematik.
  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Ein deutscher Katastrophenvermittler a.D., dessen Aufgabe war bei Ereignissen die Hilfsmittel Militär/Gemeinden zu koordinieren, erzählte: Ein im Krisengebiet lebender Bauer wurde von einem Kollegen eindringlich gewarnt. Er konnte seinen Hochwasserschutz aktivieren, die Tiere in Sicherheit bringen, weitere Massnahmen ergreifen. Dafür benötigte er 2 Tage. Kein Mensch/Tier wurde geschädigt. Ohne Vorbereitung hätte es ihn voll getroffen. Warum haben nur Private gewarnt? Behörden, ARD, ZDF nicht?