Zum Inhalt springen

Header

Video
Strache beendet seine politische Karriere
Aus Tagesschau vom 01.10.2019.
abspielen
Inhalt

Konsequenzen gezogen Strache will von Politik nichts mehr wissen

  • Zwei Tage nach der Wahl in Österreich hat der in Ungnade gefallene Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Konsequenzen gezogen. Er lässt die FPÖ-Mitgliedschaft ruhen.
  • Damit beende er seine politische Karriere. Er strebe keine politische Funktionen mehr an, sagte er an einer Medienkonferenz.
  • Mit dieser «persönlichen Erklärung» ist Strache wohl den Parteigremien der FPÖ zuvor gekommen, welche ebenfalls heute Nachmittag informieren wollen.
  • Das Ibiza-Video mit Strache in der Hauptrolle hatte im Mai den Bruch der ÖVP-FPÖ-Koalition herbeigeführt. Eine Woche vor der Neuwahl geriet die FPÖ zudem in eine Spesenaffäre.

Er strebe unter anderem zum Schutz seiner Familie keine politischen Funktionen mehr an, sagte der 50-Jährige in Wien. Auch wolle er jeden weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und «eine Zerreissprobe und Spaltung» der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die FPÖ ein bedeutender Faktor in der österreichischen Politik bleibe.

Ibiza-Video als Auslöser

Die innerparteilichen Rufe nach Straches Parteiausschluss wurden in den letzten Tagen und nach der Wahlniederlage bei den Nationalratswahlen am Wochenende immer lauter. Der Absturz auf 16.2 Prozent der Stimmen (minus 10 Prozentpunkte) wird in erster Linie dem zurückgetretenen Parteichef angelastet.

Besonders übel nehmen ihm die Parteifreunde Spesen-Vorwürfe, die ausgerechnet eine Woche vor der Nationalratswahl öffentlich wurden. Demnach dürfte der Ex-Parteichef ein Spesenkonto der Partei grosszügig ausgereizt haben. Strache bestreitet die Vorwürfe gegen ihn bisher vehement.

Partei berät noch – enttäuschte Wähler

Für den Fall eines nachgewiesenen Fehlverhaltens in der Spesenaffäre kündigte Parteichef Norbert Hofer Straches Parteiausschluss an. Ex-Verteidigungsminister Mario Kunsaek und FPÖ-Mitglied sagte am Montag: «Wenn das stimmt, sehe ich keine andere Möglichkeit. So leid es mir tut.» Auch weitere FPÖ-Politiker erklärten, dass Strache ihrer Ansicht nach keinen Platz mehr in der Partei habe.

Die FPÖ-Spitzen hatten am Wahlabend angedeutet, dass sie die Partei künftig auf der Oppositionsbank sehen. Zahlreiche vom FPÖ-Ergebnis enttäuschte Wähler kritisierten Strache am Sonntag und Montag auf dessen Facebook-Seite und sahen in ihm den Schuldigen für das Wahldesaster. «Lieber heinz, schuld an der misere hast du und der gudenus» schrieb dort ein User. Ein anderer versuchte es mit Sarkasmus: «Super, Herr Strache – das heute war Ihr Verdienst. Gut gemacht, wirklich.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

23 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Cornelia Marthaler  (Cornelia Marthaler)
    Und wann erfahren wir endlich welche dunkle Macht mit Geheimdienst-Methoden die Österreichische Regierung gesprengt hat?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Soso... eine dunkel Macht. Kling ja so schön subversiv aber solche Methoden sind eigentlich nichts besonderes. Es wirkt nur so, weil die Auswirkungen hierbei so weitreichend waren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. Pip  (W. Pip)
      Das ist egal. Denn wenn es sich um eine Rechtsregierung handelt, ist alles legitim. So funktioniert heutige Presse.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Frau Marthaler: Da brauchte es keine Geheimnismethode. Hier spielte folgendes mit: HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Junior Cruz  (Junior Cruz)
      Das sind aber ein paar Verschwörungstheoretiker unterwegs, die Rede ist von "dunkle Macht mit Geheimdienst-Methoden" bis hin zu "So funktioniert heutige Presse"! Starkes Stück! So funktionieren die Rechten heute!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Das Buch mit den "Sagen des Klassischen Altertums" geben tiefenpsychologisch viel her: Z. B. die Sage von Ikaros, der mit Flügeln, die mit Wachs an seinem Körper befestigt waren, möglichst hoch und der Sonne entgegen fliegen wollte. Dädalos, sein Vater, warnte ihn, nicht zu nahe zur Sonne zu gelangen. Ikaros hörte nicht, kam der Sonne zu nahe. Das Wachs schmolz, und Ikaros stürzte ab. - Eben Strache hörte halt zu wenig darauf, welches die staatliche Flughöhe ist, verstieg sich und fiel....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Junior Cruz  (Junior Cruz)
    "Strache will von Politik nichts mehr wissen" und die Wähler offensichtlich wollen auch von ihm nichts mehr wissen. Nicht nur von ihm, sondern von der ganzen Partei! 10 Prozentpunkte zu verlieren, dass liegt an der Partei und nicht eines einzelnen Parteimitglied! Anscheinend funktioniert der Spruch: "Wahltag ist Zahltag"! Ironischerweise sind es eigentliche rechte Kräfte, die diesen Spruch so gerne anwenden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Meier  (Epikur)
    In den USA wäre er Päsident, alle gegen ihn laufenden Untersuchungen würden diskreditiert, Gegner diffamiert und agefeindet, Posten der leitenden Staatsanwälte und Justizminister entsprechend genehm besetzt, die rund 2 Billionen Dollar Steuererleichterungen für das obere 0.5% schon lang ins Trockene gebracht, die korrupten Beziehungen zu Russland mit Milliarden schweren Immobilien Projekten einfach ignoriert, und jede Anschuldigung mit einem inhaltslosen u. gelogenen Tweet weggewischt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen