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Kremlkritiker Nawalny: «Ich kann seit einem Tag wieder selber atmen»

  • Der vergiftete Kremlkritiker Alexej Nawalny hat sich knapp vier Wochen nach seiner Vergiftung in einem Instagram-Post zu Wort gemeldet.
  • Er könne seit einem Tag wieder selber atmen, schrieb Nawalny zu einem Bild, das ihn im Krankenhausbett zeigt.
  • Eine Sprecherin Nawalnys erklärte unterdessen, er habe Pläne, bald nach Russland zurückzukehren.
  • Am Montag war bekannt geworden, dass zwei weitere Speziallabore in Frankreich und Schweden einen Nervengift-Kampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe als Ursache der Vergiftung festgestellt haben.
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Archiv: Vergiftung Nawalnys bestätigt
Aus 10 vor 10 vom 02.09.2020.
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«Hallo, hier ist Nawalny. Ich habe euch vermisst», schreibt der vergiftete Kremlkritiker am Dienstag in einem Post auf Instagram. «Ich kann noch immer fast nichts machen, aber ich habe gestern den ganzen Tag selbstständig geatmet.»

Auf einem Foto ist zu sehen, wie der 44-Jährige sichtlich geschwächt auf seinem Krankenbett sitzt und von seiner Frau Julia umarmt wird. Auch seine beiden Kinder sind dabei.

Seine Botschaft auf Instagram löste Jubel bei seinen Mitstreitern aus. Das Foto erhielt innerhalb weniger Minuten Hunderttausende Likes. Nawalny war am 20. August bei einem Inlandsflug in Russland bewusstlos geworden, seit dem 22. August wird er in der Berliner Universitätsklinik Charité behandelt.

Vergiftung mehrfach bestätigt

Er gilt als einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin und lag wochenlang im künstlichen Koma. Zu Wochenbeginn teilte die Charité mit, dass sich sein Zustand verbessert habe und er sein Krankenbett zeitweise verlassen könne.

Mehrere Speziallabore haben festgestellt, dass der Oppositionelle mit einem Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Russland behauptet jedoch, in dem Fall nicht verwickelt zu sein, und fordert Beweise für eine Vergiftung.

Nawalny könnte nach Russland zurückkehren

Mittlerweile hat der Kreml seine Bereitschaft zur Aufklärung des Giftanschlags unterstrichen. Ein Sprecher des Präsidialamtes in Moskau sagte am Dienstag, jeder wäre glücklich, wenn sich Nawalny wieder erholen würde. Der Kremlkritiker könne auch gerne nach Russland zurückkehren.

Für Alexej Nawalny scheint dies durchaus eine Option zu sein, wie mehrere Nachrichtenagenturen berichten. Er habe Pläne, bald von Deutschland nach Russland zurückzukehren, schreibt Nawalnys Sprecherin Kira Yarmysh auf Twitter. Auf die Nachfrage von Journalisten betonte Yarmish, es habe nie eine andere Option als die Rückkehr nach Russland gegeben.

Die russische Regierung wünscht sich derweil Zugang zu den Untersuchungsproben und Analysen von Nawalny. Putin forderte auch die gemeinsame Arbeit deutscher und russischer Ärzte.

Zuvor hatte sich der Kreml trotz Aufrufen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron gesträubt, Fragen zur Vergiftung zu beantworten und jegliche offizielle Beteiligung bestritten. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow beschuldigte den Westen gar, den Vorfall als Vorwand für die Einführung neuer Sanktionen gegen Moskau zu verwenden.

SRF 4 News, 15.09.2020, 15:00 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Udo Gerschler  (UG)
    Es ist wichtig das er gesund ist und lebt und die Hintermänner hoffendlich gefunden werden.Doch ich staune wie die Presse ihn als Demokraten hochjubelt wo er doch eher in Richtung AFD einzuschätzen ist.Er schätzt sich als nationalistischen Demokraten ein.Es zeigt wieder wie auch schon in anderen Länder das jeder der zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt ein Freund ist.Seine Russischen Märsche würden hier als rechtsextrem eingestuft.
  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Angeblich würde Nawalny vergiftet und kaum gesund geht er wieder dort wo er vergiftet würde? Es tut mir leid,aber Geschichte welche uns westliche Medien verkaufen versuchen, hat kein Kopf und kein Fuss.
    1. Antwort von Hans Peter Auer  (Ural620)
      @Stanic: Es ist die freie Wahl von Nawalny wo er leben moechte, darauf kann kein Staat Einfluss nehmen. Zudem sieht er sich verpflichtet, seine Aufgabe in der FBK auszuweiten, was sicherlich gefaehrlich sein kann, aber jeder Beruf und jede Beschaeftigung birgt ein gewisses Risiko. Verwandte, Freunde und Bekannte im Heimatland sind oft ebenfalls ein Faktor fuer solche Entscheidungen. All dies hat weder mit den westlichen, wie auch mit den russischen Medien eigentlich Nichts im Kontext.
  • Kommentar von David Neuhaus  (Um Neutralität bemüht)
    Ich freue mich sehr das es Nawalny wieder besser geht und er, als Patriot, wieder nach Russland zurück will. An seiner Stelle würde ich die engsten MitarbeiterInnen und BegleiterInnen gründlich überprüfen. Falls wirklich eine Vergiftung stattgefunden hat müssten die Täter aus diesem Kreis kommen. Russland sollte ihm einen guten Personenschutz zur Verfügung stellen. Damit er nicht wieder für Propagandazwecke missbraucht werden kann.
    1. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Ich denke das wird RU tun, zweimal lassen sie sich wohl nicht fuxen. Man hat ja auch noch nicht bewiesen auf welcher Seite der Grenze das Nervengifte dazu kam; wenn dies tatsächlich überhaupt in Frage gestellt wurde? Tom Cruise zeigt ja in seinen Filmen zu was Ethan Hunt und sein Team alles fähig sind In ihren Mission Impossible und es sind nicht Russen; aber auch nicht ganz aus der Luft gegriffen wenn Gegner angekreidet und wirtschaftlich schwach gehalten werden sollen.
    2. Antwort von Werner Gerber  (1Berliner)
      Herr Grossrieder, Sie sagen es: guter Fictinon-Stoff