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Krieg im Jemen Rebellen und Regierung treffen zu Gesprächen in Stockholm ein

Legende: Video Huthi-Delegation trifft in Stockholm ein (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:25 Minuten.
Aus News-Clip vom 05.12.2018.
  • Eine Delegation der Huthi-Rebellen ist am Dienstagabend in Begleitung von UNO-Sondervermittler Martin Griffiths in Schweden eingetroffen.
  • Ebenso ist die Delegation der jemenitischen Regierung aus Riad nach Stockholm abgereist.
  • In der schwedischen Hauptstadt soll ab Donnerstag eine Lösung für den seit 2015 wieder aufgeflammten Konflikt gefunden werden.

Dies wären die ersten direkten Gespräche zwischen Huthi-Rebellen und der Regierung seit mehr als zwei Jahren. Zuvor hatten sich beide Seiten auf eine weitere vertrauensbildende Massnahme geeinigt: Sie wollen hunderte Gefangene austauschen.

Der Chef der zwölfköpfigen Huthi-Delegation, Mohammed Abdelsalam, beteuerte vor der Abreise den Friedenswillen seiner Gruppierung: «Wir werden keine Mühen scheuen, die Verhandlungen zum Erfolg werden zu lassen, den Frieden wiederherzustellen und die Aggression zu beenden.»

Verhandlungen in Genf abgesagt

Eigentlich hätten die Friedensverhandlungen bereits im September in Genf stattfinden sollen. Die Huthi-Rebellen hatten allerdings kurzfristig abgesagt: Sie forderten Garantien für ihre sichere Rückkehr in die Hauptstadt Sanaa sowie die Ausreise schwer verletzter Kämpfer zur medizinischen Behandlung. Diese Bedingung wurde nun erfüllt: Die UNO liess 50 Verletzte in das Nachbarland Oman ausfliegen.

Im Rahmen des durch Griffiths vermittelten Gefangenenaustausches sollen nach Angaben der jemenitischen Regierung 1500 bis 2000 Regierungskämpfer und 1000 bis 1500 Huthi-Rebellen übergeben werden.

Profitieren sollen dadurch auch der frühere Verteidigungsminister Mahmud al-Subaihi, der seit 2014 von den Huthis in Sanaa festgehalten wird, sowie ein Bruder von Jemens Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Der Austausch soll allerdings erst nach Beginn der Stockholmer Gespräche stattfinden.

Zwölf Millionen leiden Hunger

Wie dringlich ein Ende des Bürgerkriegs wäre, zeigen neue Zahlen des UNO-Welternährungsprogramms (WFP). Die Zahl der Hungernden im Jemen sei zuletzt von acht auf zwölf Millionen gestiegen. «Jemen ist kein Land am Rande einer Katastrophe. Es ist ein Land in der Katastrophe», sagte WFP-Chef David Beasley.

Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcock sagte, dass der Jemen auch im kommenden Jahr das Land «mit dem grössten Problem» weltweit sein werde. Rund 24 Millionen Jemeniten – drei Viertel der Bevölkerung – seien 2019 auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Stellvertreterkrieg in Jemen

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Bombeneinschlag in Sanaa
Legende:Rauch über der jemenitischen Hauptstadt SanaaKeystone/Archiv
  • Seit 2014 herrscht in Jemen ein Bürgerkrieg. Nach UNO-Angaben wurden bereits etwa 10'000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten.
  • Nach Einschätzung der UNO handelt es sich um die schwerste humanitäre Krise weltweit.
  • Angeheizt wird der Konflikt dadurch, dass beide Seiten grosse Regionalmächte hinter sich haben.
  • Die Regierung von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi wird vom sunnitischen Saudi-Arabien und einer von Riad angeführten Militärkoalition unterstützt, der schiitische Iran unterstützt die ebenfalls schiitischen Huthi-Rebellen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Bei Konflikten mit arabischen/muslimischen Hintergrund gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Machen lassen, oder militärisch intervenieren. Alles Andere ist nicht nachhaltig. Der fromme Wunsch des "Westens" dort Frieden zu schaffen, basiert nicht auf den Werten, die in dieser Region gültig sind.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Friedensgespräche sind gut. Hoffentlich kann man die Aufständischen auch anhören - bin gespannt auf die Kommunikation der freien westlichen Presse. Ich finde, schleunigst sollten aber alle bestraft werden, die Bomben auf das arme Land abwerfen. Dieselben sollten auch Reparationszahlungen leisten müssen, dass sofort genug Hilfsmittel vor Ort sind und dass der Aufbau einer Infrastruktur finanziert werden kann. Geld hat es ja genug in Saudi- Arabien...
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    1. Antwort von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
      Ja, Herr Mitulla. Wer hat dort am meisten Bomben abgeworfen?: Just, genau der gleiche, welcher behauptet, er habe Kashoggi nicht ermorden lassen. Darum ist er auch unschuldig im Jemen. Demzufolge wird er auch keinen Pfifferling Reparationszahlungen für die verursachten Verluste an Menschenleben und Infrastrukturen leisten.
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