«Das Militär der Vereinigten Staaten hat grössere Kampfoperationen begonnen», sagte US-Präsident Donald Trump am 28. Februar, als er den Krieg gegen den Iran ankündigte.
«Ich habe den Entscheid gefällt, eine militärische Spezialoperation durchzuführen», sagte der russische Präsident Wladimir Putin am 24. Februar 2022, als er den Krieg gegen die Ukraine ankündigte.
«Wir haben diesen Krieg nicht angefangen, wir beenden ihn», so US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vor einigen Tagen.
«Unsere Spezialoperation ist nicht der Beginn eines Kriegs, sondern der Versuch, einen Krieg zu beenden», sagte Putin im letzten Dezember und schon viele Male zuvor.
Spricht da der Kreml oder das Weisse Haus?
Nicht nur rhetorisch sind sich die Trump-Regierung und der Kreml zum Verwechseln ähnlich. Bei ihren Angriffen auf den Iran beziehungsweise auf die Ukraine foutieren sich beide um das Völkerrecht; beide stellen sich als das bedrohte Opfer dar, das zuerst zuschlagen musste.
Wenige Wochen nach seiner Invasion liess Putin die letzten unabhängigen Medien im Land verbieten. Erst gestern Sonntag drohte Trumps Medienaufsichtschef, kriegskritischen Sendern in den USA die Lizenz zu entziehen.
Beide unterschätzten den Gegner
Die Parallelen sagen vieles aus über die Gemeinsamkeiten, die die Republikaner unter Trump und Russland nach zwei Jahrzehnten Putin teilen. Insbesondere Trumps autoritäre Gelüste werden wieder einmal deutlich sichtbar.
Dass die beiden Landesführungen so gleichartig reagieren, entlarvt aber vor allem eines: Sie sind vom Widerstand des Gegners überrascht und überfordert.
Mit jedem Tag des Irankrieges wird klarer, dass Trump den Angriff befohlen hat, ohne weiter zu denken als bis zur ersten Raketensalve. Putin lancierte seine Grossinvasion der Ukraine im Erwarten, die Hauptstadt Kiew innert Tagen einzunehmen.
Trotz Debakel sind weitere Kriege denkbar
Das wirft Fragen zur vermeintlichen militärischen Übermacht Russlands und der USA auf. Die US-Regierung hat im Iran bereits signifikante Waffenreserven aufgebraucht und hat dafür nichts vorzuweisen.
Putins ursprüngliche Invasionsstreitmacht wurde schon längst aufgerieben. Derzeit verliert Russland jeden Monat Tausende Soldaten, um nur um wenige Meter vorzurücken.
Dieser Umstand lässt beide Länder für ihre Gegner schwach und weniger bedrohlich erscheinen. Aber das ist für diese kein Grund, sich sicherer zu fühlen. Denn sowohl Trump als auch Putin haben sich für ihre imperialen Abenteuer entschieden, obwohl die jeweiligen Debakel vorhersehbar waren.
Die beiden starken Männer überschätzen sich und sind unberechenbar. Und sie könnten noch weitere Kriege beginnen.