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Legende: Video Ein Kooperationsnetzwerk soll entstehen abspielen. Laufzeit 00:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.09.2019.
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Leticia-Pakt unterzeichnet Besserer Schutz für den Amazonas

  • Angesichts der Grossbrände im Amazonas-Gebiet sind die betroffenen Länder in Kolumbien zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen.
  • In einer gemeinsamen Erklärung kündigten sie den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks an.
  • Beim Treffen fehlte der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro als Hauptbetroffener.

Zum Auftakt forderte Kolumbiens Präsident Iván Duque am Freitag in der Stadt Leticia, der Schutz der Region müsse unbedingt verbessert werden. «Dies ist entscheidend für das Überleben unseres Planeten.»

Die Wichtigkeit des Amazonas-Gebietes

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Der Amazonas-Regenwald gilt als grüne Lunge der Welt und ist für den globalen Klimaschutz von hoher Bedeutung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Fünftel des weltweiten Sauerstoffs über das riesige Amazonas-Waldgebiet in die Atmosphäre gelangt. Die Regenwälder sorgen ausserdem für saubere Luft, weil sie giftige Stoffe herausfiltern. Zudem pumpt der Amazonas-Regenwald laut der Organisation «Amazon Watch» täglich bis zu 20 Milliarden Tonnen Wasser in die Atmosphäre.

Die Teilnehmer erörterten unter anderem die Schaffung einer Satelliten-Überwachung, mit der Waldbrände frühzeitig entdeckt werden können. «Wir sind hier, um unsere Massnahmen zu koordinieren, um Hand in Hand zu arbeiten, um unseren Amazonas zu schützen», so Duque weiter.

Gemeinsam gegen illegale Abholzungen

In einer gemeinsamen Erklärung kündigten sie den Aufbau eines Kooperationsnetzwerks an, über das unter anderem Wetterdaten sowie Informationen über illegale Abholzungen und illegale Minen ausgetauscht werden sollen.

Der «Leticia-Pakt für den Amazonas» wurde von sieben Ländern unterzeichnet: An dem Treffen nahmen die Präsidenten der Amazonas-Länder Kolumbien, Peru, Ecuador und Bolivien teil. Aus Surinam kam der Vize-Präsident; Guyana schickte seinen Umweltminister. Brasilien, zu dem der grösste Teil der Amazonas-Wälder zählt, war mit Aussenminister Ernesto Araújo präsent.

Indigene Völker.
Legende: Am Treffen nahmen auch indigene Völker teil. Keystone

Brasiliens Staatschef Bolsonaro hatte seine Teilnahme aus medizinischen Gründen abgesagt. Er soll am Sonntag operiert werden. Per Videoschaltung forderte er von seinen Amtskollegen aber Widerstand gegen Versuche, den Schutz des Regenwaldes zu internationalisieren: «Wir müssen eine starke Position einnehmen und unsere Souveränität verteidigen, so dass jedes Land die beste Politik für die Amazonas-Region entwickeln kann.»

Im grössten Tropenwald der Welt, der für das globale Klima eine entscheidende Rolle spielt, wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Der Rechtsaussenpolitiker und Klimaskeptiker Bolsonaro ergriff nur widerwillig Gegenmassnahmen und steht deshalb international in der Kritik.

Quelle: WWF, Goethe Institut, 23.08.1917-20%20%Wasserspeicher der ErdeWichtiger AmazonasO₂ Produzent der ErdeBiodiversitätder Erde Fläche des Regenwaldes≈ Fläche von AustralienDer Amazonas hat 4x mehr Bewohnerals die SchweizAmazonasAmazonasAmazonas10%
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18 Kommentare

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  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Die Bäume produzieren Sauerstoff, weltweit wird wahnsinnig viel abgeholzt und gerodet; nicht nur im Amazonas-Gebiet. Dabei entsteht das giftige Kohlenstoffmonoxid, Dürren und Überschwemmungen sind die Folgen. Die Erde wird unfruchtbar und die Menscen müssen weiter ziehen. Hat alles nichts mit CO 2 Steuer und Klimaerwärmung zu tun. Es müsste ein weltweites Gremium geschaffen werden, welches die Aufforstung im Fokus hätte mit Fördergeldern, Forschung, Sanktionen, usw.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Rindfleisch aus Südamerika gilt als Qualitätsfleisch. Doch das stimmt längst nicht mehr. Durch Brandrodung, Bulldozer und Kettensägen wurde allein in Brasilien mehr als die Fläche von Deutschland und Portugal zusammen für Rinderweiden dem Erdboden gleich gemacht. Auf den Farmen wurden die Kontrolleure selbst Zeuge, wie Kälber im Gesicht gebrandmarkt wurden und routinemäßig Elektroschocker beim Verladen auf Transporter und im Schlachthaus zum Einsatz kommen. Je mehr Export umso mehr Tierleid.
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Für Fleischexport brennt Regenwald. In Brasilien wüten verheerende Waldbrände. Viele wurden gelegt, um Platz für Soja-Äcker und Weiden zu schaffen. Bolsonaro fördert die Plünderung Amazoniens. Trotzdem hält die EU an einem Freihandelsabkommen fest. Unverantwortlich und beschämend! Das Ziel: Noch mehr Rindfleisch u. Soja für Europa. Das Ergebnis: Amazonien brennt! Auf EU-Seiten freuen sich Autobauer und Chemiekonzerne über den Handelsdeal. Ist uns der Regenwald und das Klima nicht mehr wert?
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