Zum Inhalt springen

Header

Audio
Premier unter Druck: Neue Einreise-Regeln in Grossbritannien
Aus HeuteMorgen vom 08.06.2020.
abspielen. Laufzeit 00:00 Minuten.
Inhalt

Londons neue Einreise-Regeln Johnson verhängt quasi ein Einreiseverbot

  • Seit Tagen lockert die britische Regierung die Corona-Schutzmassnahmen. Viele Läden, Schulen und Fitnesscenter sind wieder offen.
  • Doch an den Grenzen werden ab heute massive Hürden aufgestellt.

Wer nach Grossbritannien einreist, muss jetzt für vierzehn Tage in Quarantäne. Wer die neue Vorschrift verletze, werde «gefunden und bestraft», drohte kürzlich ein britischer Staatssekretär.

Saftige Bussen drohen

Die Einhaltung der Quarantäne wird von den Behörden kontrolliert. Zuwiderhandlungen werden mit Bussen bis zu umgerechnet 1500 Franken geahndet. Die britische Innenministerin Priti Patel sagte, die Position der Regierung sei klar. Nach wie vor seien nur notwendige Reisen erlaubt. Damit solle verhindert werden, dass Coronavirus-Infektionen von aussen eingeschleppt würden und eine zweite Ausbruchswelle auslösten.

Ausgenommen sind unter anderem Fernfahrer, Speditions-Mitarbeiter, Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, medizinisches Personal sowie Reisende aus Irland und den Kanalinseln.

Fluggesellschaften warnen

Anders als die meisten Staaten Festland-Europas hatte Grossbritannien seine Grenzen mitten in der Coronakrise im März nicht geschlossen. Umso überraschender ist für viele jetzt diese neue Quarantäneregelung.

Der Verband der britischen Fluggesellschaften hatte bereits vor Wochen vor einer solchen Massnahme gewarnt.

Eine Quarantänepflicht mache eine bereits schwierige Situation noch schlimmer für die britische Luftfahrtbranche und die Tourismusindustrie, hiess es in einem offenen Brief an Premierminister Boris Johnson. Faktisch komme die Massnahme einer Schliessung der Grenzen gleich, die Geschäftsreisen und Ferien sowohl für Ausländer wie Britinnen und Briten mehr oder weniger verunmögliche.

Leere Abflughalle.
Legende: Die britischen Flughäfen werden wohl noch länger leer bleiben. Wer will schon zwei Wochen in Quarantäne, bevor er die Ferien beginnen kann? Keystone

Premier beruft sich auf Wissenschaft

Boris Johnson hält dagegen: Die Regierung folge mit dieser Massnahme lediglich dem Rat der Wissenschaft.

Interessant ist jedoch, dass in den vergangenen Tagen gerade viele namhafte britische Wissenschaftler die Zweckmässigkeit dieser Quarantäneregelung infrage gestellt haben.

Auch Briten sollen 14 Tage in Quarantäne – falls sie von einem staatlichen Contact-Tracer dazu aufgefordert werden

SRF 4 News, Heute Morgen vom 8.6.2020, 06.00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

31 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Adrian Zuckermann  (azu)
    Bei harten Regeln gilt; Die Wahrheit liest man auf der Listen mit den Ausnahmen =) ..."Ausgenommen sind unter anderem Fernfahrer, Speditions-Mitarbeiter, Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, medizinisches Personal..." kein Kommentar!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Müller  (PeRoMu)
    Hauptsache Johnson-Bashing! B. Johnson kann machen, was er will. Seine politischen Gegner in der EU und hierzulande werfen ihm alles Mögliche und Unmögliche vor. Bin gespannt, wann er von den hiesigen Johnson-Hassern für das Abschmelzen der Gletscher verantwortlich gemacht wird ...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Samuel Herrmann  (Samuel Herrmann)
      Die Einreisesperre erweckt den Eindruck, dass so kein Corona eingeschleppt wird. Tatsächlich sind aber viele EU-Staaten inzwischen praktisch Corona-frei. Diese Massnahme hätte vor ein bis zwei Monaten Sinn gemacht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Spielmann  (spielmann-psy)
    "Wir müssen alles tun, einen 2. Lockdown zu verhindern", waren sich Meinungsmacher einig. Wirklich? Das hiesse bei den Einreisen in die Schweiz einen Mittelweg zu finden: Wer aus relativ sicheren Nachbarländern in die Schweiz einreist, Gäste und Schweizer, benötigt einen negativen Virentest neuesten Datums. Wer aus Hochrisikoländern einreisen will (USA, Schweden, Brasilien) geht 2 Wochen in selbst bezahlte Quarantäne. Personen mit Wohnsitz in der Schweiz können sich zu Hause selbst isolieren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen