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Mediziner entwarnt Geringes Risiko für Corona-Infektion über Augen

  • Es besteht nur ein geringes Risiko für eine Corona-Infektion über die Augen. Das sagte Clemens Lange vom deutschen Universitätsklinikum Freiburg.
  • Reibt man sich aber beispielsweise die Augen mit Corona-kontaminierten Händen, dann «wäre eine Übertragung auf die Nasenschleimhaut oder die Atemwege denkbar», so der Mediziner.
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Aus dem Archiv: Sinkt das Corona-Infektionsrisiko durch Lüften?
Aus Puls vom 17.08.2020.
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Es gibt im Kopf Verbindungen zwischen den Augen und der Nase wie etwa Tränenwege. Bei derzeitiger Studienlage «weist jedoch nichts darauf hin, dass wir die Augen als bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus betrachten müssen», stellte Lange auf dem Jahreskongress der Deutschen Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) fest. Dort diskutierten die Teilnehmer in diesem Jahr online über diverse Aspekte der Augenmedizin.

Es weist nichts darauf hin, dass wir die Augen als bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus betrachten müssen.
Autor: Clemens LangeUniversitätsklinikum Freiburg

Einige Studien postulieren Lange zufolge, dass eine Ansteckung über die Bindehaut möglich ist. Es sei jedoch noch nicht eindeutig geklärt, ob die Zellen der Augenoberfläche genügend Eintrittspforten hätten. In keiner der Proben von 46 untersuchten Menschen seien relevante Mengen der für Corona wichtigen Rezeptoren ACE-2 oder TMPRSS2 in der Bindehaut festgestellt worden, sagte Lange, der an dieser Studie beteiligt war.

Höheres Risiko durch Aerosole aus Atemwegen

Eine Übertragung über die Tränenflüssigkeit ist Lange zufolge ebenfalls eher unwahrscheinlich. «Der regelmässige Lidschlag des Auges sowie die geringe Augenoberfläche dürften verhindern, dass ausreichend Viren ins Auge gelangen können.» Auch enthalte der Tränenfilm von Corona-Infizierten nur sehr selten Virenerbgut.

Der regelmässige Lidschlag des Auges sowie die geringe Augenoberfläche dürften verhindern, dass ausreichend Viren ins Auge gelangen können.
Autor: Clemens LangeUniversitätsklinikum Freiburg

Lange schliesst eine Übertragung des Coronavirus über die Augen aber keinesfalls aus. Selbst bei augenärztlichen Untersuchungen dürfte jedoch von Aerosolen aus den Atemwegen infizierter Menschen ein deutlich höheres Infektionsrisiko für die Mediziner ausgehen als von Tränenfilm und Augenoberfläche der Patienten.

Eine Frau posiert mit einem Schutzvisier aus Plexiglas vor den Augen.
Legende: Wer möglichst kein Risiko eingehen möchte: Ein Schutzvisier aus Plexiglas schützt auch den Augenbereich. Keystone

«Obwohl wir derzeit eher keine Infektion über das Auge befürchten müssen, sind weitere Untersuchungen notwendig, um Aufschluss über die tatsächliche Infektiosität und mögliche Orte der Virusvermehrung zu erhalten», mahnte DOG-Präsident Hans Hoerauf von der Universitätsmedizin Göttingen. Klinikpersonal sei trotz des offenbar geringen Risikos dringend zu raten, bei bestimmten intensivmedizinischen Arbeiten mit Coronapatienten die Augen durch eine Brille oder ein Schutzvisier zu schützen.

SRF 4 News, 14 Uhr, 09.10.2020;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    "Es weist nichts darauf hin, dass wir die Augen als bedeutsame Eintritts- oder Austrittspforte des Virus betrachten müssen."

    "Selbst bei augenärztlichen Untersuchungen dürfte jedoch von Aerosolen aus den Atemwegen infizierter Menschen ein deutlich höheres Infektionsrisiko für die Mediziner ausgehen als von Tränenfilm und Augenoberfläche der Patienten."

    CDC: "The epidemiology of SARS-CoV-2 indicates that most infections are spread through close contact, not airborne transmission"
  • Kommentar von Achim Frill  (Africola)
    Ja klar, "geringes Risiko". Und dann wird medial wieder so lange eingefeuert, bis aus dem "geringen Risiko" ein "doch gefährlicher als angenommen" wird. Dann gibts Schutzbrillen- u. Gesichtsschildzwang, man kennt ja die Überraktionen so langsam. Was kommt als nächstes? Vielleicht noch Gefahr über die Ohren? Mit Gehörschutzzwang? Dann laufen wir bald alle rum wie die Vollpfosten. Was fällt denen wohl noch so alles ein?Ich glaub, ich bin im falschen Film, echt.
    1. Antwort von Lucius Miller  (Lucius)
      Am besten gleich einen Schutzanzug oder Ganzkörperkondom.
  • Kommentar von Alfons Bauer  (frustriert)
    Mag sein, dass eine Infektion über die Augen eher unwahrscheinlich ist, aber wenn ein*e Infizierte*r einem voller Wucht in Richtung Gesicht niest, wird's wohl doch passieren. Deswegen: Maske auch über der Nase tragen, nicht nur über dem Mund. Damit meine ich die infizierte Person.
    1. Antwort von Christa Wüstner  (Saleve2)
      Die Maske gehört in jedem Fall über Mund und Nase......dann erst vielleicht noch eine Brille und was vergessen wurde, Ohrenschützer. Ist auch eine Öffnung ins Kopfinnere.
    2. Antwort von Achim Frill  (Africola)
      Herr Bauer, mir hat in meinem ganzen Leben noch nie einer "mit voller Wucht ins Gesicht geniest". Wer tut sowas?