Zum Inhalt springen

Header

Audio
Die UNO spricht vom blutigsten Tag seit dem Militärputsch
Aus HeuteMorgen vom 04.03.2021.
abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
Inhalt

Militärputsch in Burma Sonderbeauftragte für Burma: «Blutigster Tag seit Machtübernahme»

Die UNO-Sonderbeauftragte für Burma – offiziell Myanmar genannt – die Bernerin Christine Schraner Burgener, spricht von 38 Getöteten an einem Tag.

Die Gewalt gegen Demonstrantinnen und Demonstranten in Burma – offiziell Myanmar genannt – hat eine neue Stufe erreicht. Die UNO bezeichnet den gestrigen Tag als den schwärzesten seit dem Militärputsch am 1. Februar. Die UNO-Sonderbeauftragte Christine Schraner Burgener nennt mehrere Gründe dafür: «Polizisten haben offenkundig unbewaffnete freiwillige medizinische Helfer zusammengeschlagen.»

Christine Schraner Burgener

Christine Schraner Burgener

Sonderbeauftragte für Burma

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Die Juristin war 2009 bis 2015 Botschafterin in Bangkok. Ihr Mann, ebenfalls Diplomat, baute gleichzeitig die Schweizer Botschaft in Burma auf. Von August 2015 bis Mai 2018 war Schraner Burgener Botschafterin in Deutschland – die erste Frau auf diesem Posten. Im April 2018 hat die UNO die Bernerin zur Sonderbeauftragten in Burma berufen.

Und: «Ein Kundgebungsteilnehmer wurde aus kaum einem Meter Distanz erschossen, obschon er sich zuvor nicht dagegen gewehrt hatte, abgeführt zu werden.» Die Sicherheitskräfte setzten inzwischen scharfe Munition ein.

Ein Kundgebungsteilnehmer wurde aus kaum einem Meter Distanz erschossen, obschon er sich zuvor nicht dagegen gewehrt hatte, abgeführt zu werden.
Autor: Christine Schraner BurgenerUNO-Sonderbeauftragte
Christine Schraner Burgener trägt halblanges, braunes Haar und posiert hier 2015 als Botschafterin in Berlin
Legende: Es war der bisher blutigste Tag seit dem Putsch der Militärs, beklagte Christine Schraner Burgener auf einer Videopressekonferenz am UNO-Sitz in New York. Nach ihren Informationen starben 38 Menschen, als Sicherheitskräfte das Feuer auf Gegner der Junta eröffneten. Keystone/Archiv

Die UNO-Sonderbeauftragte erhält zurzeit täglich um die 2000 Nachrichten und unzählige Videobotschaften aus dem Land. Sie steht in Kontakt mit gewählten, aber abgesetzten Parlamentariern. Burmesinnen und Burmesen seien verzweifelt. «Sie hoffen inständig darauf, dass die internationale Gemeinschaft etwas unternimmt.»

Deeskalation trotzdem möglich

Schraner Burgener, die am Freitag dem UNO-Sicherheitsrat in einer nicht-öffentlichen Sitzung rapportieren soll, hält trotz allem eine Deeskalation für möglich.

Voraussetzung sei massiver Druck möglichst aller UNO-Mitgliedsländer auf das Regime: «Alle denkbaren Mittel sind einzusetzen, um eine Rückkehr zum demokratischen Prozess zu erzwingen.»

Denn noch foutiere sich die Junta um jegliches Einlenken. Als sie gegenüber Regimevertretern vor drohenden Sanktionen warnte, erhielt sie die saloppe Antwort: «Wir sind an Sanktionen gewöhnt und haben sie in der Vergangenheit stets überlebt.»

HeuteMorgen, 04.03.2021, 06:00 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Nach dem Tod von Demonstranten verdammen UN, EU und die USA die Gewalt des Militärs in Myanmar. Alle denkbaren Mittel sind einzusetzen, um eine Rückkehr zum demokratischen Prozess zu erzwingen. Es ist mir ein Rätsel was die die internationale Gemeinschaft gegen diese brutale Junta unternehmen könnte. Viele unschuldige Zivilisten die für die Demokratie kämpfen werden getötet. Drohenden Sanktionen werden kaum Wirkung haben.
  • Kommentar von August Schläpfer  (Tsugua)
    Es ist erschreckend was in Myanmar (auch immer noch Burma genannt) geschieht.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Das Land wurde seinerzeit widerrechtlich vom Militär umbenannt.
    2. Antwort von August Schläpfer  (Tsugua)
      Ich behaupte, dass ein grosser Teil der Einwohner von Myanmar, die sich aus 135 ethnischen Gruppen zusammen setzen, den Namen Myanmar dem Namen Burma, der ein Überbleibsel aus der Britishen Kolonialherrschaft ist, vorzieht. Der Hinweis von Albert Planta, dass das Land widerrechtlich umbenannt wurde, scheint gefliessentlich zu übersehen, das der Name Burma unangenehme Erinnerungen an die Zeit des Kolonialismus wachruft.
  • Kommentar von Michel Koller  (Mica)
    Die Weltgemeinschaft hat keinerlei Zähne, womit sie irgendjemanden zu irgendetwas bewegen könnte. Einzig militärisch potente Länder könnten eine Veränderung erzwingen.