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Legende: Audio Strasse von Hormus: London nimmt an der US-Mission teil abspielen. Laufzeit 01:14 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 06.08.2019.
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Mission im Persischen Golf Grossbritannien als Juniorpartner der USA

Grossbritannien schliesst sich mit seiner Marine im Persischen Golf den USA an. Ziel ist es, zivile Schiffe vor iranischen Übergriffen zu schützen. Mit Londons Entscheidung dürfte die ursprüngliche Idee einer rein europäischen Schutzmission vom Tisch sein.

Ursprünglich wollten die Briten, dass europäische Länder mit ihren Kriegsschiffen in der Strasse von Hormus und im Persischen Golf zivile Schiffe schützen. Der Plan war ausdrücklich als Schutzmission definiert und in klarer Abgrenzung zur US-Politik des maximalen Drucks auf den Iran ausgelegt. Das war, als in London noch Premierministerin Theresa May regierte.

Neue Politik mit Premier Johnson

Mays Nachfolger Boris Johnson hat aber andere Vorstellungen: Er wollte zunächst eine britische Schutzmission mit starker Unterstützung der USA. Aufgrund der Kräfteverhältnisse erwies sich dies alsbald als völlig realitätsfern. Zumal die Briten nicht imstande sind, mehr als zwei Fregatten für die Mission zu stellen.

Deshalb schliessen sie sich nun eher kleinlaut als Juniorpartner einer US-geführten Mission an. Die Idee einer europäischen Operation – ohne die USA – dürfte damit gestorben sein, da mit Grossbritannien der neben Frankreich potenteste Partner ausfällt.

Mehr als blosse Schutzmission?

Die US-Mission, an der London nun teilnimmt, steht hingegen von Anfang an unter dem Verdacht, dass es um mehr geht, als bloss um den Schutz ziviler Schiffe – nämlich um den Aufbau einer militärischen Anti-Iran-Allianz. Da mag die Regierung in London noch so beteuern, man wolle am Atomabkommen mit dem Iran festhalten.

Auf jeden Fall wird man in Teheran die amerikanisch-britische Operation als feindseligen Akt werten. Und genau deswegen dürften die meisten europäischen Länder zögern, Kriegsschiffe unter Washingtons Kommando zu stellen. Manche von ihnen lehnen dieses Ansinnen ohnehin von vornherein rundweg ab.

Zweifelhaft ist, ob mit dem Hin und Her dem eigentlichen Ziel – Handelsschiffe vor iranischen Übergriffen zu schützen, ohne gleichzeitig die Kriegsgefahr zu erhöhen – gedient ist.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Diese "Schutzmission" ist eine weitere Provokation und nichts als die Folge bisheriger Provokation. Will man wieder mal versuchen einen Krieg auszulösen, aber so, als erscheinen die Anderen als die "bösen" Agressoren? Die westliche Welt macht sich mit ihrem infantilen und debilen Vorgehen nur noch lächerlich. Dass die deutschen Grünen eine Teilnahme Deutschlands an dieser "Schutzaktion" genannte Provokation befürworten sagt leider viel über den geistigen Zustand des Westen.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Nicht gerade eine Friedensallianz. USA&UK kennzeichnen sich durch eine lange Geschichte militärischer Überlegenheits-Neurose aus. Wäre wirklich von Nöten gleich schwergewichtige Deeskalierungs-Teams mit gleichem Budget in die Welt zu senden?
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  • Kommentar von Alex Kramer  (Kaspar)
    England war seit 1941 schon immer der grösste Flugzeugträger der USA. Wenn die Royal Navy kein ausreichend grosses Schiff stellen kann, auf dem man einen Internationalen Stab unterbringen kann, hilft die US Navy gerne aus. Dann muss man auch nicht umziehen...so praktisch.
    Wer Sarkasmus findet, kann ihn behalten.
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