Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Iran setzt erneut ein ausländisches Schiff fest abspielen. Laufzeit 00:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.08.2019.
Inhalt

Persischer Golf Iran setzt Öltanker aus dem Irak fest

  • Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben ein weiteres Schiff im Persischen Golf beschlagnahmt.
  • Ein Sprecher der IRGC-Marine sagte der Nachrichtenagentur Fars am Sonntag, dass das Schiff Öl in die arabischen Golfstaaten schmuggeln sollte.
  • Das festgesetzte Schiff stammt nach offiziellen Angaben aus dem Irak – was von diesem Land allerdings bestritten wird.

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA handelt es sich um den irakischen Tanker «Hita», der 700'000 LIter illegales Dieselöl an Bord hatte. Zunächst war unklar, unter welcher Flagge der Öl-Tanker fuhr. Der Irak streitet allerdings jegliche Verbindung ab. Mit Schiffen dieser geringen Grösse habe das Land nichts zu tun, teilte das irakische Ölministerium am späten Abend mit.

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten den Tanker am Mittwochabend vor der Insel Farsi in der Buschehr Provinz gestoppt und die sieben Besatzungsmitglieder verhaftet. Der Kraftstoff an Bord sollte in die arabischen Golfstaaten geschmuggelt werden. Die IRGC-Truppen im Persischen Golf werden öfter auch für Operationen gegen Öl- und Dieselschmuggel in Booten und Schiffen eingesetzt.

Mitten in heisser Phase

Der Vorfall fällt mitten in die Debatte um einen Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Persischen Golf. Am 19. Juli hatten die iranischen Revolutionsgarden in der Strasse von Hormus den britischen Öltanker «Stena Impero» gestoppt, weil er angeblich gegen Regeln der Seefahrt verstossen habe. Zuvor hatte Grossbritannien am 4. Juli in Gibraltar den mit iranischem Öl beladenen Tanker «Grace1» festgesetzt, weil er gegen EU-Sanktionen zum Syrienboykott verstosse.

Nicht der erste Vorfall

Mitte Juli hatte es zudem einen Vorfall gegeben, der dem jüngsten ähnelt. Die Revolutionsgarden setzten nach eigenen Angaben einen Ölschmuggel-Tanker fest und verhafteten die sieben Mann Besatzung.

Ein iranisches Video dazu zeigte den Öltanker «Riah», dessen Signal zuvor plötzlich verschwunden war. Doch bis heute ist unklar, wem der mit 68 Metern Länge relativ kleine Öltanker gehört. Die «Riah» fuhr unter der Flagge Panamas. Die als Eigner auf Websites geführte Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärte aber, das Schiff weiterverkauft zu haben. Der neue Eigner ist unbekannt.

Karte Persischer Golf
Legende: Das Schiff wurde in der Nähe der Insel Farsi beschlagnahmt und in den Hafen der Stadt Buschehr gebracht. SRF

Wichtigste Passage für Öltransporte

Durch diese Meerenge, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet, geht rund ein Fünftel aller Öltransporte weltweit. Sie ist eine der wichtigsten Passagen überhaupt.

Die USA wollen wegen der Festsetzung von Tankern und mehrerer Angriffe auf Schiffe, für die sie den Iran verantwortlich machen, eine Allianz zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Persischen Golf schmieden. US-Aussenminister Mike Pompeo sagte in Sydney, er sei «sehr zuversichtlich», dass ein solcher internationaler Marineeinsatz zustande komme.

Grossbritannien unterstützt dies, will aber auch einen europäischen Einsatz. Während Frankreich, Italien und Dänemark ihrer Unterstützung signalisiert haben, hat die Bundesregierung Deutschlands keine einheitliche Linie, ob sie sich beteiligen soll.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Woher kommt die Ladung wirklich, wem gehört der Tanker und wem gehört die Ladung. Welcher Empfänger wird nun die Ladung vermissen? Und warum soll da geschmuggelt worden sein, sowie wer ist der Geschädigte des vorliegenden Schmuggels, also wem entgeht da was? Da ist eigentlich auffallend sehr wenig wirklich bekannt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christian Szabo  (C. Szabo)
    Wenn man sich bewusst ist, welche Nationen von irakischem Öl am meisten profitieren, ist die Aktion des Irans logisch. Denn der Irak oder seine Bevölkerung ist am geringsten am Profit des eigenen Reichtums beteiligt. Den schöpfen die USA, GB und gewisse Partner ab aus dem arabischen Raum ab. Denn Krieg und Ausbeutung lohnt sich für gewisse Kreise allemal.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Albert Friedery  (A. Friedery)
    Vielleicht also doch Schmuggel...

    Das riecht tatsächlich nach Gaunerei: "... Die als Eigner auf Websites geführte Firma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten erklärte aber, das Schiff weiterverkauft zu haben. Der neue Eigner ist unbekannt...". Dies alles hat aber scheinbar keine Relevanz da der Iran per Trump's Dekret grundsätzlich immer im Unrecht ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen