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Mission Weihnachten retten Grossbritannien stellt Visa für Tausende Lastwagenfahrer aus

  • Mit Tausenden Arbeitsvisa für ausländische Lastwagenfahrer will die britische Regierung doch noch das Weihnachtsfest retten.
  • Wie das Verkehrsministerium in London in der Nacht zum Sonntag ankündigte, sollen von Oktober an und bis Heiligabend insgesamt 10'500 Spezialisten ins Land geholt werden.
  • Damit will die Regierung Lebensmittel-Lieferengpässen begegnen. Diese sind nicht nur, aber auch auf verschärfte Einreiseregeln seit dem Brexit zurückzuführen.
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Archiv: Visa-Erleichterungen für LKW-Fahrer in Grossbritannien
Aus Tagesschau vom 25.09.2021.
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    Unter den 10'500 Spezialkräften sind 5000 Lastwagenfahrer und 5500 Facharbeiter für die Geflügelverarbeitung. Verkehrsminister Grant Shapps sagte, die Ausnahmegenehmigung solle «sicherstellen, dass die Vorbereitungen für die Weihnachtszeit im Plan bleiben».

    Seit Wochen leidet die britische Wirtschaft unter erheblichen Lieferproblemen – denn dem Land fehlen bis zu 100'000 Lastwagenfahrer. Ein Grund dafür sind die schärferen Einwanderungsregeln seit dem Brexit.

Die Lieferprobleme hatten die Sorge geweckt, dass Lebensmittel für das Weihnachtsessen und Spielzeuge als Geschenke knapp werden könnten. Den Ausschlag für die Kehrtwende der Regierung, die bis vor kurzem noch Visaausnahmen für Ausländer abgelehnt hatte, brachten offensichtlich Bilder von langen Schlangen an Tankstellen. Wegen der Lieferprobleme hatten Energiekonzerne Dutzende Tankstellen nicht mit Benzin und Diesel beliefern können.

Wirtschaftsvertreter fordern mehr LKW-Fahrer

Vertreter der Logistikbranche sowie der Nahrungsmittelindustrie begrüssten die Regierungspläne. Zugleich machten sie deutlich, dass die insgesamt 10 500 Fachkräfte nicht ausreichten. Allein die Supermärkte benötigten mindestens 15'000 Lkw-Fahrer, damit die Geschäfte vor Weihnachten mit voller Kapazität arbeiten und Störungen oder Lieferprobleme vermieden werden, sagte Andrew Opie vom Einzelhandelsverband British Retail Consortium.

Auch die Präsidentin der Britischen Handelskammer, Ruby McGregor-Smith, kritisierte, die Massnahmen reichten bei weitem nicht aus. «Das ist, als ob man ein Lagerfeuer mit einem Fingerhut Wasser löschen will», sagte sie.

Verkehrsministerium pocht auf Massnahmenpaket

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Im Widerspruch zu den Forderungen der Wirtschaftsvertreter betonte das britische Verkehrsministerium, dass der Import von Arbeitskräften keine nachhaltige Lösung des Problems darstelle. Helfen soll vielmehr ein Massnahmenpaket.

So ist vorgesehen, dass Fahrlehrer der Armee dabei helfen, den enormen Rückstau an Fahrprüfungen aufzuarbeiten, der auch durch die Corona-Pandemie entstanden ist. Zudem werden rund eine Million Briefe an ehemalige Lastwagenfahrer verschickt, um sie von einer Rückkehr in den Beruf zu überzeugen. Geworben werden soll mit höheren Löhnen, fixen Arbeitszeiten und besseren Arbeitsbedingungen. Auch kostenlose Umschulungen werden angeboten. Insgesamt sollen 50'000 Fahrprüfungen pro Jahr zusätzlich möglich werden.

Während Wirtschaftsvertreter einräumen, dass der Brexit ein Grund für die angespannte Lage ist, weist die Regierung einen Zusammenhang zurück. Die Pandemie habe die Situation verschärft, sagte Minister Shapps. Zuvor habe es in Grossbritannien allerdings bereits Probleme gegeben. Shapps nannte eine alternde Belegschaft, niedrige Löhne und schlechte Bedingungen auf Autohöfen.

SRF 4 News, 25.09.2021, 22.30 Uhr;

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Norbert Zeiner  (ZeN)
    Natürlich haben solche Presse-Agenturberichte Topnews Charakter auch hier beim SRF in ferner CH, gilt es doch schliesslich um Narrativ der nur negativen Folgen von Austritt aus EU mit Brexit zu füttern, nicht dass noch andere auch auf Geschmack kommen könnten. Nie auch nur ein Wort wenn irgendwo in EU wieder mal was nicht klappt.
    1. Antwort von Peter Meier  (peme)
      Herr Zeiner, es geht um GBR und um die halb-leeren Regale, das Autoschlangen vor Tankstellen... wenn das in anderen westlichen Länder passiert, wird das auch in den Medien erwähnt... warum darf man das nun bei GBR nicht melden?
    2. Antwort von Simon Reber  (kokolorix)
      Tatsächlich. Es geht hier um die direkten Folgen des Brexit. Sogar ihnen, als offensichtlichem Befürworter des Isolationismus, ist das aufgefallen.
      Auf jeden Fall ist das während der Jahrzehnten, als GB Mitglied der EG und dann der EU war, nie vorgekommen.
      Könnte es nicht sein, dass die verachteten Ausländer doch mehr tun, als uns Jobs wegnehmen und unsere Sozialsysteme belasten?
    3. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Es wäre interessant zu wissen, wie sie die Versorgungsengpässe in GB erklären. Dies scheint es in der Form in den andern europäischen Länder nicht zu geben.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Seit dem Austritt jede Woche 350 Millionen Pfund eingespart und trotzdem nichts auf die Reihe bekommen. Echt jetzt?
  • Kommentar von Peter Meier  (peme)
    Gratuliere GB noch zum Brexit.... wenn jetzt was schief läuft, kann man das nicht mehr der EU in die Schuhe schieben....