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Nach dem Besuch von Trump Joe Biden trifft in Kenosha Familie von Jacob Blake

Der demokratische US Präsidentschaftskandidat Biden hat dabei ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus in den USA versprochen.

  • Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat bei seinem Besuch in Kenosha nach dem Treffen mit der Familie von Jacob Blake ein konsequentes Vorgehen gegen Rassismus in den USA versprochen.
  • «Der tief sitzende Rassismus ist institutionalisiert in den USA, er existiert immer noch, schon seit 400 Jahren», sagte Biden. Jetzt sei die Chance, dagegen anzugehen.
  • Zwei Tage vor Biden hatte US-Präsident Donald Trump die Stadt besucht, jedoch nicht die Familie von Jacob Blake getroffen.
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Aus dem Archiv: Die offizielle Nominierung von Joe Biden
Aus Tagesschau vom 19.08.2020.
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Joe Biden versprach bei seinem Besuch in der Stadt im Bundesstaat Wisconsin, die «Ursünde» Amerikas anzugehen: «Es ist die Ursünde der Sklaverei und all ihre Überreste.» Das Land sei bereit dafür, zeigte sich Biden überzeugt. Und wenn nicht, sei das etwas, wofür es sich zu kämpfen lohne, selbst wenn man verlieren sollte.

Widerspruch zu Donald Trump

Donald Trump hatte sich zuvor bei seinem Besuch mit Vertretern von Sicherheitskräften getroffen und die Krawalle verurteilt, bei denen Gebäude und Autos brannten. Er hatte die Ereignisse als anti-amerikanisch und inländischen Terrorismus bezeichnet. Auf das Vorgehen der Polizei als Ausgangspunkt der Proteste ging er nicht ein. Auf Anfrage eines Reporters sagte Trump auch, dass es in den USA aus seiner Sicht keinen systematischen Rassismus gebe.

Die Schüsse auf Jacob Blake – und die Folgen

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Jacob Blake.
Legende: Jacob Blake in einem Foto von 2019 mit seiner Cousine.

Die Proteste in Kenosha, die zum Teil von Ausschreitungen begleitet wurden, waren von sieben Schüssen in den Rücken eines schwarzen Amerikaners bei einem Polizeieinsatz ausgelöst worden. Der 29-jährige Familienvater Jacob Blake überlebte schwer verletzt.

Blake ist nach den Schüssen, die seine Wirbelsäule verletzten, von der Hüfte abwärts gelähmt. Auf dem Video eines Augenzeugen war zu sehen, wie Blake bei dem Polizeieinsatz um ein Auto geht, während ihm zwei Polizisten mit gezogenen Waffen folgen. Eine davon ist auf seinen Rücken gerichtet. Nachdem Blake die Fahrertür öffnet und sich hineinbeugt, ist zu sehen, wie einer der Polizisten ihn am Shirt packt und siebenmal schiesst.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Wisconsin, die in dem Fall ermittelt, wurde im Auto auf dem Boden der Fahrerseite ein Messer gefunden. Die Ermittler machten bisher aber keine weiteren Angaben dazu, ob das Messer eine Rolle in dem Geschehen spielte. Die Polizisten hätten zuvor versucht, Blake mit einem Elektroschocker zu betäuben, das sei aber misslungen, hiess es.

Justizminister William Barr hatte am Mittwoch in einem TV-Interview – ohne weitere Details zu erwähnen – gesagt, Blake sei dabei gewesen, eine Straftat zu begehen und sei bewaffnet gewesen. Auf dem Video ist keine Waffe in seiner Hand zu erkennen, solange er zu sehen ist.

Vor dem Auftritt in Kenosha traf sich Biden mit Blakes Familie. Das Gespräch mit seinem Vater und Schwestern dauerte nach Angaben von deren Anwalt rund eineinhalb Stunden. Auch Blake habe sich aus dem Krankenhaus zugeschaltet, sagte Biden. «Er sprach davon, wie er sich durch nichts besiegen lassen wird. Wie er nicht aufgeben wird, egal, ob er wieder laufen kann oder nicht.»

Biden sagte vor der Reise nach Kenosha, der Polizist, der auf Blake geschossen habe, sollte seiner Ansicht nach angeklagt werden – auch wenn letztlich die Ermittlungen ihren Weg gehen müssten.

SRF4 News, 4.9.2020, 3 Uhr;

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45 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Der nächste Skandal des Zampano ist angelaufen. Soll er doch vor zwei Jahren gefallen US-Soldaten als "looser" und "sucker" bezeichnet haben. Zwar labert er jetzt wieder von "fake news" und behauptet er hätte Soldaten niemals als solche bezeichnet, aber den hochdekorierten John McCain hat er nachweislich als Verlierer bezeichnet und sich über dessen Gefangennahme lustig gemacht. Das kostet ihn viele Stimmen bei den Soldaten. Sehr gut!
  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    Ja ,was ?
    Wollen die USA 1861-1865 wieder aufleben lassen ?
    Es scheint so , daß Provokateure beiderseits an gewissen Zuständen Interesse
    hätten !
    Man sollte darüber nachdenken. wie man eventuellen Provokationen begegnen könnte .
    Gewisse "rassistische Events"
    häufen sich schon in auffälliger
    Reihenfolge....
    Wer könnte wohl an solchen
    Zuständen Interesse haben ?
  • Kommentar von Walter Wieser  (Walt)
    Ich habe mal einen ernstgemeinten Vorschlag: wer moechte zaehlt hier auf was Biden in 48 Jahren in der Politik erreicht hat, wer moechte zaehlt auf was Trump in 4 Jahren Politik erreicht hat. Verifizierbar mit zuverlaessigen Quellen, anstaendig, fair respektvoll, sachlich. Hoffe das SRF erlaubt das. Wer macht mit?