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Nach Erdbeben in Haiti Schweizer Expertenteam unterstützt haitischen Zivilschutz vor Ort

  • Die Schweiz hat nach dem Erdbeben in Haiti vom Samstag ein sechsköpfiges Team zur Hilfe auf die Karibikinsel entsandt.
  • Die Fachleute sind am Donnerstag von Bern aus abgeflogen.
  • Das Expertenteam des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) soll die nach dem Erdbeben eingeleitete Hilfsaktion der Schweizer Botschaft in Port-au-Prince verstärken.
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Archiv: Zahl der Todesopfer nach Erdbeben in Haiti bei 1300
Aus Tagesschau vom 16.08.2021.
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Laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) besteht das abgereiste Expertenteam des SKH aus einem Logistiker, zwei Fachleuten für Wasser und Sanitärversorgung, zwei Bauingenieuren, einem Berater für Katastrophengebiete und einem Chef. Im Rahmen der eingeleiteten Hilfsaktion der Schweizer Botschaft in Port-au-Prince sind gemäss EDA bereits Teams beim Epizentrum im Bezirk Cayes im Einsatz. Sie verteilen 3250 Blachen und bauen zwei Trinkwassermodule auf. Die Fachleute des SKH werden diese Teams vor Ort verstärken.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) will eine Million Franken für Nothilfe bereitstellen. Die Hälfte davon geht an die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften und die Vereinten Nationen, 100'000 Franken sind für das Schweizerische Rote Kreuz bestimmt. Das EDA hat keine Kenntnis von Unterstützungsgesuchen betroffener Schweizerinnen und Schweizer. Seit mehreren Jahren rät das Departement aufgrund der schwierigen Lage von Reisen nach Haiti ab.

Örtliche Banden erschweren Hilfe in der Erdbebenregion

Am Mittwoch konnten mehr als zehn Lastwagen mit Hilfsgütern zur betroffenen Region losfahren. Zuvor war laut UNO mit örtlichen Banden ausgehandelt worden, dass die Hilfskonvois die Hauptstrasse zwischen der Hauptstadt Port-au-Prince und der Katastrophenregion befahren dürfen. Die Kämpfe dieser Banden um Territorium legen Teile der Hauptstadt immer wieder lahm und trieben laut UNO allein im Monat Juni 15'000 Menschen in die Flucht.

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Haiti: Kriminelle Banden könnten von Hilfsgeldern profitieren
19:40 min
abspielen. Laufzeit 19:40 Minuten.

Zahl der Todesopfer steigt weiter – Überlebende warten auf Hilfe

Die Zahl der bestätigten Erdbebenopfer ist auf 2189 angestiegen, weitere 332 Menschen werden vermisst, wie die haitianische Zivilschutzbehörde am Mittwochabend mitgeteilt hat. Beim Beben der Stärke 7.2 seien mindestens 12'268 Menschen verletzt worden.

Nicht die erste Naturkatastrophe in der Region

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Das Erdbeben am Samstag hat sich rund 12 Kilometer von der Gemeinde Saint-Louis-du-Sud und etwa 125 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince ereignet. Es trifft ein Land mit grosser Armut, das für Naturkatastrophen besonders anfällig ist.

Die Erdbebenregion wurde bereits im Jahr 2016 vom Hurrikan «Matthew» verwüstet, wobei mehr als 500 Menschen starben. Bei einem Erdstoss der Stärke 7.0 im Januar 2010 nahe der Hauptstadt waren mehr als 220'000 Menschen ums Leben gekommen. Ein grosser Teil der für den Wiederaufbau bestimmten Mittel kam bei der Bevölkerung aufgrund von Korruption und Verschwendung nicht an.

Nach örtlichen Medienberichten gibt es Gegenden, in denen die Überlebenden des Erdbebens verzweifelt auf Unterstützung warten. Denn die dringend benötigte Hilfe erreiche die betroffene Region nur schleppend. Laut Direktorin der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), Carissa Etienne, seien die Gesundheitseinrichtungen im Erdbebengebiet überlastet. Denn 20 von ihnen seien durch das Beben beschädigt und vier zerstört worden. Etienne rief die internationale Gemeinschaft zur Hilfe auf, da der Bedarf an Gesundheitspersonal, Medizin, Ausrüstung und Patiententransport immens sei.

Legende: Überlebende sammeln nach dem verheerenden Erdbeben Hab und Gut aus ihren zerstörten Häusern zusammen. Keystone

Zusätzlich wurde die Verteilung der Hilfsgüter laut Chef des Zivilschutzes, Jerry Chandler, durch den Durchzug eines Tropensturms in der Nacht zum Dienstag erschwert. Dieser hatte an einigen Orten zu Überschwemmungen geführt, welche zahlreiche Überlebende traf, die im Freien schlafen mussten. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden wegen des Erdbebens am Samstagmorgen knapp 53'000 Häuser zerstört und gut 77'000 beschädigt. Laut Unicef waren 1.2 Millionen Menschen von der Katastrophe betroffen.

SRF 4 News, 19.08.2021, 10 Uhr;

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