- Das russische Aussenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker.
- Man verfolge die Lage auf der «Marinera» aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit.
«Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es.
Die USA haben am Mittwoch nach einer mehr als zweiwöchigen Verfolgung über den Atlantik einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker nahe Island beschlagnahmt. Das Schiff mit Bezug zu Venezuela wurde von einem russischen U-Boot begleitet, teilte die US-Regierung mit.
Das US-Militär hat den Tanker wegen angeblicher Verstösse gegen US-Sanktionen im Nordatlantik beschlagnahmt, auf Basis einer richterlichen Anordnung. Die Aktion ist Teil der Bemühungen von US-Präsident Donald Trump, die venezolanischen Ölexporte zu blockieren und für eigene Interessen zu nutzen. An der Operation waren die US-Küstenwache und das Militär der USA und Grossbritanniens beteiligt.
Russland beruft sich auf Seerecht
Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die UNO-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern.
Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.