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Zwei Wochen nach dem Wahlsieg: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte übersteht Vertrauensabstimmung
Aus SRF 4 News aktuell vom 02.04.2021.
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Nach Wahl in den Niederlanden Ministerpräsident Mark Rutte übersteht Vertrauensfrage nur knapp

  • Gut zwei Wochen nach der gewonnenen Parlamentswahl hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte nur knapp eine Vertrauensabstimmung im Parlament überstanden.
  • Nach einer langen und turbulenten Debatte über umstrittene Äusserungen von Rutte bei den Koalitionsgesprächen lehnte die Mehrheit der Abgeordneten in der Nacht zum Freitag einen Misstrauensantrag der Opposition ab.
  • Rutte kündigte an, weiter im Amt bleiben zu wollen.
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Aus dem Archiv: Parlamentswahlen 2021 in den Niederlanden
Aus Tagesschau vom 17.03.2021.
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Egal ob ihm das gelingt: Unbeschadet geht der konservative Regierungschef aus der Angelegenheit nicht hervor. Eine grosse Mehrheit der Parteien sprach tiefste Missbilligung für sein Verhalten aus.

Fraglich ist damit, ob es dem Premier noch gelingen wird, eine mehrheitsfähige Koalition zu bilden. Denn auch seine bisherigen Partner distanzierten sich deutlich von ihm. Die linksliberale D66 und die christdemokratische CDA erklärten, eine neue Koalition unter Rutte sei «keine Selbstverständlichkeit».

Der Rechtspopulist Geert Wilders, der die Vertrauensfrage gestellt und für seinen Antrag alle Stimmen der Opposition erhalten hatte, sprach vom «Ende der Ära Rutte».

Rutte will Vertrauen zurückgewinnen

Der 54-jährige Regierungschef hatte das Parlament falsch informiert und den Eindruck erweckt, einen unbequemen Kritiker, den christdemokratischen Abgeordneten Pieter Omtzigt, loswerden zu wollen. Nach einer mehr als 13-stündigen Sondersitzung bat Rutte das Parlament und den Abgeordneten Omtzigt um Verzeihung.

Ich werde dafür sorgen, dass ich das Vertrauen zurückgewinne.
Autor: Mark RutteNiederländischer Premierminister

«Wo Vertrauen verletzt wurde, werde ich hart daran arbeiten, um das wiederherzustellen», sagte Rutte. Das Votum des Parlaments sei ein «ernsthaftes Signal». Rutte versprach: «Ich werde dafür sorgen, dass ich das Vertrauen zurückgewinne.» Er wolle auch erneut versuchen, eine Koalition zu bilden.

Wegen Koalitionsgesprächen im Bedrängnis?

Anlass der Krise sind eine Reihe von Unwahrheiten und Verschleierungen während der ersten Gespräche über die Bildung einer neuen Koalition. Dabei wurde auch über die Zukunft des Abgeordneten Omtzigt geredet. Aus Gesprächsnotizen wurde deutlich, dass der Ministerpräsident ihn künftig gern anderswo auf einer neuen Funktion haben wollte. Das hatte Rutte aber zuvor geleugnet. Die Opposition bezichtigte ihn deshalb der Lüge.

Omtzigt gilt als unbequemer Abgeordneter. So hatte er gemeinsam mit anderen eine Affäre um Kinderbeihilfen ans Licht gebracht, die schliesslich zum Rücktritt der Regierung im Januar führte. Rutte ist seitdem nur noch geschäftsführend im Amt. Bei der Wahl am 17. März wurde seine Partei VVD erneut stärkste Kraft. Erwartet wurde, dass er gemeinsam mit der CDA und D66 sowie einem vierten Partner eine Koalition bilden wird.

SRF 4 News aktuell, 02.04.2021, 04:30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von René Rohr  (Bergbiber)
    Wenn man anfängt zu glauben, alle Anderen seien einem unterlegen und man hätte die Wahrheit allein auf sein Seite, dann fängt man an zu stolpern. So ergeht es grad dem Herrn Rutte. Und wenn man politisch so anfängt zu stolpern, dann hört man damit nicht mehr auf. Dies lehrt uns die Geschichte immer wieder.
    1. Antwort von Debora Kruithof  (Debora Kruithof)
      Genau. Das wird noch eine langweilige Geschichte, eine neue Regierung aufzubauen.
  • Kommentar von Rodger Hug  (Rodger Hug)
    Unglaublich wie Politiker lügen können und dann einfach wieder mit alles davon laufen. Es ist sehr knapp gewesen, leider hat es nicht gereich, jetzt.fängt alles einfach wieder von vorne an... Chance verpasst!
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Erstaunlich, mit welcher Energie sich Spitzenpolitiker an ihren Positionen klammern.
    Ursache? Geld?Macht? Der Rausch ein VIP zu sein?