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Die Folgen des Irankriegs Der grosse Scherbenhaufen am Persischen Golf

Der Iran greift die Golfstaaten immer wieder an. Er sät damit Misstrauen und Zwietracht unter den arabischen Nachbarn.

Ein Ende des Krieges zwischen dem Iran, den USA und Israel ist bisher nicht in Sicht, doch ein deutlicher Befund zeichnet sich schon jetzt ab: Der Krieg spaltet die arabischen Golfstaaten in ein pro-amerikanisch-israelisches Lager und eines, das nach wie vor Beziehungen mit dem Iran sucht.

Grosser Schaden für die Beziehungen

Eine Untersuchung des US-Institute for the Study of War zeigt, dass der Iran über 80 Prozent seiner jüngsten Angriffe gegen die strategischen Partner der USA am Golf gerichtet hat. Dies werde den Beziehungen zwischen den Golfstaaten und dem Iran längerfristig schaden, sagt Ali Vaez von der Denkfabrik International Crisis Group.

Industrielandschaft mit grossen Rauchsäulen am Himmel.
Legende: Unter anderem hat der Iran auch Ölanlagen in Bahrein beschossen (Bild vom 9. März 2026). Reuters

«Genau wie Europa seine Beziehungen zu Russland überdenken muss, werden dies nun auch die Mitglieder des Golf-Kooperationsrates im Falle des Irans tun.» Die Hoffnung, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit sicherheitspolitische Probleme abschwächen könne, habe sich als trügerisch erwiesen, so der Experte.

Dies gelte vor allem für die Vereinigten Arabischen Emirate, die mehr Handel mit dem Iran trieben als jeder andere Golfstaat. Gleichzeitig wurden die Vereinigten Arabischen Emirate am stärksten angegriffen.

Saudi-Arabien setzt auf Deeskalation

Angesichts der neuen Lage stellt sich die Frage, wie sich die Golf-Monarchien künftig mit dem Iran arrangieren wollen. Besonderes Gewicht kommt dabei Saudi-Arabien zu, dem grössten Königreich am Golf.

Saudi-Arabien ist nach wie vor der Auffassung, dass ein sorgfältiges Konfliktmanagement seinen Interessen mehr dient als eine Konfrontation.
Autor: Nadeem Moonakal Arbeitet für die saudische Denkfabrik Rasanah

Riad setze weiterhin auf Diplomatie, sagt Nadeem Moonakal von der saudischen Denkfabrik Rasanah, die sich ausschliesslich den Beziehungen zu Teheran widmet. «Das saudische Königreich ist nach wie vor der Auffassung, dass ein sorgfältiges Konfliktmanagement seinen Interessen mehr dient als eine Konfrontation.»

Das Wichtigste für Riad sei die Stabilität in der Region, damit das Land seine Wirtschaft weiter diversifizieren könne. Ein ausgewachsener Krieg sei das Letzte, was man wolle.

Risse im Bündnis der Golfstaaten

Die iranischen Angriffe haben dem politischen Tauwetter der letzten Jahre dennoch einen Dämpfer verpasst. «Der Iran wird nun von den Golfstaaten wieder vermehrt durch die militärische Linse betrachtet und weniger durch die wirtschaftliche», erklärt Moonakal. Dies, weil alle Golfstaaten vom Iran angegriffen wurden – sogar jene, die wie Oman und Katar zu vermitteln versuchten.

Ein historisch belastetes Verhältnis

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Die Beziehungen zwischen dem Iran und den arabischen Golfmonarchien sind seit Jahrzehnten von tiefem Misstrauen geprägt. Unmittelbar nach der Islamischen Revolution 1979 setzte sich Teheran zum Ziel, die Revolution zu exportieren und auch die Monarchien am Golf zu stürzen. Von dieser Haltung ist der Iran mittlerweile abgerückt, was um die Nullerjahre eine erste zaghafte Annäherung ermöglichte. Dieser Prozess gipfelte vor drei Jahren in der Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die unter chinesischer Vermittlung zustande kam. Die jüngsten Angriffe stellen diese Annäherung nun auf eine harte Probe.

Trotz des gewachsenen Misstrauens gibt es keine gemeinsame Haltung. Ali Vaez stellt Risse innerhalb des Golf-Kooperationsrates fest, die durch den Krieg noch deutlicher werden. So gingen die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain auf Konfrontationskurs und seien stärker in das US-amerikanisch-israelische Lager gezogen worden.

Saudi-Arabien, Oman und Katar hingegen hegten keine Absichten, ihre Beziehungen zu Israel in naher Zukunft zu normalisieren. Es sei im Interesse des Irans, die Monarchien zu spalten, um mit jedem Staat einzeln zu verhandeln, so Vaez. Letztlich aber, ist der Experte überzeugt, führe kein Weg am Iran vorbei.

Man müsse versuchen, Teheran im Rahmen einer Sicherheitsarchitektur nach dem Vorbild der OSZE stärker in die Region einzubinden. Eine Idee, die vor allem in Saudi-Arabien auf offene Ohren stösst.

Echo der Zeit, 9.6.2026, 18 Uhr;liea

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