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Revolutionsgarden im Iran Oberste Führer, die keine mehr sind – wer hat das Sagen im Iran?

Im Iran zeigt sich eine Machtverschiebung – weg von den geistlichen Führern, hin zu der Truppe, die Ajatollah Chomeini 1979 selbst aufgestellt hat, die sich jetzt aber immer stärker von den Mullahs emanzipiert.

Noch sind sie im Iran fester Bestandteil des Stadtbildes: die bisherigen Obersten Führer – gewissermassen die Chef-Mullahs – Chomeini, Vater Chamenei und Sohn Chamenei. Obwohl völlig unklar ist, wie es Modschtaba Chamenei geht. Nach dem Tod seines Vaters ist er eigentlich der mächtigste Mann im Iran, doch öffentlich tritt er nicht auf. Stattdessen verliest das Staatsfernsehen seine Botschaften.

Die Obersten Führer des Irans auf einem Plakat inmitten der Stadt, rechts Modschtaba.
Legende: Im Stadtbild nach wie vor präsent: die bisherigen Obersten Führer des Irans. Rechts im Bild: Modschtaba Chamenei, derzeit eigentlich der mächtigste Mann des Landes. SRF

Man vermutet, dass Modschtaba Chamenei bei Luftangriffen schwer verletzt worden sei, so die Iran-Expertin Gilda Sahebi. «Man kann davon ausgehen, dass er sehr stark abgeschirmt wird», sagt die Politologin und Autorin. Es solle verhindert werden, dass der israelische Geheimdienst oder die Amerikaner herausfänden, wo er sei, mit wem er kommuniziere. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass er gerade in jede Entscheidung einbezogen wird, auch was die Verhandlungen mit den USA angeht, sondern dass das wirklich die Revolutionsgarden machen.»

Diese Islamische Republik gleicht jetzt schon mehr einer Militärdiktatur als einem Gottesstaat, als der er definiert ist.
Autor: Gilda Sahebi Iran-Expertin und Politologin

Stolz präsentierten sich die Revolutionsgarden diese Woche mitten in Teheran – eine militärische Machtdemonstration. Die Dominanz der Revolutionsgarden gegenüber den Mullahs scheint immer stärker zu werden. Was man laut Sahebi jetzt schon sagen kann: «Diese Islamische Republik gleicht jetzt schon mehr einer Militärdiktatur als einem Gottesstaat, als der er definiert ist.»

Wer wirklich verhandelt

Das bringt Aufsteiger hervor: Parlamentssprecher Mohammad Ghalibaf leitete die erste Verhandlungsrunde mit den USA. Er war langjähriger Kommandant bei den Revolutionsgarden.

Der iranische Parlamentssprecher Ghalibaf (links) mit Pakistans Premierminister Sharif.
Legende: Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Ghalibaf (links) mit dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif (11.4.2026). Keystone/Pakistan Prime Minister Office

Als der Krieg begann, habe er auch seine Uniform wieder angezogen, sagt Sahebi. «Er sieht sich nicht als ziviler Teil des Regimes, sondern als militärischer. Und deswegen darf er auch für die Revolutionsgarden verhandeln.»

Sie stehen unter dem Befehl der Revolutionsgarden und müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie das nicht sind. Sie haben keine wirkliche Macht. Sie führen das aus, was ihnen gesagt wird.
Autor: Gilda Sahebi Iran-Expertin und Politologin

Zivile Vertreter wie Präsident Massud Peseschkian sind zunehmend isoliert. Aussenminister Araghtschi verkündete letzte Woche die Öffnung der Strasse von Hormus. Doch kurz darauf dementierten die Revolutionsgarden und übersteuerten den Aussenminister. Präsident und Aussenminister – sie dürften nicht mehr allein agieren, so Sahebi. «Sie stehen absolut unter dem Befehl der Revolutionsgarden und müssen um ihr Leben fürchten, wenn sie das nicht sind. Sie haben keine wirkliche Macht. Sie führen das aus, was ihnen gesagt wird.»

Der Krieg verstärkt die bestehenden Bruchlinien im Iran. Die Revolutionsgarden setzen zunehmend auf Konfrontation.

Tagesschau, 25.04.2026, 19:30 Uhr; srf/busr;

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