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Chinesen werden in Italien derzeit vielerorts angefeindet
Aus HeuteMorgen vom 04.02.2020.
abspielen. Laufzeit 01:56 Minuten.
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Nervosität in Italien Harte Zeiten für Chinesen

Wegen des Ausbruchs des neuartigen Corona-Virus stehen Chinesen in Italien unter Generalverdacht. Die Gerüchteküche brodelt.

Vor allem in den sozialen Medien, zum Teil aber auch auf offener Strasse wird in Italien gegen chinesische Touristen gepöbelt. Betroffen sind auch aus China stammende, aber schon lange im Land lebende Personen.

Die Pöbelei ist derart verbreitet, dass sich Italiens Premierminister Giuseppe Conte veranlasst sah, seine Landsleute dazu aufzurufen, Menschen aus China oder Asien nicht zu diskriminieren – und nicht in Panik zu verfallen.

Diskriminierte Chinesen

Trotz dieses Aufrufs kommt es laut italienischen Zeitungen täglich zu Diskriminierungen gegenüber Chinesen. Es gibt Berichte über Restaurant-Besitzer, die aus China stammende Leute dazu auffordern, ihr Lokal nicht zu betreten oder solche über chinesische Läden und Restaurants, die gähnend leer bleiben. Auch will sich in der Metro offenbar kaum noch jemand neben chinesische Passagiere setzen.

Chinesin mit Gesichtsmaske sitzt einsam auf einer Steinbank.
Legende: Chinesen werden von Italienern derzeit gemieden. Reuters

Die Behörden halten mit Aufklärung dagegen und betonen, dass das Ansteckungsrisiko zumindest derzeit verschwindend klein sei. Die normale, saisonale Grippe stelle ein viel grösseres Problem dar.

Gesichtsmasken ausverkauft

Trotzdem sind viele Italiener nervös. Das zeigt sich etwa, indem die Gesichtsmasken nicht nur in Rom, sondern landauf landab seit Tagen ausverkauft sind.

Auch zirkuliert im Internet viel Unsinn, der allzu oft unwidersprochen bleibt. So ist dort etwa zu lesen, das Virus werde auch via Produkte «made in China» weiterverbreitet.

Fakt ist: In Italien wurden bisher zwei Infektionen mit dem Corona-Virus bestätigt – und das vor einer Woche. Seither wäre die Lage ruhig. Eigentlich.

(SRF 4 News, «Heute Morgen», 4.3.2020)

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32 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Aber auf mangelhafte hygienischen Verhältnisse oder auf mindestens seltsam anmutende Lebensgewohnheiten darf man doch noch hinweisen, ohne als rassistisch zu gelten? Wir propagieren gründliches Händewaschen nach dem Stuhlgang, das hat ja einen Grund. Wir wissen nicht, ob das Virus z.B. auf diese Weise verbreitet wird, daher darf schon ein gedanklicher Zusammenhang zu den Wanderarbeiten hergestellt werden, die bekanntlich unter prekären Verhältnissen leben&arbeiten. Ihre Ware kaufen wir.
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  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Aber die Grippe, welche um ein x-faches so viele Mensche betrifft und um ein x-faches so viele Menschen tötet, vergisst man oder aktzeptiert man als Teil des Lebens. Schon ironisch.
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    1. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Ich kann jeden einzelnen ihrer Kommentare hier voll unterstuetzen.
      Fehlende Bildung oder selektive (Mis)information, Fremdenfeindlichkeit schuerende Politik und das Abschalten der menschlichen Vernunft in diesen Situationen dominieren das Verhalten voll und ganz. Die proklamierte 'sachlich nachdenkende Schweizer Art' ist unauffindbar.
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  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Ist das noch ein Leben überall mit Masken herumlaufen ? Wann wacht diese Menschheit endlich auf und erkennt , dass sie sich regelrecht ins eigene Grab schuftet, mit dem blödsinnigen Wachstum an den falschen Stellen ? Ich darf hier leider nicht alles schreiben was ich darüber noch denke, sonst gelte ich als Miesmacherin der noch immer bestehenden schönen Traumwelten.
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