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«Ferragosto» sorgt für volle Strände
Aus SRF 4 News aktuell vom 25.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:22 Minuten.
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Neue Coronahotspots In Italien steigen die Neuinfektionen wieder deutlich an

In Italien ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen so hoch wie lange nicht mehr. Das liegt auch am Ferienverhalten der Leute.

Am Montag wurden in Italien den dritten Tag in Folge über 1000 Neuansteckungen gemeldet – so viele wie zuletzt im Mai. SRF-Italien-Korrespondent Franco Battel sagt, das habe mit den Ferien rund um den in Italien traditionellen «Ferragosto» zu tun, einem Feiertag im August.

«Dann zieht es sehr viele Italienerinnen und Italiener an den Strand. Sie tanzen in Discos, trinken in Bars», sagt er. «Sie sind zusammen, und dabei haben offenbar viele die Abstands- und Hygieneregeln nicht eingehalten.»

Dabei stehen, wie in anderen Ländern, besonders die Jungen im Fokus. Auch in Italien ist der Altersdurchschnitt der Infizierten in den letzten Wochen gesunken. Die Regierung hat deshalb alle Discos im Land wieder geschlossen.

Virus wird aus Sardinien re-importiert

Einer der neuen Hotspots in Italien ist Sardinien. Ein Grund dafür seien ebenfalls die Ferien. Denn vor den Ferien waren die Ansteckungszahlen auf Sardinien sehr tief, weiss Battel. «Sie sind erst jetzt in den letzten vier Ferienwochen deutlich nach oben geschnellt.» Die Vermutung: Touristinnen und Touristen aus Rom, Mailand sowie Florenz und aus anderen Städten haben das Coronavirus nach Sardinien getragen und es dort weiterverbreitet.

Und nun komme es mit den Ferienrückkehrern wieder aufs italienische Festland zurück. Eine Abschottung besonders betroffener Regionen wie im Frühling sei aber kein Thema, sagt Battel. «Einige Regionalpräsidenten liebäugeln zwar tatsächlich damit. Aber nur, weil sie gerade im Wahlkampf stecken.» Einer von ihnen sei etwa der Gouverneur Kampaniens in Neapel.

Schulen öffnen im September wieder

Allerdings: Die Zahl der Intensivpflegepatienten sind im Vergleich zum Winter und Frühjahr momentan tief – auch jene der verstorbenen Personen. Der italienische Gesundheitsminister hat deshalb erst vor Kurzem wieder klargestellt, dass ein neuer Lockdown für ihn kein Thema sei.

Eine gewisse Beunruhigung sei schon zu spüren, meint Franco Battel in Rom. «Aber es ist nicht jene Angst, die hier während Monaten herrschte.» Es müsse sich nun zeigen, ob sich die Leute nach den Ferien wieder an die Abstands- und Hygieneregeln halten. Das könne man wahrscheinlich erst Ende September oder Anfang Oktober an den Infektionszahlen ablesen.

Denn im September gehen in Italien auch die Schulen wieder auf. Das heisst, erstmals seit März gehen dann Kinder und Jugendliche wieder zur Schule. «Auch das wird für das ganze Land eine grosse Bewährungsprobe», so Battel.

SRF 4 News, 25.08.2020, 06.11 Uhr;

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