- In Deutschland sind letztes Jahr so viele politisch motivierte Straftaten registriert worden, wie noch nie.
- Das zeigt eine Recherche der Zeitung «Welt am Sonntag».
- Mit mindestens 85'000 politisch motivierten Straftaten ist der bisherige Höchststand aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen worden.
Auch politisch motivierte Gewalttaten hat es in Deutschland letztes Jahr leicht mehr gegeben – nämlich 4156, ein Plus von 1.2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dazu zählen Straftaten wie Körperverletzung, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. Für die meisten – fast 1600 – waren Rechtsextreme verantwortlich. Am stärksten zugenommen haben aber linksextreme Gewalttaten: Diese stiegen um über 42 Prozent, auf knapp 1100 Fälle.
Doppelt so viele Fälle innert zehn Jahren
Die Zeitung hat die Zahlen von 15 der 16 Bundesländer erhalten und ausgewertet. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Straftaten mehr als verdoppelt. Ermittler führen diese Entwicklung hauptsächlich auf den polarisierten Bundestagswahlkampf 2025 und internationale Krisen zurück, wie die Zeitung schreibt.
Rechtsextremismus bleibt der grösste Treiber der politisch motivierten Kriminalität. Rund die Hälfte aller Straftaten, über 42'000 Delikte, werden diesem Bereich zugeordnet. Ein grosser Teil davon sind Propagandadelikte, wie Hakenkreuz-Schmierereien oder die Verwendung verbotener Symbole.
Den stärksten Zuwachs verzeichneten linksextreme Straftaten, deren Zahl um rund 35 Prozent auf über 13'000 Fälle anstieg.
Internationale Konflikte beeinflussen zunehmend die Lage in Deutschland. Fast 1900 Fälle werden einer «religiösen Ideologie» zugeordnet, und über 6000 Delikte einer «ausländischen Ideologie». Der Nahost-Konflikt spielt dabei eine besonders häufige Rolle