Zum Inhalt springen

Header

Video
Schweizer Hilfsgüter unterwegs nach Moria
Aus Tagesschau vom 11.09.2020.
abspielen
Inhalt

Not auf Lesbos Nach dem Brand in Moria ist die Lage chaotisch – die Bilder

Auf der Insel Lesbos herrschen unübersichtliche Zustände: Hunderte Schlafplätze am Strassenrand, leerstehende provisorische Zelte, Strassensperren der Polizei – und mittendrin immer wieder Kinder. Die Bilder.

Da das Lager Moria nach dem Brand nicht mehr bewohnbar ist, müssen die Flüchtlinge auf Strassen und Plätzen übernachten. Tausende, darunter Kinder, verbrachten so die vierte Nacht in Folge im Freien. Humanitäre und staatliche Organisationen verteilten Wasser und Lebensmittel.

Aktuell wird ein provisorisches Zeltlager errichtet. Das Lager entsteht auf einem Schiessübungsfeld der griechischen Armee. Das Gelände liegt nur wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Mytilini an der Küste. «Alle Menschen müssen dorthin gehen. Nur so werden wir sie richtig versorgen können», erklärte der stellvertretende Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos im Athener Nachrichtensender Skai.

Zahlreiche Flüchtlinge sagten aber Reportern vor Ort, sie wollten nicht ins provisorische Lager und sähen die Lage als Chance, ihre Abreise durchzusetzen. «Wir wollen nach Deutschland – nicht ins Lager», sagten viele. Bei spontanen Demonstrationen riefen Flüchtlinge «Freiheit, Freiheit».

Am Samstag setzte die Polizei erstmals Tränengas gegen eine Gruppe von Flüchtlingen ein, die ihren Unmut über ihre verzweifelte Lage zeigten. Die kurzzeitigen Spannungen brachen am Samstag aus, als Hunderte Migranten auf einer Strasse zum Hafen von Mytilini marschierten. Die Polizei hat den Zugang abgeriegelt.

Auf den Bildern aus Lesbos sind immer wieder Kinder zu sehen. Zehn europäische Staaten haben sich zur Aufnahme von insgesamt 400 unbegleiteten Minderjährigen bereit erklärt, von ihnen wollen allein Deutschland und Frankreich je 100 bis 150 übernehmen.

Nun fordert UNO-Generalsekretär António Guterres auf Twitter, die obdachlos gewordenen Menschen aufs Festland zu bringen. «Die Lösung liegt darin, sich um alle betroffenen Menschen zu kümmern, insbesondere die Verwundbarsten, und damit anzufangen, die Menschen auf das Festland zu bringen.»

Das Lager war in der Nacht zum Mittwoch bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Statt der vorgesehenen knapp 3000 Migranten waren dort mehr als 12'000 untergebracht. Einige sollen Feuer gelegt haben, nachdem für die Bewohner wegen Corona-Infektionen Quarantäne verordnet worden war.

Bildvergleich

Regler nach links verschiebenRegler nach rechts verschieben
Legende:Das Migrantenlager Moria: links eine Aufnahme vom 17. Juni 2020, rechts vom 10. September 2020 nach dem Brand.

Nach wie vor bewegen sich Dutzende Corona-Infizierte unter den Tausenden Migranten. Mindestens 35 Migranten waren vor dem Grossbrand positiv getestet worden. Sie tauchten nach dem Grossbrand unter.

Person in Schutzanzug macht bei einer Frau einen Corona-Test.
Legende: 35 Corona-Infizierte aus dem Flüchtlingslager sind nach dem Brand untergetaucht. Keystone

Tagesschau, 11.09.2020; 19:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

41 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Im TA gibt es einen guten Gastbeitrag von Herrn Andreas Kunz: "Die «Schande von Europa»? Das ist zu einfach". Z.B hatte Afrika 1960 keine 300 Millionen Einwohner, heute 1,3 Milliarden und bis 2050 doppelt soviele Menschen. Es gibt einen guten Beitrag mit vielen Links in der DW: "Afrika wächst - und die Armut nimmt zu"
    Es muss eine weltweit gemeinsame Kraftanstrengung erfolgen, dass alle Staaten eine Minimalabsicherung für ein Sozialwesen und Rente einführen.
  • Kommentar von Gabori Balazs  (Gabori Balazs)
    Was mir auffällt: wo sind die kritischen Journalistenfragen zu den 5 Millionen Euro die Griechenland für diese Lager von der EU erhalten hat? Das würde mich sehr interessieren.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Nun, gegenüber den X-Mia. welche die EU an die Türkei für Flüchtlingslager zahlt sind diese 5 Mio. ein Klacks. Zudem war ja das Lager nie für so viele Menschen gedacht.
      Fakt aber ist, dass die EU hier total versagt hat.
      Wie schon zuvor in der Griechenlandkrise.
      Es wäre Aufgabe der EU gewesen, sie mit Schiffen schon auf dem Weg nach Griechenland abzufangen & sofort zurück zu schaffen. Tunesier & Flüchtlinge aus Lagern in der Türkei sind sie ja nicht an Leib & Leben bedroht.
  • Kommentar von Ernesto Asher Meng  (Ashi Ernesto)
    Es ist eine Shande was auf diesen Griechischen Inseln sih abspielt. Dass die EU sih nicht einigen kann, diese Menschen aufzunehmen, zeigt, dass der Papiertiger und die vielen Gesetze der EU kein gutes Zeugnis sind. Wir Schweizer werden nie in die EU eintreten. Ob die EU das überlebt, weil Korona allen Staaten sehr zusetzt, ist nicht sicher. Die EU lässt unter der neuen Führung einen schläfrigen Zustand erkennen. Taten müssen folgen und dieses Menschen erlösen.