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Papst feiert Weihnachtsmesse
Aus News-Clip vom 25.12.2019.
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Papst feiert Weihnachtsmesse «Gott liebt auch die schlimmsten Menschen»

Weihnachten erinnert daran, dass Gott fortfährt, jeden Menschen zu lieben, auch den schlimmsten.
Autor: Papst Franziskus

Papst Franziskus hat an Heiligabend vor tausenden Gläubigen die traditionelle Mitternachtsmesse im Petersdom gefeiert. In seiner Predigt sagte das Kirchenoberhaupt, Weihnachten erinnere daran, «dass Gott fortfährt, jeden Menschen zu lieben, auch den schlimmsten».

Gottes Liebe sei bedingungslos. «Du kannst falsche Vorstellungen haben, du kannst alles Mögliche angestellt haben, aber der Herr verzichtet nicht darauf, dich zu lieben.»

Die Liebe Gottes befreie vom Bösen und verbreite Frieden und Freude, sagte Franziskus weiter. «Während hier auf Erden alles der Logik des Gebens um des Habens willen zu folgen scheint, kommt Gott gratis.»

Papst Franziskus
Legende: Papst Franziskus rief dazu auf, sich durch die Verfehlungen der Kirche nicht der Liebe Gottes zu verweigern. Reuters

Gutes Tun

Papst Franziskus rief die Menschen zu Weihnachten zudem zu selbstloser Mitmenschlichkeit auf. «Warten auch wir nicht darauf, dass der Nächste rechtschaffen wird, um ihm Gutes zu tun, dass die Kirche vollkommen sei, um sie zu lieben, dass die anderen dafür, dass wir ihnen dienen, uns achten. Fangen wir an», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstagabend in Rom.

Christen feiern an Weihnachten die Geburt des Religionsstifters Jesus Christus, in dem nach christlichem Glauben Gott Mensch wurde. «In Jesus hat sich Gott zum Kind gemacht, um sich von uns umarmen zu lassen», sagte der Papst.

Du kannst falsche Vorstellungen haben, du kannst alles Mögliche angestellt haben, aber der Herr verzichtet nicht darauf, dich zu lieben.
Autor: Papst Franziskus

Papst Franziskus rief obendrein in seiner Weihnachtsmesse die 1,3 Milliarden Katholiken dazu auf, sich durch die Verfehlungen der Kirche nicht der Liebe Gottes zu verweigern. Es gebe keine Entschuldigung, die Liebe Gottes nicht anzunehmen.

«Was auch immer falsch in unserem Leben läuft, was auch immer in der Kirche nicht gelingt (...) kann nicht länger als Entschuldigung dienen.» Die katholische Kirche ringt seit Jahren mit Skandalen sexueller Übergriffe von Priestern auf Minderjährige. Kritiker werfen dem Vatikan vor, die Missbrauchsfälle vertuscht und die Täter geschont zu haben.

Blick in den Petersdom.
Legende: Der argentinische Pontifex leitet die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan in diesem Jahr zum siebten Mal. Reuters

Gegenseitige Achtung

Zudem verwies Franziskus auf die Veränderungen auch innerhalb der Kirche. «Wir verändern uns, die Kirche verändert sich, die Geschichte verändert sich, wenn wir anfangen, nicht die Anderen verändern zu wollen, sondern uns selbst», sagte er. «Warten auch wir nicht darauf, dass der Nächste rechtschaffen wird, um ihm Gutes zu tun, dass die Kirche vollkommen sei, um sie zu lieben, dass die anderen dafür, dass wir ihnen dienen, uns achten.»

Der argentinische Pontifex leitet die Weihnachtsfeierlichkeiten im Vatikan in diesem Jahr zum siebten Mal. Zur Weltlage äusserte sich der Papst nicht.

Heute Mittwoch wird das katholische Kirchenoberhaupt von der Loggia des Petersdoms aus seine Weihnachtsbotschaft an Gläubige in aller Welt senden und den Segen «Urbi et Orbi» (der Stadt und dem Erdkreis) spenden.

Feierlichkeiten im Heiligen Land

Auch im Heiligen Land wurde Weihnachten am Dienstag festlich begangen. Von Jerusalem fuhr ein Konvoi aus etwa 40 Fahrzeugen ins knapp zehn Kilometer entfernte Bethlehem im Westjordanland. Die Prozession wurde vom Leiter des katholischen Patriarchats im Heiligen Land, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, angeführt.

Auf dem Krippenplatz in Bethlehem im Westjordanland wurde die Prozession feierlich empfangen. Pizzaballa, ein italienischer Franziskaner, zelebrierte am Abend in Bethlehem die Mitternachtsmesse, zu der auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas erschien.

In seiner Predigt verglich Pizzaballa die Zeiten von damals und heute. «Lasst uns daran denken, dass die Zeit von Jesus nicht besser als unsere war. Damals gab es die Besetzung durch die Römer, es gab Herodes und es gab verschiedene Machtzentren», sagte er. «Alles in allem gesehen, hat sich der Mensch seitdem nicht viel geändert.»

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26 Kommentare

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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Liebt er auch die Terroristen, Menschen die Kriege führen, soviel Elend, Not und Armut in die Welt bringen? Diese Menschen können noch so gläubig sein, es hilft ihnen allen nichts. Das erleben wir fast täglich, wo Unrecht, Krieg, elende Armut herrscht. Eine solche Einstellung ist nicht gerade realistisch. Aber jeder soll das glauben was er für richtig hält.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Ja er liebt all diese Leute nur leider nicht Homosexuelle und Atheisten.
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    2. Antwort von Alexander Weljaminoff  (AndererMeinung)
      Die Aussage des Papstes findet sich ja weder in der Heiligen Schrift, bei den Kirchenvätern oder in der Doktrin der römisch-katholischen Kirche. Wenn so ein Satz existiert, dann wäre ich um eine Mitteilung dankbar.
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    3. Antwort von Dölf Meier  (Meier Dölf)
      Er liebt die Menschen,aber er verurteilt die schlechten Taten.
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  • Kommentar von Markus Gasser  (Markus Gasser)
    Die Aussage des Papstes "Gott liebt auch den Schlimmsten" oder "wir sind alle geliebt" hat etwas Magisches. Was gibt es Schöneres als bedingungslos geliebt zu werden und dies ohne Verpflichtung gegenüber einem transzendenten Wesen? Wenn eine Autorität wie der Papst dies sagt, erleichtert dies ungemein das Wunschdenken. Wir können auch nicht abstrakt denken wir seien geliebt, es braucht die Fiktion Gottes.
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  • Kommentar von Manuela Fitzi  (Mano)
    Tja, das ist eben das Problem: Gott liebt auch die Schlimmsten. Das ist auch schon die Legitimation der Schlimmsten. Ich beobachte das immer bei Chefs, dass sie bei Fehlbesetzung einer Stelle sich immer weigern, ihren Fehler anzuerkennen und einzusehen, dass sie etwas dagegen unternehmen müssen. Lieber lassen sie zu, dass ganze Teams leiden, ev. abspringen, dass das Geschäftsgebaren bachab geht. Aber an der Entscheidung, "die Schlimmsten zu lieben", ändern sie nicht.Teil des christlichen Morals.
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    1. Antwort von Dölf Meier  (Meier Dölf)
      Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein. Nun haben wir ja eine starke Frauenbewegung. Ich bin interessiert, was die fertig bringen. Ich hinterfrage auf Basis der Bibel alles und bin auch mit dem Papst nicht i mit Allem einverstanden.
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