Der Austausch mit Italiens Staatspräsident Mattarella sei «sehr angenehm und konkret gewesen», sagte Bundespräsident Parmelin nach dem Treffen gegenüber Radio und Fernsehen SRF.
Dass die beiden Staatsspitzen miteinander sprachen, ist sicher als ein gutes Zeichen, auch als ein Zeichen der Entspannung zu werten. Und dass Bundespräsident Parmelin am Freitag im Mailänder Niguarda-Spital Opfer der Brandnacht besuchte, auch mit deren Angehörigen sprach, das hat man hier in Italien anerkennend vermerkt, zum Beispiel in der renommierten Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera».
Meloni hatte keine Zeit
Aber: Es bleibt die Tatsache, dass der italienische Botschafter in der Schweiz vorderhand in Rom bleibt. Daran hat auch das gute Gespräch der beiden Staatspräsidenten nichts geändert. Es klemmt wohl an einem anderen Ort.
Parmelin wurde von Mattarella und Meloni empfangen. Premierministerin Meloni war gestern zwar den ganzen Tag über in Mailand, fand aber keine Zeit, um mit Bundespräsident Parmelin zu sprechen – obschon es aufgrund der diplomatischen Krise eigentlich genügend Gesprächsstoff gäbe. Dafür empfing Meloni etwa den US-Vize-Präsidenten Vance oder den Emir von Katar.
Italiens Botschafter in der Schweiz, der nun schon seit zwei Wochen in Rom weilt, liess ausrichten, nur die Premierministerin und Aussenminister Tajani könnten darüber entscheiden, wann er nach Bern zurückkehre. Man warte das Treffen mit der Walliser Justiz Mitte oder Ende Monat ab, bei dem man über das Rechtshilfegesuch spreche.
Parmelin pocht auf Gewaltenteilung
Meloni fordert nach wie vor ein gemeinsames schweizerisch-italienisches Ermittlungsteam für Crans-Montana. Erst wenn das garantiert sei, kehre Italiens Botschafter nach Bern zurück.
Parmelin betonte heute erneut, dass er darauf keinen Einfluss habe. In der Schweiz herrsche Gewaltenteilung, das habe er Premierministerin Meloni schon zu einem früheren Zeitpunkt gesagt. Darum könne er nicht eingreifen.
Trotz des Treffens mit Sergio Mattarella ist die Krise also noch keineswegs ausgestanden.