- Die Staatsanwaltschaft hat die Anhörungen im Fall Crans-Montana wieder aufgenommen.
- Befragt werden sowohl der Sicherheitschef der Gemeinde als auch das Ehepaar Moretti.
- Während die Schweiz den Fall weiter untersucht, besuchte der Bundespräsident Guy Parmelin Opfer der Katastrophe im Spital in Mailand.
Die Walliser Staatsanwaltschaft setzt im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe von Crans-Montana ihre Anhörungen fort. Nach den Barbetreibern wird auch der aktuelle Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde mehrere Stunden lang angehört.
Nicht einen einzigen Moment denken wir nicht an die Opfer, nicht einen einzigen Moment – so wahr Gott helfe.
Der ebenfalls vorgeladene Besitzer der Bar, Jacques Moretti, sagte bei seiner Ankunft in Sitten: «Nicht einen einzigen Moment denken wir nicht an die Opfer, nicht einen einzigen Moment – so wahr Gott helfe.»
Er versicherte zudem, dass er und seine Frau Jessica «völlig am Boden zerstört» seien. Das Ehepaar Moretti war bereits im Januar zweimal vernommen worden.
Ex-Sicherheitschef am Montag vorgeladen
Laut der Staatsanwaltschaft werden die Anhörungen ab Montagmorgen fortgesetzt. Vorgeladen ist dann der ehemalige Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde Crans-Montana. Der Mann hatte im Januar 2018 sowie im Juni 2019 die Sicherheitskontrollen in der Bar «Le Constellation» durchgeführt. In beiden Fällen waren seine Empfehlungen vom Betreiber nicht umgesetzt worden.
Wie sein Nachfolger gilt der Walliser im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe als Beschuldigter. Er wird erklären müssen, weshalb die Bar seit Mitte 2019 nicht mehr kontrolliert worden war.
Weitere Anhörungen kommende Woche
Das für den Fall zuständige Team der Staatsanwaltschaft hat das Ehepaar Moretti erneut für nächste Woche vorgeladen. Jacques Moretti wird am Mittwoch einvernommen, seine Ehefrau am darauffolgenden Tag. Beide müssen dabei nicht nur Fragen der Staatsanwaltschaft, sondern auch jene der anwesenden Anwälte beantworten.
Mehr Platz für Anwältinnen und Anwälte
Im Gegensatz zu den Anhörungen im Januar, die in den Räumlichkeiten der Staatsanwaltschaft im Zentrum von Sitten stattgefunden hatten, hat diese beschlossen, die weiteren Befragungen auf den Campus Energypolis der HES-SO Valais Wallis zu verlegen.
Dort steht eine Aula mit Platz für 150 bis 180 Personen zur Verfügung. Diese Kapazität ermöglicht es, sämtliche Anwälte der Beschuldigten und der Opfer – potenziell rund 130 Personen – zusammenzubringen. Der entsprechende Gebäudetrakt wurde reserviert und ist an den Anhörungstagen weder für Studierende noch für Lehrpersonen zugänglich.
Parmelin besucht italienische Brandopfer
Während in der Schweiz die Anhörungen stattfinden, besuchte Bundespräsident Guy Parmelin im Mailänder Niguarda-Spital die verletzten italienischen Patienten.
Ich habe ihnen meinen Respekt und mein Mitgefühl ausgesprochen.
Auf der Plattform X schreibt der Bundespräsident, dass er in einem Spital in Mailand die Opfer des Brandes von Crans-Montana, ihre Angehörigen sowie das medizinische und pflegerische Personal besucht habe.
«Ich habe ihnen meinen Respekt und mein Mitgefühl sowie meinen Dank ausgesprochen. Zudem habe ich die volle Unterstützung der Schweiz bekräftigt», heisst es.