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Gewalt gegen Schwarze in den USA - Afrikaner sind empört
Aus Rendez-vous vom 03.06.2020.
abspielen. Laufzeit 02:41 Minuten.
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Polizeigewalt in den USA Bittere Gefühle und Empörung in Afrika

Der Tod von George Floyd durch Polizeigewalt in den USA wirft Wellen auf der ganzen Welt. Vor allem auch in Afrika.

In Afrika sind die Wut und Empörung über den Tod von George Floyd durch Polizeigewalt besonders gross. Die meisten Afrikaner kennen Polizeigewalt, sie kennen Rassismus, und sie fühlen sich verbunden mit den Schwarzen in den USA.

«Unser Problem ist euer Problem», hatte der US-Bürgerrechtler Malcolm X den versammelten Staatsführern Afrikas 1964 in Kairo zugerufen. Er sprach vom verborgenen Rassismus in den USA, der noch schlimmer sei als die offene Apartheid in Südafrika.

Eine bittere Erinnerung für Afrika

Seine Worte hallen bis heute nach. Wenn in den Vereinigten Staaten rassistische Vorfälle Schlagzeilen machen, weckt das in Afrika bittere Gefühle. Das weisse Knie im Nacken eines Schwarzen ist für viele Afrikaner ein Symbol, eine bittere Erinnerung an die Kolonialzeit.

Dementsprechend verurteilte der Vorsitzende der Afrikanischen Union, Moussa Faki, rasch die «Ermordung von George Floyd». Er rief die USA dazu auf, Rassendiskriminierung zu eliminieren. Auch afrikanische Staatsführer sparten nicht mit Kritik an den USA.

Simbabwe zitierte sogar den US-Botschafter. Dies, nachdem ein Berater von Präsident Trump kolportiert hatte, Simbabwe könnte bei den Protesten in den USA die Finger im Spiel haben.

Protestierende mit Plakaten, auf denen steht: Black Lives Matter.
Legende: In zahlreichen afrikanischen Ländern protestierten die Menschen gegen die Polizeigewalt in den USA gegen Schwarze – darunter auch in Kenia. Keystone

Aufruhr in den sozialen Medien Afrikas

Vor allem aber teilen in den sozialen Medien und im richtigen Leben Millionen von Afrikanerinnen und Afrikaner ihre Sorgen und ihre Wut über die offensichtliche Ungleichbehandlung von Menschen unterschiedlicher Hautfarbe in den USA.

Viele haben dort Verwandte und Bekannte. Viele fühlen sich verbunden mit den Nachkommen der Sklaven, die einst dem afrikanischen Kontinent entrissen wurden. Und für viele ist Amerika noch immer das Land ihrer Träume.

Afrika kennt ähnliche Probleme

Allerdings ist Polizeigewalt und Rassismus auch in Afrika virulent. Das dürfe man nicht vergessen, sagen lokale Aktivisten. Ausgangssperren wegen der Coronapandemie wurden in mehreren Staaten mit Gewalt durchgesetzt, es kam zu blutigen Auseinandersetzungen und zu Toten durch Polizeigewalt.

Auch Rassismus existiert in Afrika – wie überall. Das zeigt etwa die immer wieder aufflammende Gewalt in Südafrika gegen Einwanderer aus Nachbarländern.

Das Zitat von Malcolm X gilt also noch immer: «Unser Problem ist euer Problem.»

SRF 4 News, Rendez-vous vom 3.6.2020, 12.30 Uhr

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Egger  (Martin Egger)
    Da muss man doch zwei Dinge unterscheiden! Nämlich Polizeiwillkür und Rassismus. Ohne Polizeiwillkür wäre der Rassismus wohl viel unauffälliger. Rassismus zu bekämpfen ist schwierig, wenn man nicht für den Rechtsstaat sorgt, d.h. Tendenzen zum Polizeistaat bekämpft.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Bittere Gefühle und Empörung in Afrika....welch Heuchelei... dabei gehen die Afrikaner hier in Suedafrika zB mit unglaublicher Haerte gegen die eigene Rasse... kein Land hatso viele Morde wie Sudafrika.. in keinem Land der Welt werden jeden Tag ein Farmer ermordet ... aber die Presse (sf) ermuedet sich im Schweigen...April 2018 to March 2019, the SAPS recorded 21,022 murders in the country, up 3.4% from the year before. This averages out to 57.6 murders each day,
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  • Kommentar von Beat Leutwyler  (Beat Leutwyler)
    Ich vermisse die Titel der Ämter der Schuldigen für Polizei-Gewalt. Ich sehe weltweit eine falsche Berichterstattung.

    Es sind eben nicht Präsidenten, es sind Richter. Richter die in den USA seit 250 Jahren nicht Recht sprechen wie es niedergeschrieben steht. Vermutlich weisshäutige und weisshaarige Richter, mit einer Robe bekleidet.

    Das Strafrecht ist weltweit zu 2/3 auf Abschreckung aufgebaut. Es bringt nichts das beste Strafrecht zu haben, wenn die Falschen zu Richtern erhoben werden.
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