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US-Aussenminister reist zum Arktischen Rat
Aus SRF 4 News aktuell vom 18.05.2021.
abspielen. Laufzeit 06:23 Minuten.
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Positionierung am Nordpol US-Aussenminister Blinken will Beziehung zu Arktisstaaten stärken

Die USA wollen sich militärisch und wirtschaftlich Vorteile am Nordpol verschaffen. Russland allerdings auch.

Worum geht es? US-Aussenminister Antony Blinken reist nach Nordeuropa und besucht dabei die Sitzung des Arktischen Rates, die zurzeit in Reykjavík stattfindet. Am Rande des Treffens wird damit gerechnet, dass Blinken den russischen Aussenminister Sergej Lawrow trifft, um ein Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorzubereiten. Am Donnerstag wird Blinken nach Grönland reisen.

US-Aussenminister Anthony Blinken steigt in Island aus dem Flugzeug.
Legende: US-Aussenminister Antony Blinken steigt in Island aus dem Flugzeug. Keystone

Was erhoffen sich die USA von diesen Treffen? Grundsätzlich geht es bei den Treffen mit anderen Anrainerstaaten der Arktis auch darum, dass die USA ihre Stellung in der Arktis stärken wollen, militärisch und wirtschaftlich. «Die USA wollen als arktische Grossmacht wahrgenommen werden», lautet die Einschätzung von Bruno Kaufmann, Nordeuropa-Mitarbeiter von SRF. Die USA hätten sicherheits- und wirtschaftspolitische Interessen an der Arktis, aber auch der Klimaschutz sei ein Thema beim Arktischen Rat in Island.

Wie wollen die USA ihre militärischen Kooperationen verstärken? Auf den Färöer-Inseln will die USA zusammen mit Dänemark einen riesigen Radar-Überwachungsschirm aufbauen, darauf habe man sich nun geeinigt, weiss Kaufmann. Auch in Island hat Blinken militärische Ziele: Er will den ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt in der Nähe von Reykjavík reaktivieren. In Grönland wird er auf der ehemaligen Luftwaffenbasis der USA landen. Auch dort ist die Frage, wie die USA in Grönland wieder präsenter sein könnten.

Gibt es Interessenskonflikte? Das Vorhaben der USA kreuzt sich vor allem mit dem Russlands. Beide wollen eine starke Macht in der Arktis sein. Russland hat in den letzten Jahren nicht nur in seiner eigenen Arktis aufzurüsten begonnen, sondern auch Präsenz im Nordatlantik markiert.

Karte mit den verschiedenen Gebietsansprüchen in der Arktis.
Legende: Diese Länder erheben Gebietsansprüche in der Arktis. SRF

Wer übernimmt den Vorsitz des Arktischen Rates? Das Treffen auf Ministerebene im Arktischen Rat findet derzeit in Reykjavík statt. Russland wird den Vorsitz des Rates für die nächsten zwei Jahre übernehmen. Im Arktischen Rat sind die fünf Anrainerstaaten Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA sowie Schweden, Island und Finnland vertreten.

SRF 4 News, 18.05.2021; 06:45 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Worum es geht: der Kampf um die Rohstoffe hat angefangen. Im Klimawandel sieht man wirtschaftlichen Gewinn. Dass nach dem schmelzen von Schnee und Eis eine Situation entsteht bei dem die Weltwirtschaft kollabiert, daran denkt keiner.
    Unglaublich wie stark Machthunger und Geldgier blenden können.
  • Kommentar von Daniel Häberlin  (Svensk)
    Bei Berichten wie diesem hat man wirklich das Gefühl, jede Weltmacht will auch noch bis in die entlegensten Winkel der Welt vordringen, um dort für sich irgendeinen Vorteil herauszukratzen - was dann natürlich zwingend zu Konflikten mit der Konkurrenz führt. Leute, lasst doch die Arktis einfach in Frieden! Was nützt es euch denn, wenn ihr nun das Nordmeer auch noch leer fischt und rundherum eure Militärtechnik installiert? Das beschleunigt doch nur den Untergang unserer Spezies noch weiter.
  • Kommentar von Maria Müller  (Mmueller)
    Zitat aus dem Bericht:
    "Grundsätzlich geht es bei den Treffen mit anderen Anrainerstaaten der Arktis auch darum, dass die USA ihre Stellung in der Arktis stärken wollen, militärisch und wirtschaftlich."

    Aha.
    Aber Biden ist doch anders...der ist nicht so ein Ego wie Trump...
    (Oder wie war das doch wieder?)

    PS "Auf den Färöern wollen sie ne riesige Radaranlage bauen und in Island nen Militärflughafen wiedererrichten".
    Biden ist anders.
    1. Antwort von Daniel Häberlin  (Svensk)
      Frau Müller, in der US-Aussenpolitik gibt es zwischen Demokraten und Republikanern schon seit langem so gut wie gar keine Unterschiede mehr. Mit seinem aussenpolitischen Vorgehen führt Biden also lediglich eine jahrzehntelange US-amerikanische "Tradition" weiter fort. In der Innenpolitik hingegen ist Biden sehr wohl anders als sein Vorgänger, und zwar im positiven Sinne. Nur ein paar Stichworte dazu: Corona-Management, Klimaschutz, Waffengesetz, Auftreten gegenüber dem politischen Gegner.
    2. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Biden tut genau das, was man von ihm erwarten konnte und was seine Wähler grösstenteils von ihm erwarten. Wieso denken Sie, dass eine Supermacht sich international zurück ziehen und Playern wie Russland oder China das Terrain überlassen soll? Die Vergleiche mit Trump sind amüsant, denn seine Ziele und Methoden sind anders und wesentlich einseitiger auf die USA ausgerichtet.
    3. Antwort von Karl Kirchhoff  (Charly)
      Biden ist wirklich anders. Die Veröffentlichung seiner Steuererklärung, vergaßen sie zu erwähnen. Gleiches gilt übrigens für Harris. ;-)
    4. Antwort von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
      Wenn es um Geld, Macht und Militärpräsenz geht sind alle gleich