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Perfekt inszenierte Show der US-Republikaner
Aus HeuteMorgen vom 25.08.2020.
abspielen. Laufzeit 01:25 Minuten.
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Präsidentschaftswahl in USA Republikaner-Parteitag schürt Angst vor Bidens Demokraten

  • Auch wenn der Parteitag der Republikaner mehrheitlich virtuell stattfindet, gaben einige republikanische Delegierte ihre Stimme am Tagungsort in Charlotte, North Carolina, ab.
  • Der Sohn von US-Präsident Donald Trump wählte deutliche Worte: Er nannte den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden den Wunschkandidaten der chinesischen kommunistischen Partei.
  • Weitere Redner warnten davor, dass die Demokraten und ihr Kandidat den Sozialismus einführen, die Amerikaner entwaffnen und der Polizei die Finanzierung entziehen würden.

Keine grosse Halle mit kreischenden Parteidelegierten: Auch der Parteitag der US-Republikaner findet dieses Jahr im kleineren Rahmen und mehrheitlich virtuell statt.

Montagvormittag: 336 Delegierte – ein Sechstel der ursprünglich geplanten 2500 – versammeln sich in einem Konferenzraum. Verteilt im Raum, aber grösstenteils ohne Maske, geben sie in einer länglichen Zeremonie ihre Stimme ab.

Noch vor Ende der Stimmabgabe erscheint Präsident Trump auf der Bühne und zeichnet in einem launigen Auftritt ein strahlendes Bild seiner Präsidentschaft und eine düstere Vision von Amerika – falls Joe Biden gewählt würde. Damit setzt Trump das Hauptthema für die zweieinhalbstündige, perfekt inszenierte Parteitags-Show am Abend.

Republikaner nominieren Trump formell als Kandidaten

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Präsident Trump zeigt mit dem Zeigefinger in die nicht sichtbare Menschenmenge.
Legende: Reuters

Zum Auftakt haben die Delegierten US-Präsident Donald Trump formell als Kandidaten nominiert. Wie erwartet kam er auf die notwendige Mehrheit der Delegiertenstimmen.

Nach der Nominierung trat Trump überraschend persönlich beim Parteitag auf. Mit Blick auf die Wahl am 3. November sagte der 74-Jährige vor den Delegierten: «Das ist die wichtigste Wahl in der Geschichte unseres Landes.» Der Auftritt war zuvor nicht angekündigt worden. Der 74-Jährige will die Nominierung bei einer Ansprache im Weissen Haus am Donnerstag annehmen.

In der vergangenen Woche hatten die Demokraten Ex-Vizepräsident Joe Biden (77) als ihren Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt.

Trump warnt zudem vor Wahlmanipulation. Die angesichts der Coronavirus-Pandemie wichtige Briefwahl könne zu verstärktem Betrug führen. Beweise dafür blieb Trump abermals schuldig. «Der einzige Weg, wie sie uns diese Wahl nehmen können, ist, wenn dies eine manipulierte Wahl ist», sagt er.

Scharfer Kontrast zu Biden

Gut zwei Dutzend Politiker und Trump-Anhängerinnen zeichnen in kurzen Live-Ansprachen und eingespielten Videos einen scharfen Kontrast zwischen Präsident Trump und seinem Herausforderer Joe Biden. Während sie Angst vor Bidens Demokraten schüren, loben sie Trumps Errungenschaften in seiner ersten Amtszeit und ausdrücklich auch sein Krisenmanagement während der Corona-Pandemie.

In Umfragen ist eine Mehrheit der Amerikaner allerdings seit langem unzufrieden mit Trumps Krisenmanagement. Wohl auch darum liegt er in Umfragen hinten.

Trump erhofft sich von dem Parteitag derweil Rückenwind. Die republikanische Parteivorsitzende Ronna McDaniel sagt in ihrem Beitrag, mit Trumps Wiederwahl werde ein neues Kapitel in der «grossartigen Geschichte Amerikas» beginnen.

Die deutlichsten Worte findet Präsidentensohn Donald Trump junior. Bei der Wahl im November gehe es um eine Entscheidung über Arbeit, Kirche und Schule, wofür sein Vater stehe, und Joe Bidens Amerika mit Randale, Plünderungen und Vandalismus.

Video
Markige Worte von Trumps Unterstützern
Aus SRF News vom 25.08.2020.
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Ins gleiche Horn stösst auch der republikanische Kongressabgeordnete Matt Gaetz. Er wirft dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden die Unterstützung früherer US-Militäreinsätze vor. Donald Trump sei dagegen der erste US-Präsident seit Ronald Reagan, der die USA nicht in einen neuen Krieg geführt habe.

Rauer Wahlkampf zu erwarten

Der Kongressabgeordnete Steve Scalise sagt in seinem Redebeitrag aus Washington: «Das ist eine Wahl zwischen einer Partei, die das Fundament unseres Landes niederbrennen will, und einer Partei, die unsere grossartige Nation wiederaufbauen und schützen will.»

Im Vorfeld hatten die Organisatoren eine positive Botschaft versprochen – aber der Auftakt des republikanischen Parteitags lässt einen rauen Wahlkampf erwarten.

Video
Trump als Präsidentschaftskandidat der Republikaner ernannt
Aus Tagesschau vom 24.08.2020.
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SRF 4 News, Heute Morgen, 25.08.2020, 06:00 Uhr;

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92 Kommentare

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  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Als letzte Woche ein Republikaner beim Parteitag der Dems gesprochen hatte, wurde dies in allen Medien gefeiert. Wenn aber ein farbiger Demokraten am Parteitag der Republikaner eine übrigens sehr gute Rede hält und nachvollziehbar darlegt wieso er Präsident Trump unterstützt, wird dies durch sämtliche Medien mit Nachdruck verschwiegen. Wieso wohl?
    1. Antwort von jan gmür  (Neutrino)
      Wahrscheinlich aus demselben Grund warum der Titel dieses Beitrags so verfasst ist. Obwohl die Demokraten genau dasselbe machten. Nämlich Angst vor Trumps Republikanern schürten. Als ob es darauf ankommt wer dieses Land regiert. Sie drücken doch immer den Schwächeren ihren Willen auf. Ich frage mich eigentlich nur warum SRF in unserem neutralen Land Berichte so formuliert, dass sie ganz offensichtlich nicht neutral sind. Ist das seriös?
    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Stimmt nicht! Habe Vernon Jones in den Medien gesehen, aber das wissen Sie gar nicht, da Sie gegen mainstream sind.
  • Kommentar von Marti Müller  (Co2=Leben)
    Es hat sogar ein Demokrat an der RNC gesprochen und sich für Donald ausgesprochen... Wurde warscheinlich vergessen zu erwähnen...
    1. Antwort von Marti Müller  (Co2=Leben)
      Vernon Jones ist sein Name, interessante Rede!
    2. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      cozweileben. Stimmt! Eine sehr interessante Rede. Das Einzige was bisher nennenswert von der RNC ist.
  • Kommentar von Reto Blatter  (against mainstream)
    Das Problem ist, dass sich die Menschen nicht mehr selbstständig informieren sonder einfach nachplappern. Ich habe beide Parteitage verfolgt und komme zum Schluss, dass bei den Republikanern auch einfache Bürger zu Wort kommen und die Reden positiv und zukunftsorientiert sind. Bei den Demokraten sprachen vor allem Politiker und Künstler und die Reden richteten sich fast ausschliesslich gegen den Präsidenten. Daneben ist der Rep Parteitag deutlich unterhaltsamer.
    1. Antwort von Urs Petermann  (Rhf)
      Diesen wie Sie es nennen „einfachen Bürgern“ wurden die Texte durch Trumps Unterstützungsteam einfach vorgegeben. Die Voten klangen zu sehr nach Trumps Tiraden.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Donald Trump hat wirklich recht, er hat seine Wahlversprechen gehalten. Steuerbelastung für Reiche auf Kosten des Staatshaushaltes, Zerstörung von Obamacare auf Kosten Geringverdienender, Schaffung von Billigarbeitsplätze, Vergiftung des politischen Klimas. Hinzu kommt: Krieg führen gegen die Umwelt und, last but not least Abbau bei der Post um die Briefwahl zu erschweren.
    3. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Wenn Sie wirklich beide Parteitage live verfolgt hätten, wären Sie nicht zu diesem Schluss kommen, aber eben wenn man gegen mainstream ist....