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Journalist Arndt Peltner hat kein Verständnis für die Massnahme
Aus SRF 4 News aktuell vom 11.10.2019.
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Präventive Stromabschaltung Blackout lässt Hunderttausende Kalifornier im Dunkeln sitzen

  • Rund 600'000 Anschlüsse in Kalifornien waren am Donnerstagabend ohne Strom, wie der US-Energieversorger PG&E mitteilte.
  • Die Blackouts in 34 Bezirken hatten bereits am Mittwoch begonnen. Zeitweise waren bis zu einer Million Kunden davon betroffen.
  • PG&E selbst hatte für den Blackout gesorgt – als Vorsichtsmassnahme wegen erhöhter Brandgefahr bei starken Winden und Trockenheit.

Nach dem Abflauen der Winde würden nun mehr als 6000 Mitarbeiter Stromleitungen auf mögliche Schäden untersuchen – etwa durch umgestürzte Bäume, teilte Pacific Gas & Electric (PG&E) mit. Es könne mehrere Tage dauern, bis das komplette Netz wieder hergestellt sei.

Verheerende Brände im letzten Jahr

Vorwürfe wegen schlecht gewarteter Stromleitungen waren nach den Grossbränden in Kalifornien in den letzten Jahren laut geworden. Das verheerende Feuer in der nordkalifornischen Ortschaft Paradise mit 85 Toten im November 2018 soll durch defekte Stromleitungen ausgelöst worden sein.

Einschätzung von Arndt Peltner in Kalifornien

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Porträt Arndt Peltner
Legende: zvg

Journalist Arndt Peltner lebt in Kalifornien. Er hat kein Verständnis für die Massnahme des Stromversorgers. «PG&E hat es einfach versäumt, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, die oberirdischen Stromleitungen zu vergraben und damit ins 21. Jahrhundert zu bringen.» Es könne nicht sein, dass Hunderttausende Einwohner ohne Strom dasässen – notabene in einem Bundesstaat wie Kalifornien, der auch ein Hub der High-Tech-Industrie sei. «Deshalb wird PG&E nun von allen Seiten kritisiert.»

Starker Wind, hohe Temperaturen und eine trockene Vegetation hatten Untersuchungen zufolge dazu beigetragen, dass sich das Feuer extrem schnell ausbreitete. Der Sachschaden betrug über 16 Milliarden Dollar.

Vorbereitungen waren ungenügend

In vielen Regionen, auch im Ballungsraum um San Francisco, beeinträchtigten die Blackouts den Alltag: Geschäfte und Schulen waren geschlossen, Ampelanlagen fielen aus. Die Universität in Berkeley sagte den Unterricht ab, Weingüter in der beliebten Touristenregion um Napa Valley machten dicht.

PG&E-Chef Bill Johnson räumte ein, dass sich Unternehmen für die massiven Abschaltungen «nicht ausreichend» vorbereitet hatte. Kunden und Politiker hatten die drastische Massnahme des Energieversorgers kritisiert. PG&E habe es über Jahre hinweg versäumt, in das Netz zu investieren und seine Anlagen zu modernisieren, kritisierte der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom.

Video
Aus dem Archiv: Die katastrophalen Waldbrände in Kalifornien 2018
Aus Tagesschau vom 19.11.2018.
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26 Kommentare

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  • Kommentar von Vera Kehrli  (Vera Kehrli)
    Ja, jetzt wäre es praktisch gewesen wenn man ein paar Solarpannels installiert hätte.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Sie machen sich das zu einfach, Fr. Kehrli. Eine normale PV- Anlage ist keine autarke Einrichtung. Wenn das Netz abgeschaltet ist, dann trennt es sich vom Wechselrichter und das Haus hat trotzdem keinen Strom. Sowieso nicht bei fehlendem Tageslicht. Sie können eine auf Autarkie, respektive begrenzte Notstromversorgung ausgerichtete Anlage bauen, technisch ist das kein Problem. Aber es ist so teuer, dass es normalerweise überhaupt keinen Sinn macht.
  • Kommentar von Timo Bucher  (rasifix)
    das hat man davon, wenn man die zentrale Infrastruktur eines Landes privatisiert. Gewinne gehen schön in den Sack der Aktionäre und Manager. Die Verluste und Konsequenzen tragen dann die Allgemeinheit. Deshalb, hüten wir uns davon bei zentralen Infrastrukturen den liberalen Privatisierungslügen zu glauben.
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Daran können wir uns mit der Energiestrategie 2050 auch gewöhnen. Leider kann uns BR Sommaruga nicht sagen, wie wir den zusätzlichen Strom produzieren, wenn wir die KKW abschalten und gleichzeitig mit Strom heizen (Wärmepumpen) und mit Strom Auto fahren sollen. Vielleicht mal einen Generator anschaffen?
    1. Antwort von Sascha Freitag  (SF)
      Wenn ich mal einen Dieselgenerator günstig finde, kommt der in meinen Garten. Die Preise dafür werden aber anziehen. :(
    2. Antwort von Markus Hunziker  (MH1)
      Leicht am Thema vorbei... Das hatte nichts mit der Stromproduktion zu tun.
    3. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Bucher, schade haben Sie auch rund 2,5 Jahre nach Annahme der Energiestrategie nicht verstanden, was diese beinhaltet. Denn darin wird aufgeführt, wie der zusätzliche Strom produziert werden soll und schon wird.
      Darum noch einmal ganz kurz zusammengefasst für Sie: Energieeffizienz verbessern (bei Gebäuden, Beleuchtung, Verkehr, Elektrogeräte ...), Erneuerbare Energien fördern (Wasserkraft, Sonne, Holz, Biomasse, Wind, Geothermie ...), Abhängigkeit von Fossilen verringern.
    4. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @ Bucher: Ja, mit der ES2050 hat dies nun wirklich überhaupt nichts zu tun.