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In London kommt es zu Randalen
Aus News-Clip vom 13.06.2020.
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Proteste eskalieren Ausschreitungen an Demonstrationen in London und Paris

  • Im Zentrum von London ist es laut Medienberichten zu Zusammenstössen von Polizei und rechtsextremen Demonstranten gekommen. Demnach bewarfen diese die Polizisten mit Steinen und Flaschen.
  • Mehrere hundert Personen hatten sich zunächst um das Denkmal von Winston Churchill versammelt, wo es zu den Ausschreitungen kam
  • Premierminister Boris Johnson hat die Gewalt verurteilt.
  • Auch in Paris versammelten sich Demonstranten, diese trafen ebenfalls auf Rechtsextreme, die Polizei schritt mit Tränengas ein.

Der Chef der rechtsextremen Bewegung «Britain First» erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, man wolle die Statue des Weltkriegs-Premiers vor Anti-Rassismus-Demonstranten schützen.

Innenministerin Priti Patel kritisierte die Gewalt als völlig inakzeptabel. Wer sich an gewalttätigen Ausschreitungen und Vandalismus beteilige, müsse mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen.

«Gehen Sie nach Hause, um die Ausbreitung (des Coronavirus) zu stoppen und Leben zu retten», schrieb sie auf Twitter. Auch Bürgermeister Sadiq Khan rief dazu auf, von Kundgebungen Abstand zu nehmen. Später am Abend distanzierte sich auch Premierminister Boris Johnson in einem Tweet von der Gewalt. Die Proteste seien unterwandert worden, schrieb er weiter und die Einsatzkräfte würden dagegen vorgehen.

Hunderte Demonstranten der «Black Lives Matter»-Bewegung trafen sich ebenfalls zu Kundgebungen in der Londoner Innenstadt. Verschiedene Gruppen hatten in Grossbritannien zu friedlichen Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aufgerufen.

Rechtsextreme Gruppen kündigten ihrerseits an, Denkmäler zu «schützen». Aus Sorge vor Beschädigungen bei den Protesten war am Freitag die Statue von Premierminister Winston Churchill (1874-1965) vor dem britischen Parlament mit Brettern verkleidet worden.

Demonstranten vor dem Denkmal von Winston Churchill.
Legende: Die Statue von Winston Churchill wurde mit Brettern verkleidet, um sie vor Vandalenakten zu schützen. Reuters

Ausgelöst wurden die Proteste durch den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA Ende Mai. Die britische Polizei hatte gewarnt, dass mit der Teilnahme an Demonstrationen die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus verletzt würden. Demnach dürfen sich nicht mehr als sechs Menschen versammeln. Um Zusammenstösse beider Gruppen zu verhindern, hatte die Polizei diese unterschiedlichen Bereiche in London zugewiesen.

Auseinandersetzungen auch in Paris

In der französischen Hauptstadt sind tausende Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die Schwester des 2016 bei einer Festnahme gestorbenen Adama Traoré. Sie verglich den Fall ihres Bruders mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA.

Rechte Gegendemonstranten entfalteten von einem Dach ein grosses Transparent, auf dem sie den Demonstranten «Anti-Weissen-Rassismus» vorwarfen. Es wurde jedoch vom Balkon der darunter liegenden Wohnung aus zerschnitten, vermutlich von den Anwohnern selbst.

Daraufhin kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei, welche Tränengas einsetzte.

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Grossbritannien: Streit um Statuen entbrannt
Aus Tagesschau vom 12.06.2020.
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SRF 4 News, 15:30 Uhr, 13.06.2020;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    "Hitler war ein Sozialist". Soweit gehen die Rechten inzwischen. Der Unterschied zwischen Sozialist und Nationalsozialist, wird einfach übergangen.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    "Britain First" ist eine Rechtsextreme Partei, welche auch der rechtsextreme Trump gutheißt! "Jayda Fransen, stellvertretende Vorsitzende der Bewegung, bedankte sich via Twitter bei Trump für die Publicity, die er BF beschert hatte."
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  • Kommentar von Lily Mathys  (Alle vergeben)
    Zur Erinnerung: Churchill ist DER Bekämpfer des Faschismus (Hitler, Mussolini, teils Stalin). Er war allerdings ein grosser Patriot. Wie funktioniert da Rechtsextremismus? Andere Medien behaupten sogar, sie hätten rechtsextreme Lieder gesungen. God save the Queen ist jetzt rechtsextrem? Konservativ hängt mit konservieren zusammen. Mathias Baldwin’s statue wurde beschädigt. Darum sollte jedem klar sein, dass das nichts mit Black lives matter zu tun hat.
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    1. Antwort von Udo Gerschler  (UG)
      Nun das Prinzip funktioniert ja schon länger Black Lives matter ist nicht friedlich.Druck erzeugt Gegendruck.Wenn die Polizei vor Denkmalzerstörern auf die Knie geht wirft das Fragen auf.Was kommt als Nächstes.
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    2. Antwort von Peter Holzer  (Peter Holzer)
      Herr Gerschler: Zitat „ Druck erzeugt Gegendruck“

      Einverstanden! Stellt sich nur noch die Frage wo der Druck ursprünglich entstand Herr Gerschler.

      Wie auch immer - auch diese rechten Gewaltaubrüche werden das ganze Thema nur noch mehr eskalieren lassen.
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    3. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Gerschler: Ich finde es sehr traurig, dass bis jetzt (auch) ohne Druck nichts gegen Rassismus geschehen ist. Dann wenn halt Druck aufkommt, der ja meist friedlich ist, ist es bedenklich, sich noch über Druck wundern zu wollen.
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    4. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      @P. H.: Auf Gewalt mit Gewalt zu reagieren ist immer falsch. Egal aus welcher Ecke sie kommt.
      Mit erhobenen Fäusten & lauten Stimmen zu drohen/fordern usw. wirkt auf viele Menschen sehr bedrohlich & ist deshalb kontra produktiv.
      Und wenn es Extremisten für sich ausnützen, ist es ebenso falsch.
      Lauten Stimmen hört man irgendwann nicht mehr zu. Bei den leisen Stimmen muss Mensch hin hören, damit man versteht, was sie zu sagen haben.
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