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Eskalation in Weissrussland – Schweizer festgenommen
Aus 10vor10 vom 11.08.2020.
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Proteste gegen Lukaschenko Schweizer in Weissrussland festgenommen

  • SRF hat erfahren, dass sich unter den Festgenommenen in Weissrussland auch ein Schweizer Staatsangehöriger befindet.
  • Die Schweizer Behörden haben – trotz Nachfrage bei ihren weissrussischen Amtskollegen – bisher noch keinen direkten Kontakt mit dem Mann aufnehmen können.
  • Bei dem Schweizer handelt es sich um einen 21-jährigen Mann.

Der Mann wurde in der Nacht von Sonntag auf Montag von weissrussische Sondereinheiten festgenommen. Bis zum aktuellen Zeitpunkt haben die weissrussischen Behörden kein offizielles Protokoll von den Festnahmen erfasst, weswegen sie offiziell nicht bestätigen, dass sich auch ausländische Staatsangehörige unter den insgesamt mehr als 5000 Festgenommenen befinden.

Beunruhigende Haftbedingungen

SRF konnte mit einem Augenzeugen sprechen, der zusammen mit dem 21-jährigen Schweizer in derselben Zelle in dem Minsker Gefängnis sass.

Junge Männer in Zelle.
Legende: Bei dem jungen Schweizer handelt es sich um den jungen Mann ganz links im Bild. ZVG

Laut Informationen von SRF sind die Haftbedingungen des Schweizers prekär. Während einem ganzen Tag wurden den festgenommenen Ausländern in dem Minsker Gefängnis weder Wasser noch Essen zur Verfügung gestellt. In einer Zelle, die für vier Personen vorgesehen ist, befanden sich mindestens 15 Ausländer.

Weitere Ausländer unter Festgenommenen

Seit den landesweiten Protesten im Nachgang der Präsidentschaftswahlen finden in verschiedenen Städten des Landes willkürliche Festnahmen durch die Sicherheitskräfte statt. Unter den festgenommenen Ausländern befinden sich neben dem Schweizer auch Staatsangehörige Italiens, der Türkei und der Ukraine.

EU erwägt neue Sanktionen

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Nach der von Fälschungsvorwürfen und Gewalt überschatteten Präsidentschaftswahl in Weissrussland erwägt die EU neue Sanktionen gegen das Land. Man werde die Beziehungen gründlich überprüfen, sagte EU-Aussenbeauftragter Josep Borrell im Namen der 27 Staaten. «Dies könnte unter anderem beinhalten, Massnahmen gegen jene zu ergreifen, die verantwortlich sind für die beobachtete Gewalt, ungerechtfertigte Verhaftungen und die Fälschung der Wahlergebnisse.»

Allerdings hatte Borrells Sprecher zuvor bereits darauf verwiesen, dass für Sanktionsbeschlüsse die Zustimmung aller 27 EU-Mitgliedsländer gebraucht wird.

Die Haftbedingungen für die weissrussischen Festgenommenen seien jedoch noch um einiges härter, beschreibt der Augenzeuge gegenüber SRF. Bei den Festnahmen würden die Sicherheitskräfte Ausländer nicht gezielt schlagen, wie sie es mit Weissrussen tun.

Laut dem Augenzeugen sollen sich in Zellen mit weissrussischen Staatsangehörigen bis zu 40 Personen in Zellen befinden, die für sechs Personen ausgelegt sind.

Weissrussland blockiert Kontakt

Laut den Beschreibungen des Augenzeugen ist der Schweizer unverletzt und spricht sehr gut Russisch. Der junge Mann hält sich laut SRF-Recherchen seit vergangenem Herbst in Minsk auf.

Vermummten Polizisten stecken Mann in Polizeiwagen.
Legende: Bei den Protesten gegen Wahlfälschungen in Weissrussland hat es den dritten Abend in Folge wieder viele Festnahmen gegeben. Keystone

Die Schweizer Behörden haben gemäss Informationen von SRF Kenntnis von dem Fall, konnten aber bisher nicht direkt mit dem Schweizer in Kontakt treten. Die weissrussischen Behörden haben bisher jegliche Kontaktaufnahme verhindert.

10vor10 vom 11. August 2020

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Weissrussland ist ein Land mit sehr niedrigen Arbeitslösigkeit. Ihre Wirtschaft ist sehr stark auf Industrie ausgeklegt. Wie kennen diese Firme nicht, weil sie nach Osten exportieren. Mit eine Putsch wie in Ukraine wird Arbeitslösigkeit explodieren und Volk verärmen. Westen braucht nicht weissrussische Produkte. Weissrussen sehen, was in Ukraine vorgeht und sie wissen, dass ohne ostlichen Markt sie in Armut stürzen werden. Denken wir ein mal auf Volk statt auf Geopolitik.
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    1. Antwort von Jeanôt Cohen  (Jeanot)
      Ihre Freundschaft zu Diktatoren wie Putin sind ja offensichtlich. Trotzdem müssen auch sie sehen, das Weissrussland einer brutaler rücksichtsloser Diktator ist. Und die arbeitslosen zahlen ändern nichts daran. Dazu kommt daß dieser zahlen wahrscheinlich so zuverlässig sein wie in der DDR. Also nicht wert.
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  • Kommentar von Drago Stanic  (drago stanic)
    Was hat Weisrussland anders getan als Ukraine? Weissrussland hatte keine Austausch Programmen mit Sichercheitskräften aus NATO Länder und deswegen, könnte NATO Demonstrante wie bei Maidan nicht auf polizeiliche Taktiken vorbereiten. Auf Maidan haben Demonstrante schon gewüsst, wie Bekrut reagieren wird und haben passende Technike angewendet was zu verletzung von viele Polizisten führte. In Weissrussland haben Polizisten ihre Taktiken genau Maidan Szenarios angepasst.
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    1. Antwort von kurt trionfini  (kt)
      Was sind "NATO Demonstrante"? Woran erkennt man "NATO Demonstrante"?
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    Was haben den "Berufsdemonstranten" aus der CH, Italien, Türkei und der Ukraine in Belarus zu tun. Die Demokratie retten? Sie liefern selbst die Argumente, dass die Sicherheitskräfte rigoros durchgreifen können.
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    1. Antwort von Lilian Albis  (...)
      Wie kommen Sie darauf, dass das "Berufsdemonstranten" sind? Der Mann hält sich anscheinend seit Herbst 2019 in Weissrussland auf. Sie meinen er hat dort auf die Wahlen gewartet, um dann im Sommer 2020 endlich demonstrieren zu können?
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