Die Proteste: In Belfast haben sich am Dienstagabend mehrere Hundert Menschen in der Stadt versammelt, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Teils vermummte Randalierende setzten Wohnhäuser und Fahrzeuge in Brand. Nachrichtenagenturen zitieren einen Bewohner, der berichtet, die Demonstranten hätten Molotowcocktails geworfen. Wie Luftaufnahmen des Nachrichtensenders Sky News zeigen, stieg in verschiedenen Teilen der Stadt dichter schwarzer Rauch auf. Auch in anderen Städten Nordirlands kam es laut BBC zu Protesten im Zusammenhang mit den Ereignissen.
Der Auslöser: Auslöser war ein Messerangriff am Tag zuvor, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Mutmasslicher Täter ist ein 30-jähriger Mann aus dem Sudan, der inzwischen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt wurde.
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Bild 1 von 5. In mehreren Teilen der Stadt Belfast ging am Dienstagabend schwarzer Rauch auf. Bildquelle: AP PA.
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Bild 2 von 5. Demonstrierende attackierten Polizeifahrzeuge. Bildquelle: Keystone/PETER MORRISON.
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Bild 3 von 5. Die Demonstrienden zündeten Autos an. Bewohner eines Hauses mussten evakuiert werden. Bildquelle: Keystone/PETER MORRISON.
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Bild 4 von 5. Auch Mülltonnen wurden in Brand gesetzt. Bildquelle: AP/undefined.
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Bild 5 von 5. Hundert Menschen hatten sich in Belfast versammelt, um gegen Einwanderung zu demonstrieren. Bildquelle: Keystone/PETER MORRISON.
Das Video der Tat: In einem Video, das im Netz kursiert, ist zu sehen, wie ein Angreifer mit einem Messer mitten auf einer Strasse auf einem blutüberströmten Mann sitzt und diesen mit einem Messer traktiert. In der Aufnahme versuchen später mehrere Personen, den Angreifer vom Opfer zu trennen.
Die Rolle der Polizei: Polizei und Politiker warnen vor einer weiteren Eskalation und rufen die Bevölkerung zur Zurückhaltung auf. Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher appellierte an die Menschen, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Arbeit der Ermittler abzuwarten. Bislang gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, teilte die Polizei mit.
Die Reaktion der Politik: Auch politisch wurde die Tat deutlich verurteilt. Der britische Premierminister Keir Starmer sprach von einem «widerwärtigen» Angriff und erklärte, er habe «absolut keine Toleranz» für solche Gewaltszenen auf den Strassen. Politiker verschiedener Parteien in Nordirland warnten ebenfalls vor weiteren Ausschreitungen.
Der Fall «Henry Nowak»: Bereits im Sommer 2024 gab es in Nordirland heftige Ausschreitungen. Erst in der vergangenen Woche kam es zudem in Southampton zu Krawallen am Rande eines Protests gegen Einwanderung. Auslöser war die Veröffentlichung von Bodycam-Aufnahmen, die einen krassen Polizeifehler nach der tödlichen Messerattacke eines Mannes aus der Sikh-Gemeinschaft auf den Studenten Henry Nowak zeigten. Statt den Mörder festzunehmen, der sich als Opfer eines rassistischen Übergriffs darstellte, hatten die Polizisten dem sterbenden Nowak Handschellen angelegt. Auch in Southampton gingen Menschen am Dienstagabend wieder auf die Strasse, um gegen Einwanderung zu demonstrieren.