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Protesttag der «Gilets Jaunes» Frankreich rüstet sich für erneute Krawalle

In Frankreich mobilisiert die Bewegung der «Gilets Jaunes» zum vierten nationalen Protesttag gegen die Regierung Macron. Diesmal haben die Behörden massive Sicherheitsmassnahmen vorgesehen.

Legende: Audio Paris: Behörden bereiten sich auf den vierten Protesttag vor abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
01:43 min, aus HeuteMorgen vom 08.12.2018.

Frankreich mobilisiert praktisch seine gesamte mobile Einsatztruppe. 89'000 Polizisten sind aufgeboten, 8000 allein in Paris. Zwar rechnet Innenminister Christoph Castaner dort nur mit einigen Tausend Demonstranten. Dies seien aber besonders gewaltbereit, warnt er.

Die Champs-Élysées und die Quartiere der Innenstadt – vor einer Woche Schauplätze der Strassenkämpfe – werden diesmal weitgehend leergeräumt sein. Läden und Restaurants bleiben zu, Schaufenster sind verrammt. Geschlossen bleiben auch die grossen Museen wie der Louvre, das Grand Palais oder das Centre Pompidou.

Touristenmagnete wie der Eiffelturm bleiben geschlossen, ebenso grosse Kaufhäuser oder Lebensmittelmärkte in den betroffenen Quartieren. Die Stadtverwaltung hat bei Baustellen Abschrankungen entfernt und die Schutzzäune von Bäumen weggenommen – schlicht alles, was Demonstranten für den Bau von Barrikaden oder als Waffen verwenden könnten.

Null-Toleranz gegenüber Demonstranten

Vor einer Woche hatte die Polizei noch versucht, auf der Strasse eine direkte Konfrontation mit den Protestierenden zu vermeiden. Dies habe sich nun geändert, sagt Innenminister Castaner. Gegenüber gewalttätigen Demonstranten gebe es keinerlei Toleranz.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner
Legende: Innenminister Christophe Castaner rechnet mit gewalttätigen Demonstranten. Keystone

Offenbar setzt die Regierung auf Abschreckung. Sie will Demonstranten davon abhalten, nach Paris zu kommen. Damit hat sie selbst bei der Protestbewegung einen gewissen Erfolg. Gemässigte «Gilets Jaunes» rufen mittlerweile dazu auf, nicht in Paris zu demonstrieren.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Die Forderungen der Protestierenden Gelbwesten sind im Internet zu finden. Es sind 40 Punkte, darunter- nebst dem Verzicht auf die geplante Erhöhung der Benzin- und Dieselsteuer.Verzicht auf die geplante Erhöhung der Stromsteuer. Erhöhung des Mindestlohns. Erhöhung der Mindestrenten. Rücknahme der Abschaffung der Vermögenssteuer. Kleine Abgaben für Kleinunternehmer - grosse Abgaben für Grosse (Mc Donalds, Google, Amazone). keine lebenslangen Privilegien für Abgeordnete u Präsidenten, uv.m.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Und dafür zerstört man öffentliches und privates Gut, bedroht Leute, welche nicht am Protest teilhaben wollen und verweigert den Dialog?
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Die Franzosen haben keine Direkte Demokratie, sie können nur auf diese Art ihren Unmut zu den geplanten Massnahmen manifestieren.
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Der Dialog wird nicht verweigert, Mica. Die Bewegung hat keine Vertreter, das ist richtig, aber deren Anliegen sind formuliert und der Regierung überbracht worden. NB kann man sie im Internet finden - falls man daran interessiert ist. Sehen Sie sich den Beitrag von SRF an: "Wer sind die "Gilets Jaunes?". Dabei geht es um einen Primarlehrer, der von seinen 1150€-Lohn kaum mehr leben kann. Es ist ein Aufstand der Menschen, die den sozialen Abstieg bekämpfen.
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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Es sind legitime soziale Anliegen, welche die Menschen auf die Strasse treiben. Die asl "Krawalle" abzuqualifizieren und mit 89`000! Polizisten zu bekämpfen ist eine staatliche Eskalationsstufe, die wir in kommunistischen Regimen des Ostens weiss Gott schon genug oft kritisiert haben. Macron devrais avoir honte! Kravallmacher, die sich am Rande mitbewegen und Straftaten begehen, sollten sich vor Gericht rechtfertigen müssen - alle andern sind anzuhören.
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    1. Antwort von Michel Koller (Mica)
      Demonstrieren und dann ein Gespräch mit der Regierung ablehnen passt irgendwie nicht zusammen. Die "Gilets Jaunes" haben die Krawallmacher eben auch in den eigenen Reihen geduldet und bezahlen nun den Preis. Der Staat darf bei solchen Gewaltexzessen nicht einfach zuschauen.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die Ablehnung von Gewalt teile ich mit Ihnen, Mica - das ist denn aber auch alles.
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  • Kommentar von Peter Singer (P.S.)
    Frankreich braucht Reformen, da war man sich doch einig. Nun hält Macron seine Wahlversprechen und diese Chaoten schlagen alles kaputt. Wahrscheinlich eine kleine Minderheit...
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @Singer. Man könnte auch Ähnlichkeiten zur 68-er Bewegung sehen... Ein Rundumschlag gegen die Wirtschaftseliten.
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    2. Antwort von Peter Singer (P.S.)
      @Mitulla: Die 68er wollten gesellschaftliche und soziale Veränderungen. Die Gelbwesten wollen Stillstand.
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    3. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Das ist bei weitem nicht für alle so, P.Singer. Ich empfehle Ihnen den Beitrag von SRF über den Primarlehrer Pierre-Emanuel Chaupy (Primarlehrer, Lohn 1150 €) anzusehen. Die Proteste kommen aus Nordfrankreich, wo die Menschen mit kleinen Löhnen und vielen Steuererhöhungen konfrontiert sind. Dort wo das Auto zur Lebensgrundlage gehört. Wenn gleichzeitig Vermögenssteuern abgeschafft werden, dann sind die Proteste m.E. nicht so schwer zu begreifen.
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