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Legende: Video Putin verteilt Pässe abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.04.2019.
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Putin verteilt russische Pässe Kreml heizt den Konflikt weiter an

Aus «humanitären Gründen» will der Kreml grosszügig russische Pässe verteilen. Bewohner der ostukrainischen Separatistengebiete sollen ohne grosse Umstände russische Bürger werden dürfen.

Doch mit Menschlichkeit hat der Entscheid wenig zu tun – mit Machtpolitik dagegen sehr viel. Erst am Sonntag nämlich hat die Ukraine einen neuen Präsidenten gewählt. Wolodimir Selenski versprach im Wahlkampf, sich um die Probleme der Menschen in der Region zu kümmern. Auch mit Russland, so schien es, wollte Selenski einen Ausgleich finden.

Pässe, dann Panzer

Eine solche Annäherung aber dürfte es vorerst nicht geben. Ganz offenbar ist Putin gar nicht daran interessiert. Denn mit den Pässen für Donezk provoziert der Kreml – und heizt den Konflikt weiter an.

Die Aktion zementiert Russlands Anspruch auf die besetzten Teile der Ostukraine. Bereits in anderen Ländern ist Moskau so verfahren: im georgischen Südossetien zum Beispiel wurden erst viele Bürger mit russischen Pässen ausgestattet – dann fuhren russische Panzer auf. Ein ähnliches Szenario befürchten die Ukrainer nun in der Ostukraine.

Dass Kiew die Gebiete um Donezk je wieder kontrollieren wird, ist damit unwahrscheinlich geworden – was übrigens ein grober Verstoss ist gegen den Geist der Waffenstillstandsvereinbarungen von Minsk ist.

Kritische Antwort aus Kiew

Für Wolodimir Selenski muss das ein böses Erwachen sein. Seine Rhetorik gegenüber dem Kreml jedenfalls hat er bereits jäh geändert. In einer Mitteilung gestern bezeichnete er Russland als Aggressor-Land und forderte die internationale Gemeinschaft auf, den Druck zu erhöhen – bis hin zu neuen Sanktionen. Ihm bleibt nichts anderes übrig. Der russische Nachbar zwingt ihm die Logik der Eskalation auf.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

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David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Jean Piere Grano  (J.-P. Grano)
    Und wieso gibt es keinen EU-weiten Boykott gegen Österreich, wenn diesen den Südtirolern österreichische Pässe anbietet?
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  • Kommentar von Ursula Keller  (Note)
    Ich kann Hr. Selenski nicht verstehen. Er sollte ja alle Teile der Bevölkerung vertreten und nicht NUR die EU-Philen in den Städten (von NATO-philen möchte ich gar nicht sprechen, die gibt es ausserhalb einer kleinen Elite wahrscheinlich sowieso nicht). Eine weitere NATO Erweiterung liegt gar nicht im Interesse der EU und mit Russland als grössten Nachbarn muss man selbstverständlich eine Lösung finden, die den Sicherheitsinteressen beider Länder gerecht wird. Ist doch nicht so schwierig !
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  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Die Ukrainer haben Ihre Bevölkerung seit 2001 nicht mehr gezählt. Wahltechnisch gibt es 29 Mio. Einwohner zu glauben, dass nochmals 16 Mio. Kinder dazu kommen ist ein Witz. Die Werte liegen unter 40 Mio. mit Sicherheit. Die 43 Mio. sind UNO Werte hochgerechnet - wie auch immer die das anstellen mit Krim, Donbass und all den Millionen von Ukrainer die dem Land den Rücken gekehrt haben.
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