Was passiert aktuell? Die neue Mondrakete der Nasa wurde aus der Werkshalle zur Startrampe gebracht. Die 98 Meter hohe Rakete begann bei Tagesanbruch ihre langsame Fahrt mit einer Geschwindigkeit von 1.6 km/h vom Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Centers. Für Ende des Monats ist dann ein unbemannter Bodentest geplant. Bei dem sogenannten «Wet Dress Rehearsal» werden bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe getestet.
Wann soll geflogen werden? Das anvisierte Startfenster öffnet sich am 6. Februar und schliesst am 6. April 2026. Das «Artemis»-Programm wurde von der Nasa bereits 2017 verkündet. Ursprünglich sah es eine bemannte Mondlandung («Artemis 3») bis 2024 vor. Seitdem kam es aber schon mehrfach zu Verschiebungen, technischen Schwierigkeiten und Kostenexplosionen. Der erste unbemannte und erfolgreiche Testflug «Artemis 1» war im Jahr 2022.
Wie soll der Flug genau ablaufen? «Artemis 2» baut auf den Erfahrungen von «Artemis 1» auf. Mit der Rakete «Space Launch System» sollen die vier Crewmitglieder vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abheben. An Bord der «Orion»-Kapsel sollen sie dann etwa zehn Tage lang um den Mond herumfliegen, bevor die Kapsel wieder im Meer auf der Erde ankommen soll.
Wer soll fliegen? Die Crew der «Artemis 2»-Mission besteht aus der US-Astronautin Christina Koch, ihren US-Kollegen Victor Glover und Reid Wiseman und dem kanadischen Raumfahrer Jeremy Hansen. Für Glover, Koch und Wiseman wäre es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wäre die erste Frau an Bord einer Mond-Mission der Nasa, Glover der erste Schwarze Mensch und Hansen der erste Kanadier. «Artemis 2» sei «mehr als eine Mission», hatte Glover nach der Crew-Bekanntgabe im April 2023 gesagt. «Es ist der nächste Schritt auf dem Weg, der die Menschheit zum Mars bringen wird und diese Crew wird das nie vergessen.»
Was machen die Astronauten währenddessen in der «Orion»-Kapsel? Die «Orion»-Kapsel fliegt grösstenteils vollautomatisch. Zu Testzwecken werden die Astronautin und die Astronauten aber immer wieder auch manuell steuern. Zudem müssen sie stets alle Systeme und auch ihren eigenen Gesundheitszustand mit Hilfe zahlreicher Tests, Sensoren und Messungen überprüfen, auch für wissenschaftliche Forschungen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond gehören zu ihren Aufgaben. Mindestens eine halbe Stunde pro Tag sollen die Crewmitglieder mit Sport verbringen.
Wie soll es danach mit dem «Artemis»-Programm weitergehen? Die bemannte Mondlandung «Artemis 3» ist derzeit für 2027 anvisiert. Danach sind weitere Missionen geplant. Zudem soll am Mond ein Aussenposten namens «Gateway» entstehen, in dem Raumfahrende leben und arbeiten können. Auch Mondfahrzeuge wie Rover und ein Atomkraftwerk für den Mond sind in Planung.
Was kostet das Ganze? 2021 hatte der damalige Generalinspekteur der Nasa geschätzt, dass die Kosten für das «Artemis»-Programm bis 2025 auf 86 Milliarden Dollar steigen würden, deutlich mehr als anfangs veranschlagt. Es sei die «ehrgeizigste und teuerste Aktivität» der Nasa, hiess es. Seitdem dürfte noch einiges an Kostensteigerungen hinzugekommen sein, zusätzlich zu den weiter laufenden Kosten. «Artemis 2» alleine dürfte sich laut Expertenschätzungen auf etwa vier Milliarden Dollar belaufen.