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Ein Mann legt Blumen auf Gräber
Legende: 35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl gedenken die Menschen den Toten. Reuters
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Reaktorunglück von Tschernobyl 35 Jahre nach Tschernobyl: Ukraine eröffnet Zwischenlager

Die Ukraine hat unweit des stillgelegten AKW von Tschernobyl ein Zwischenlager für nuklearen Müll in Betrieb genommen.

35 Jahre nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl hat die Ukraine unweit des stillgelegten Kraftwerks ein Zwischenlager für nuklearen Müll in Betrieb genommen. Ziel sei es, «die Sperrzone in ein Territorium der Wiedergeburt zu verwandeln», sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der grössten Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft.

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Aus dem Archiv: Erinnerungen an Tschernobyl
Aus Tagesschau vom 26.04.2016.
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In dem Zwischenlager sollen Brennstäbe der drei stillgelegten Kraftwerksblöcke für etwa 100 Jahre lagern. Mit dem Bau war bereits im Jahr 2001 begonnen worden.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, erinnerte bei einer Gedenkveranstaltung in der Hauptstadt ausserdem an die vielen Menschen, die damals «zum Preis ihrer eigenen Gesundheit und ihres Lebens mit den Folgen der technischen Katastrophe kämpften». Mehr als 600'000 Menschen halfen laut dem Ex-Boxweltmeister bei der Beseitigung der Unglücksfolgen, löschten etwa den Brand und räumten Trümmer weg.

Infolge der Explosion des Blocks vier im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986 wurden radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt.

Keine Abkehr von der Kernkraft

Kiew will das Gebiet nun zunehmend wirtschaftlich nutzen. Im Sommer soll ein weiteres Zwischenlager in Betrieb genommen werden – für Atommüll aus drei von aktuell vier ukrainischen Kraftwerken.

Ungeachtet der Atomkatastrophe kommt heute mehr als die Hälfte der ukrainischen Elektroenergie aus Kernkraftwerken. Auch beim Nachbarn Russland ist eine Abkehr von der Atomenergie nie ein grösseres Thema gewesen.

Der wissenschaftliche Leiter des russischen Instituts für atomare Sicherheit, Leonid Bolschow, betonte bei einer Pressekonferenz, dass es sich um eine «ziemlich sichere Technologie» handle und die Angst in der Bevölkerung überzogen sei. Russlands Atomkonzern Rosatom baut in vielen Staaten neue Reaktoren.

SRF 4 News, 26.04.2021, 17.00 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Weitgereister)
    KKWs sind die sicherste und beste Technologie um CO2-frei elektrische Energie zu erzeugen. Dass bei einem sehr seltenen Ereignis auch mal ein paar Leute sterben ist hinzunehmen. Ansonst müssten wir sämtliche Verkehrsträger (Auto, ÖV, Flugzeuge, etc.) verbieten und viele Industrien (Chemie, etc) abschaffen. Allein der individual Verkehr bewirkt ein Mehrfaches an Todesopfern als KKWs.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Jawohl, solange nichts passiert sind KKWs sicher;-)
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Nur schon der Atommüll in Deutschland allein, hat ein Volumen von 100 Einfamilienhäusern. Bis heute weiß niemand, wohin damit! Atomkraft ist bestimmt nicht DIE Zukunft, auch wenn Herr Gates beharrlich sein Geld darin verbrennt. Vielleicht muss erst ein Gau mitten in Europa passieren, damit auch der letzte Befürworter aufwacht.
  • Kommentar von Leo Degelo  (Leo Degelo)
    "Eine ziemlich sichere Technologie" meint der Experte.
    Aber das Foto des missgebildeten menschlichen Fötus, löst da bei mir ganz etwas anderes aus, nämlich Angst und Schrecken!
    Was hinterlassen wir nur, den nächsten Generationen?
    Der Atommüll strahlt auch noch in 10 000 Jahren!
    Nur so zur Erinnerung, vor 10 000 Jahren lebten hier noch Neandertaler.
    Und in diesen nächsten 10 000 Jahren wird sich ja sicher immer jemand um den Müll kümmern. Bezahlt von den heutigen AKWs :))