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Nikos Michaloliakos wird von Polizisten abgeführt
Legende: Der Parteichef der «Goldenen Morgenröte», Nikos Michaloliakos, bei seiner Verhaftung 2013 in Athen. Keystone
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Rechtsextreme Partei Lange Haftstrafen für Führungsspitze der «Goldenen Morgenröte»

  • Der Parteichef der «Goldenen Morgenröte» rief «Sieg Heil» und die Parteimitglieder marschierten mit Fackeln und Nazi-ähnlichen Symbolen.
  • Nun hat ein Gericht mit seinen Urteilen praktisch das Ende der rechtsextremen und rassistischen griechischen Partei «Goldene Morgenröte» besiegelt.
  • Die Führungsspitze Partei ist zu mehrjährigen Gefängnisstrafen wegen der Gründung einer kriminellen Vereinigung verurteilt worden.
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Archiv: «Goldene Morgenröte» ist eine kriminelle Organisation
Aus Tagesschau vom 07.10.2020.
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Der Anführer der Partei, Nikos Michaloliakos, muss für 13 Jahre ins Gefängnis. Sechs weitere führende Mitglieder erhielten zwischen zehn und 13 Jahren Haft. Elf ehemalige Parteiabgeordnete bekamen Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren. Dies berichtete das Staatsfernsehen (ERT) aus dem Gerichtsgebäude.

Gar ein Totschlag

Ein Parteianhänger wurde zu einer lebenslangen Strafe verurteilt. Er hatte 2013 einen linken Rapper erstochen und später die Tat gestanden. Weitere 15 Parteimitglieder wurden wegen Mittäterschaft zu sechs bis sieben Jahren Haft verurteilt.

Das Gericht in Athen hatte die meisten der insgesamt über 60 Angeklagten bereits vor einer Woche für schuldig befunden. Am Mittwochmittag wurde nun das Strafmass für insgesamt 43 Angeklagte verkündet.

Das Gericht will in den kommenden Tagen entscheiden, ob und für welche Verurteilten die Strafen zur Bewährung ausgesetzt werden und wie viele von ihnen tatsächlich ins Gefängnis gehen müssen. Deren Rechtsanwälte hätten Berufung eingelegt, berichtete das Staatsfernsehen weiter.

Kriminelle Vereinigung

Das Gericht hatte vergangene Woche die Führung der Partei «Goldenen Morgenröte» für schuldig gesprochen, eine kriminelle Vereinigung gegründet zu haben. Parteimitglieder hatten immer wieder linke Bürger und Migranten attackiert.

Die «Goldene Morgenröte» sass jahrelang im griechischen Parlament. Während Griechenlands schwerer Finanzkrise war sie vorübergehend gar drittstärkste politische Kraft geworden. Bei den Wahlen 2019 scheiterte sie an der Drei-Prozent-Klausel und ist seitdem nicht mehr im Parlament vertreten.

SRF 4 Newsw, 14.10.2020, 14:00 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
    Gut gemacht Griechenland!
  • Kommentar von Stefano Simeone  (SteSi)
    Gedankenspiel: die Mehrheit in unserem Land ist für die Einführung einer Diktatur (egal ob rechts oder links...). Wäre es nun demokratisch, diese zuzulassen und dafür die Demokratie zu verlassen, weil es die meisten so wollen?
    Soweit ist man in Griechenland zum Glück noch nicht. Aber eine Partei zu verbieten, welches offensichtlich weit vorhandene Meinungen vertritt, gleicht dem Bau eines Pulverfasses. Selbst wenn wir es nicht wahrhaben wollen.
  • Kommentar von tom rosen  (tom rosen)
    Radikal rechtsgerichtete, Hetzparolen verwendende, unsägliche Ewiggestrige Politiker*innen, die zwischenzeitlich mehr als ein Viertel der Wählenden hinter sich vereinen, werden im Ursprungsland der Demokratie in einem Schauprozess aus Angst vor weiteren politischen Erfolgen weggeschlossen. Anstatt das Volk mit einer Politik fürs Volk zu gewinnen und den radikalen Brandstiftern von rechts und links mit Ergebnissen die Legitimation zu nehmen. Die Mörder ins Gefängnis, die Hetzer ins Vergessen!
    1. Antwort von Michael Gutmeyr  (Cambodia)
      Auch die rechtsradikalen Jetzer müssen hinter Gitter. Alles andere versteht dieser Anschauen nur als Freibrief für deren Aktionen.
    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @tom. Ich glaube, sie sehen das Geschehen dieser Partei etwas mit einer starken Rosabrille. Wenn sogar einen Mord geschieht, hat eine solche Partei wirklich keine Legitimität. Alle die diese Partei gewählt haben, müssen sich auch etwas hinterfragen. Man kann nicht einfach aus Frust über die Politik solche Leute wählen.
    3. Antwort von Enrico Dandolo  (Doge)
      @tom rosen: "Politik fürs Volk" hört sich erstmal gut an. Das tut auch "make America great again" oder "take back control". Allerdings sollte dann auch etwas konreteres als flotte Sprüche kommen, und da holt die Realität die Sprücheklopfer schnell einmal ein. Übrigens: die "GM" war glücklicherweise schon vor diesem Urteil klinisch tot.