Europa: Rubio hat den politischen Kurs von Donald Trump energisch verteidigt. Zugleich widersprach er Befürchtungen, die USA könnten sich weiter von Europa abwenden. «Wir nehmen unsere und Ihre Zukunft wichtig», sagte er und sprach von einem Schicksal, das verflochten sei. Jedoch betonte er: «Wir wollen, dass Europa stark ist. Wir wollen Verbündete, die sich selbst verteidigen können, damit kein Gegner jemals in Versuchung gerät, unsere kollektive Stärke zu testen.» Gemeinsam habe man Fehler gemacht – etwa, weil man staatliche Souveränität an internationale Organisationen übergeben habe.
Migration: Als weiteren Fehler nannte Rubio die Folgen einer unkontrollierten Migration. Die USA korrigierten diese Fehler nun. «Wir haben diese Fehler zusammen gemacht», sagte Rubio. Die USA seien bereit, diese Fehler im Alleingang zu korrigieren, würden es aber bevorzugen, dies mit den Europäern zu machen. Er sagte: «Wir sind Teil einer Zivilisation, der westlichen Zivilisation.» Die US-Amerikaner seien manchmal etwas direkt und eindringlich mit ihren Ratschlägen, räumte der US-Aussenmminister ein. US-Präsident Donald Trump verlange, dass Europa mitziehe.
UNO: Rubio hat deren Wirksamkeit zur Lösung internationaler Konflikte für begrenzt erklärt. Die Vereinten Nationen hätten nach wie vor enormes Potenzial, Gutes in der Welt zu bewirken, doch bei den drängendsten aktuellen Herausforderungen hätten sie keine Antworten und hätten quasi keine Rolle gespielt. Die gemeinsam geschaffenen globalen Institutionen der alten Ordnung müssten nicht abgeschafft werden, «aber sie müssen reformiert werden.»
Ukraine-Krieg: Rubio verteidigte den Kurs des US-Präsidenten, der auf eine Beendigung des Krieges drängt. Er räumte aber ein, dass es unklar ist, ob Russland in den von Trump initiierten Friedensgesprächen wirklich verhandlungsbereit ist. «Wir wissen nicht, ob die Russen es ernst meinen mit der Beendigung des Krieges.» Sie würden sagen, dass sie es seien. Es sei aber unklar, unter welchen Bedingungen sie zu einem Kriegsende bereit wären, und ob sich Bedingungen finden liessen, die auch für die Ukraine akzeptabel seien. Zur Rolle der USA sagte Rubio, man würde weiterhin alles tun, was man könne, um beizutragen, den Krieg zu beenden und weiter prüfen, ob es ein Ergebnis geben könne, mit dem die Ukraine leben könne und das für Russland akzeptabel sei.
China: Rubio rief zu einem realistischen Umgang auf. Es gebe fundamentale Herausforderungen zwischen den USA, dem Westen und China, die auf absehbare Zeit bestehen blieben. Dennoch seien die USA bestrebt, Konflikte zu vermeiden. «Wir sind es der Welt schuldig, dies so gut wie möglich zu managen und Konflikte zu vermeiden – sowohl wirtschaftliche als auch schlimmere», mahnte Rubio. Da die nationalen Interessen der beiden Grossmächte oft nicht übereinstimmten, sei es wichtig, die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Man könne aber in Bereichen zusammenarbeiten, in denen sich die Interessen deckten. Zugleich forderte der US-Aussenminister die Europäer auf, gemeinsam mit Washington die wirtschaftliche Abhängigkeit von dem systemischen Rivalen zu verringern.